14.02.13 Wintersonnentag in Egernsund

Gelegentlich muß man sich die Ereignisse schon selber machen, um darüber berichten zu können. Am Bohlwerk ist scheinbar der Winterschlaf immer noch die hauptsächliche Tätigkeit, von PIROLA und LINA einmal abgesehen. PIROLA hatte im Herbst den Rumpf repariert. Darüber haben wir berichtet und wer will, kann das auf der Seite "Hier" gerne nachlesen. Jetzt sind, wie man so hört, die noch ausstehenden Innenarbeiten weitgehend abgeschlossen. Wenn das Kapitel "Arbeit" damit tatsächlich erledigt sein sollte, hätte sich der einsame Kämpfer an der Rostfront einen schönen Winterschlaf verdient. Und der sei ihm gegönnt.
LINA trocknet die Wäsche
Auf LINA wurden am Sonntag zumindest einmal die Segel getrocknet. Seit dem Grogtörn gab es bekanntlich dafür kein geeignetes Wetter mehr. Man braucht nämlich drei Dinge, die im Winter eher selten zusammentreffen: Trockene Luft, Sonnenschein und einen milden Wind. Sonntag kam das alles günstig zusammen und so ist das teure Tuch wieder eine Weile vor Spak und Rott geschützt.
Über DAGMAR AAEN kann heute nichts Neues berichtet werden. Sie liegt nach wie vor an der Insel Håkøya bei Tromsø.

Da lockt das gute Wetter zu einem Kurzurlaub. Der sollte wieder einmal auf der Werft von Christian Johnson in Egernsund verbracht werden. Dort sind derzeit drei Projekte in Arbeit, über die wir schon früher berichteten:


Die Reparatur der historischen Passagierfähre TUNØ ist schon einen großen Schritt weiter. Der Achtersteven, das Walbord, die Decksplanken sind schon fertig und das Deckshaus wurde wieder aufgesetzt, bedarf aber noch einiger Arbeiten. 
Der 94 Jahre alte Colin Archer D'OLLY hat seinen neuen Achtersteven bekommen und wartet nun auf den Ersatz für die auszuwechselnden Rumpfplanken. 
Die Arbeiten an LUNA VIII wurden, so scheint es, für den Winter unterbrochen. Lackieren sollte man auch wirklich erst wieder, wenn es wärmer ist. Es sieht so aus, als könnte sie in diesem Jahr wieder segeln, nur der Aufenthalt unter Deck wird vermutlich noch etwas spartanisch ausfallen. Aber das wird nach diesem großen Projekt niemanden wirklich stören. 

Beim Abschied von der Werft reden wir mit Christian noch über dies und das. Dabei gab er uns einen Tip, wie man Öl aus dem Bilgewasser aufnehmen kann, ohne die teuren Spezialtücher und Saugekissen aus dem Jachthandel zu kaufen. Man nehme, so der Tip, einen alten Socken, oder auch zwei, fülle sie mit Katzenstreu, binde den Einschlupf zu und werfe ihn in das Bilgewasser. Der Rest erledigt sich von selbst. Bindet man den Socken an eine Sorgleine, kann er leicht aus der Bilge geholt werden. Auch wenn WIKIPEDIA in dem Artikel zu "Katzenstreu" hervorhebt, dass einige Produkte biologisch abbaubar sein sollen: Mit Öl getränkt gehören die Überbleibsel samt Socke in den Sondermüll!

Der Film zeigt einen kurzen Rundgang auf der Werft. Vor der Halle ist ein hübscher geklinkerter Spitzgatter aufgepallt und drinnen wartet ein alter Einzylinder Diesel darauf, wieder seinen Platz in einer der Jollen einzunehmen. 

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