08.05.19 Rettungsboote für ALEXANDRA

Nun wurde die große Restauration der ALEXANDRA, Salondampfer aus dem Jahr 1908 und schwimmendes Wahrzeichen von Flensburg vollendet. Vor zwei Jahren kam das letzte seegehende kohlebefeuerte Passagierschiff Deutschlands mit einem neuen Kessel von der Werft zurück in ihren Heimathafen. Anschließend wurde die Einrichtung unter Deck in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Jetzt bilden die beiden Rettungsboote auf dem Bootsdeck den krönenden Abschluß der umfangreichen Erneuerung des herrlichen alten Dampfers.
Die beiden sechs Meter langen Ruderboote entsprechen originalgetreu denjenigen, schon auf frühen Fotografien der ALEXANDRA zu sehen sind. Sie wurden von der Flensburger Yachtmanufaktur von Robbe & Berking aus Mahagoni gebaut. Jedoch sollen sie nicht als Rettungsmittel eingesetz werden. Dafür sind modernere Schwimmkörper vorgeschrieben.

Wie wär's? Vielleicht bekommen wir im Hafen einmal ein traditionelles Bootsmanöver mit den beiden Schönen zu sehen?   


05.04.19 Lohn der Mühe

Ein Segelboot, insbesondere eine Fahrtenyacht ist etwa so, wie ein Sommerhaus zur See. Um sich dort wohl zu fühlen, benötigen sie alle Jahre wieder einen gründlichen Frühjahresputz. Zum einen, weil - Überraschung! Überraschung - einige verloren geglaubte Dinge plötzlich wieder gefunden werden, zum anderen, weil der Staub der Wintertage im Hafen in jeden Winkel kriecht und ohne akribische Nachhilfe dort ewig verharren würde. Auch eingefleischte bohêmes maritimes werden gegen saubere Wäsche und Waschbecken nicht viel einwenden. Dieser Winter wurde zusätzlich genutzt, um die eichehhölzernen Bodenplanken zu schleifen und auf Hochglanz zu lackieren. Da half keine Beschönigung wie "edle Patina" und so: Der Rest der Einrichtung wirkte jetzt im Vergleich ein  bisschen pflegebedürftig. Also musste Omas Allzweckwaffe gegen Schmutz, Spak und Gammel her um die dunkel gewordenen Oberflächen aufzufrischen. Wer sie noch nicht kennt: Haushaltsessig, im Verhältnis 1:3 mit Süßwasser verdünnt. Wird in Ecken und Winkeln mit Pinsel und Sprühflasche, sonst mit feuchtem Lappen und mit sanftem Druck aufgetragen und anschließend trocken abgewischt. Danach gut lüften, um die Feuchtigkeit aus dem Schiff zu bekommen.
Offene, unbehandelte Holzflächen, wie Spanten und die Innenseiten der Planken freuen sich über einen mageren Anstrich von Leinölfirnis mit einem Schuss Wurzelteer. Beides ist gut als Schutz gegen Schimmel und Fäulnis und gibt einem traditionellen Holzboot die gerne geschnupperte Würze von Wurzelteer. Man könnte schon von "Würzelteer" sprechen, so gut riecht das. Aber das Schnuppern nicht übertreiben und anschließend gründlich(!)  lüften. Wurzelteer gilt als Krebs erregend, wenn man zu lange davon einatmet.
Lohn der Mühe ist ein wohlig, hyggeliges, schwimmendes Heim.


Omas Geheimwaffen
Und wie sie wirken

30.03.19 Ansegeln

Für viele Segler beginnt die Saison mit dem gemeinsamen Ansegeln. Bei den Individualisten mit den Traditionsschiffen ist das eher eine ziemlich private Angelegenheit, macht aber auch eine Menge Freude. 

Endlich Frühling! Nach den üblichen Vorbereitungen verlässt in diesem Jahr WIEBKE BOHLEN als erstes Boot des Museumshafens seinen Liegeplatz und segelt bei frischem Südwest mit starken Böen auf die Förde. Holnis war mit ein paar wenigen Halsen schnell erreicht, zurück zum Hafen brauchte es, jetzt auf der Kreuz und hoch am Wind, einige zehn Schläge mehr. Aber die lang geübten Hangriffe sitzen bald schon wieder nahezu perfekt. Nach jedem Manöver werden die Schoten geordnet, das spart Zeit in der Wende. Nach der langen Winterpause können wir jetzt die steif gewordenen Muskeln lockern und die Lungen voll pumpen. Anschließend gibt es ein tolles Abendessen und dann geht es ab in die Koje. Nach der vielen frischen Luft geht schließlich auch einem alten Segler mal die Puste aus.


15.03.19 Rumregatta in Sicht

Heute zufällig in facebook gefunden: Das Plakat zur 40. Rumregatta, die auch in diesem Jahr am Freitag nach Himmelfahrt auf der Flensburger Förde ausgesegelt wird.


Ob es tatsächlich "das" Plakat ist, können wir allerdings nur wegen des Namens der facebook-Seite vermuten, Denn auf der Startseite des Vereins ist kein aktuelleres als das von 2018 zu finden und auch der Historische Hafen verweist auf seiner Homepage auf das Plakat vom letzten Jahr. Aber die 40. wird stattfinden.  Denn die Startseite des Museumshafens zeigt die Überschrift : Anmeldung zur "40. Rum-Regatta 2019" - und auf lenkt auf eine Seite mit dem Plakat der Veranstaltung im vergangenen Jahr. Auch wenn es verwirrend erscheint: Passt doch zu einer Regatta die den Schnellsten Segler verulkt und den Zweiten mit literweise Rum sediert.



04.03.19 Tief Bennet

Glücklicherweise kommt das Wetter nicht immer so dick wie es vorhergesagt wurde. Heute haben wir es mit Tiefdruckwirbel Bennet zu tun, der Hoch "Frauke" und damit das für einen Februar ungewöhnlich warme und ruhige Wetter in Richtung Osten verscheuchte. Heute fegt starker, teils stürmischer Westwind über die Häuser am westlichen Hang und hinunter zum Hafen, wirbelt Zeitungen und Müll durch die engen Gassen und Straßen, tobt durch die Kaufmannshöfe der Altstadt, lässt die Ziegel auf den Dächern klappern. Dunkle Wolken treiben über Stadt und Förde, Werft und Silos verbergen sich hinter grauen Schleiern. Ging im Herbst bei solchem Wetter die Zeile "Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren / und auf den Fluren laß die Winde los" durch den Kopf, taucht sie jetzt nach einem warmen Winter wieder auf. Es braucht wohl noch eine Weile, bis sie dem "Frühling lässt sein blaues Band / wieder flattern durch die Lüfte" weichen muss. Jedenfalls soll das Wetter der kommenden zwei Wochen im wesentlichen unverändert nass und windig bleiben - sagt der Wetterbericht. Wir trösten uns damit dass es nicht immer so dick kommt wie vorhergesagt. Denn sonst hätten wir heute orkanartige Böen zu berichten. Wer sich jetzt noch an das Wetter vor einem Jahr erinnert, wird mit dem Wetter von heute erst recht zufrieden sein.

Dennoch lohnt sich ein kurzer Spaziergang zum Hafen. "Nur mal nach den Leinen sehen". Und frische Luft schöpfen, den Regen im Gesicht spüren und Fontänen aus den Pfützen auf der Schiffbrücke ausweichen, wenn Autos vorbeifahren. 

Wir sind beruhigt. Die Leinen sind für Wind und Wasserstand genau richtig. Die vom Winter schmutzige neue Winterplane sitzt unverdrossen genau richtig, wie sie soll. Mit den wehenden Rändern hat das Boot was von einem kleinen Schlossgespenst. 

Wenn nun endlich das Frühlingswetter kommen wird, wollen wir sie auch auf gleiche Länge besäumen und noch die eine oder andere Kausch anbringen damit die Plane nicht gar so hoch flattert.