15.03.19 Rumregatta in Sicht

Heute zufällig in facebook gefunden: Das Plakat zur 40. Rumregatta, die auch in diesem Jahr am Freitag nach Himmelfahrt auf der Flensburger Förde ausgesegelt wird.


Ob es tatsächlich "das" Plakat ist, können wir allerdings nur wegen des Namens der facebook-Seite vermuten, Denn auf der Startseite des Vereins ist kein aktuelleres als das von 2018 zu finden und auch der Historische Hafen verweist auf seiner Homepage auf das Plakat vom letzten Jahr. Aber die 40. wird stattfinden.  Denn die Startseite des Museumshafens zeigt die Überschrift : Anmeldung zur "40. Rum-Regatta 2019" - und auf lenkt auf eine Seite mit dem Plakat der Veranstaltung im vergangenen Jahr. Auch wenn es verwirrend erscheint: Passt doch zu einer Regatta die den Schnellsten Segler verulkt und den Zweiten mit literweise Rum sediert.



04.03.19 Tief Bennet

Glücklicherweise kommt das Wetter nicht immer so dick wie es vorhergesagt wurde. Heute haben wir es mit Tiefdruckwirbel Bennet zu tun, der Hoch "Frauke" und damit das für einen Februar ungewöhnlich warme und ruhige Wetter in Richtung Osten verscheuchte. Heute fegt starker, teils stürmischer Westwind über die Häuser am westlichen Hang und hinunter zum Hafen, wirbelt Zeitungen und Müll durch die engen Gassen und Straßen, tobt durch die Kaufmannshöfe der Altstadt, lässt die Ziegel auf den Dächern klappern. Dunkle Wolken treiben über Stadt und Förde, Werft und Silos verbergen sich hinter grauen Schleiern. Ging im Herbst bei solchem Wetter die Zeile "Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren / und auf den Fluren laß die Winde los" durch den Kopf, taucht sie jetzt nach einem warmen Winter wieder auf. Es braucht wohl noch eine Weile, bis sie dem "Frühling lässt sein blaues Band / wieder flattern durch die Lüfte" weichen muss. Jedenfalls soll das Wetter der kommenden zwei Wochen im wesentlichen unverändert nass und windig bleiben - sagt der Wetterbericht. Wir trösten uns damit dass es nicht immer so dick kommt wie vorhergesagt. Denn sonst hätten wir heute orkanartige Böen zu berichten. Wer sich jetzt noch an das Wetter vor einem Jahr erinnert, wird mit dem Wetter von heute erst recht zufrieden sein.

Dennoch lohnt sich ein kurzer Spaziergang zum Hafen. "Nur mal nach den Leinen sehen". Und frische Luft schöpfen, den Regen im Gesicht spüren und Fontänen aus den Pfützen auf der Schiffbrücke ausweichen, wenn Autos vorbeifahren. 

Wir sind beruhigt. Die Leinen sind für Wind und Wasserstand genau richtig. Die vom Winter schmutzige neue Winterplane sitzt unverdrossen genau richtig, wie sie soll. Mit den wehenden Rändern hat das Boot was von einem kleinen Schlossgespenst. 

Wenn nun endlich das Frühlingswetter kommen wird, wollen wir sie auch auf gleiche Länge besäumen und noch die eine oder andere Kausch anbringen damit die Plane nicht gar so hoch flattert.  


25.02.19 Mads Hansens Kapel - Hutkonzert

Musikfreunde können morgen Abend im Café der Museumswerft auf ihre Kosten kommen. Die dänische Folkband "Mads Hansens Kapel" spielt auf.





















Der Gastgeber folkBALTICA schreibt dazu auf seiner Internetseite:
Erst das Vergnügen, dann die Sorgen.“ - das ist das Motto des dänischen Folkorchesters Mads Hansens Kapel. Man könnte es als einen jugendlichen Leichtsinn interpretieren, oder aber das Leben mehr mit einem Augenzwinkern betrachten. Mads Hansens Kapel, in der dänischen Tradition geboren, spielen die alten Melodien mit Liebe, Seele und Stärke, um die Musik von Generationen am Leben zu erhalten und in das 21. Jahrhundert zu bringen.

Mit rohem und immens groovigem Background, gepaart mit der wilden Geige und der kraftvollen und neckischen Klarinette, spielt das Quintett sich in die Herzen und lässt sie tanzen. Denn das sind sie: eine Tanzkapelle.
Werftcafé, 26. Februar 2019, 19:30 bis 22:30 Uhr

20.02.19 † Gerd Büker

Nun also Gerd. Gänzlich unerwartet lesen wir seine Todesnachricht in der Zeitung.


Gerd
Vor nahezu zwanzig Jahren sind wir uns zum ersten Mal begegnet. Es war auf der 20. Apfelfahrt, der die er so sehr liebte. Fast so sehr wie die Rumregatta. Aber das wussten wir damals noch nicht. Wir waren erst ein paar Tage zuvor nach Flensburg gekommen um einen Gastplatz im Museumshafen an dem damals nagelneuen Bohlwerk einzunehmen. Das dritte Bohlwerk des Vereins, wie er uns später erzählte. Erzählen, das konnte er. Als Schiffshistoriker und "Archivarius" des Vereins saugte er Daten, Informationen mit einer Intensität auf, die man sonst nur einem Schwarzen Loch der Astronomen zuschreibt.
Er stieg an Bord mit einem einzigen Schritt. "Her mit den Informationen, ich muss alles Wissen. Wo gebaut, wie lang, wie breit!  Und jetzt brauch ich 'nen Kaffee, aber mit Zucker" und schon saß er unter Deck und streckte die Beine aus. So war er.

Trotz seiner Körpergöße musste man ihn nicht sehen, um zu wissen, dass er in der Nähe war. Mit lauten Begrüßungen und Frozzeleien kündigte er sich an, hatte alles und Alle im Blick und kannte in der Szene Gott und die Welt und unglaublich viele Schiffe. Kein Wunder, war er doch Mr. Rumregatta, Herr und Herrscher der Teilnehmerlisten und Regattaergebnisse. Was er sagte war so etwas wie Gesetz. Protest wurde mit dem Entzug der Flasche Begrüßungsrum geahndet. Und wenn es ganz arg wurde, hatte er noch den Stilbruchpreis in petto.
Keine Lütfischerregatta ohne Gerd. Er liebte seine Rolle als Dompteur und Regisseur der Jollen und Smakken. Und dann seine Auftritte als Hökerer auf dem Apfelmarkt! Mit Hut, schwarzer Weste, grüner Schürze und roten Hosen. "Heeer mit dem Geld!. Mann Leute, glaubt ihr denn ihr seid zum Spaß hier?" Wenn Gerd Besucher zu Schmalzbroten überreden wollte, blieb kein Frage offen.
Ach ja Gerd. Egal wie, er wird uns fehlen.

17.02.19 Klassischer Mittwoch gestartet


Der "Klassische Mittwoch" hat bereits am ersten Tag ein lebhaftes Echo gefunden. Zur Erinnerung: Die Museumswerft stellt traditionelle Arbeitsboote  bereit, auf denen Interessierte im Sommer segeln können. Bedingung: die Boote müssen zuvor segelklar gemacht werden (Wir  berichteten).
Etwa dreissig Segelfreunde kamen am ersten "Klassischen Mittwoch" zusammen. Vier von ihnen verständigten sich spontan darauf, dass sie eine Sjekte auf Vordermann bringen wollen. Vier weitere Boote sind jetzt noch im Rahmen der Aktion verfügbar.
Der nächste "Klassische Mittwoch" findet am 20 Februar statt. Also einfach hingehen und nach Tobias fragen. Alles Weitere ergibt sich dann an Ort und Stelle.

13.02.19 Gottes Mühlen

Noch im letzten Herbst spotteten wir ("Maritimer Untoter") über das Schicksal der GIDDY UP, die einst in Flensburg wortwörtlich im Hafen lag und die das jetzt im Kieler Hafen Stickenhörn zum dritten Mal wiederholt. GIDDY UP and down again, sozusagen. Dem Treiben der Untoten soll nun ein Ende gesetzt werden.
Nachdem der letzte Eigner für deutsche Behörden nicht auffindbar ist, soll nun das Hafenamt tätig werden, in Vorleistung gehen und das Wrack erstens bergen und zweitens entsorgen. Die Schadenssumme soll dann den Kieler Nachrichten zufolge in summa 50000€ betragen, die nun von der Sporthafen GmbH zu tragen seien. Diese werde sich dann vermutlich am Betreiber des Hafens Stickenhörn schadlos halten, heisst es weiter. 
Nun hätten wir hier in Flensburg gut lachen, denn GIDDY UP ist ja nicht hier, sondern in Kiel gesunken. Nur leider bleibt den hiesigen Betroffenen das Lachem im Halse stecken.

Der Grund dafür heisst OLINE und liegt seit Jahresanfang ebenfall auf demselben (wir  berichteten). Dem letzten Eigner, der den alten Fischereisegler für sage und schreibe einen Euro dreissig plus eine Kiste Flens gerad einen halben Monat lang sein Eigen nennen konnte, wurde vom Hafenbetreiber ein Ultimatum für die Wrackbeseitigung gesetzt. Das ist mit Ende Januar abgelaufen. Das Resultat kann im Hafen besichtigt werden. Es ist leicht zu finden; dort ragen zwei Masten aus dem Wasser. Mittlerweile hat der letzte Besitzer der OLINE seinerseits die Museumswerft verklagt. Sie habe die Stromversorgung für die Pumpen gekappt, wird als Grund genannt.
Eine alte Spruchweisheit sagt, auf See und vor Gericht sei der Mensch in Gottes Hand. Aber es heisst auch "Gottes Mühlen mahlen langsam". Es kann also noch dauern.

12.02.19 Klassischer Mittwoch

Passend zur Jahreszeit gibt es auf der Museumswerft ein Frühlingserwachen. Eine charmante und naheliegende Idee mit dem Namen "Klassischer Mittwoch" soll der Werft neues Leben einhauchen. Auf ihrer Facebookseite ist zu erfahren:
"Im Jahr 2019 wird in Flensburg an der Museumswerft der klassische Mittwoch ins Leben gerufen. Klassischer Mittwoch? Ein Mittwoch der den Liebhabern und Liebhaberinnen des klassischen Segelsports gewidmet werden soll. Gesegelt wird mit traditionellen möglichst originalen Segelbooten der Museumswerft, des Lütt Fischerhafens bei Interesse und externen Interessenten. Gerne würde ich es zumindest bei den Booten der Museumswerft so handhaben, das ein Segler mit einem Nichtsegler segelt um neue Leute zu akquirieren und das Feld mit der Zeit zu vergrößern. Gesegelt wird am späten Nachmittag des innersaisonalen Mittwochs. Warum dann im Februar treffen? Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Denn wie jeder weiß ist so ein traditionelles Segelboot in erster Linie Leidenschaft und das heißt vorm Segeln muss es erstmal Segelklar gemacht werden. An das segeln anschließend möchte ich noch ein Abendprogramm mit Klasse Musik und Klassikern des leiblichen Wohles im Werftcafé integrieren.Ich freue mich auf zahlreiche Interessenten. Bei Fragen ohne Scheu einfach durch klingeln. 01735473949"
Das klingt viel versprechend. Wir wünschem dem Klassischen Mittwoch viel Erfolg! Noch liegen Jollen auf dem Werftgelände im Dornröschenschlaf. Bis zum Sommer sollen einge von ihnen wieder hergerichtet werden. Und dann geht's ab ins Wasser und zum Segeln. Die bisherigen Projekte, so hört man, werden weiter voran getrieben.


















09.02.19 Kartonmodellbau zwischen den Meeren

Den letzten Sonntag im März sollten sich speziell die norddeutschen Freunde und Interessenten des Kartonmodellbaus schon jetzt einmal im Kalender vormerken. 

Flensburg ist in den letzten Jahren Treffpunkt engagierter Karton-Modellbauer jeden Alters geworden. Diese interessante Art, Modelle von allen denkbaren Gegenständen selber zu bauen, ist bereits über 500 Jahre alt und zieht noch heute viele Menschen in ihren Bann. Der Vorteil dieses Hobbys liegt auf der Hand: Es erlaubt Alten und Jungen für wenig Geld gemeinsam oder auch alleine, sowohl einfache als auch anspruchsvolle Modelle aus Karton zu bauen.
Das Spektrum ist sehr weit gespannt. Außer den klassischen Schiffsmodellen unterschiedlichster Typen und Epochen sind viele andere Objekte vertreten. Wir haben aber auch schon sehr ansprechende Modelle von Pflanzen und Tieren gesehen und auch große Dioramen von Städten, Burgen und sogar historischen Szenen.
Am 31. März treffen sich die Freunde des Karton-Modellbaus im Flensburger Schifffahrtsmuseum und zeigen was auf diesem Gebiet aktuell geboten wird. Wer sich jetzt bereits schon mit dieser interessanten Beschäftigung befasst, aber auch wer die Möglichkeiten des Modellbaus aus Karton erst noch kennenlernen möchte, ist eingeladen und herzlich willkommen.
Auch diesmal werden Erfahrungen ausgetauscht, Tricks und Kniffe weitergegeben. Wer mag, kann sich auch selber mal an ein Modell wagen und ausprobieren ob das Kartonmodell bauen etwas für die eigene Freizeit ist.
Das Programm wird derzeit noch im Detail festgelegt. Auf bisherigen Veranstaltungen haben Anbieter von Modellbaubögen ihre neueseten Entwicklungen vorgestellt und aktive Modellbauer von ihrer Arbeit berichtet. Sobald Schwerpunkte der Veranstaltung bekannt werden, melden wir uns wieder.

Kontakt: 

Karl Nielsen

0461/505 48 964

21.01.19 Tröstlich

Vor ein paar Tagen, ONLINE  war gerade erst gesunken, bekamen wir zur Aufmunterung eine Mail aus Greifswald.

"Vielleicht willst Du ja mal einen positiven Bericht bringen nach all den Versenkungen ;-) 'Wir restaurieren seit September den Haikutter BJÖRNSUND auf der Greifswalder Museumswerft.' " stand da drin und ein paar schöne Bilder von dem Projekt waren auch angehängt.

Da war unser Stimmungsbarometer gleich wieder im grünen Bereich. Danke dafür nach Greifswald! Die BJORNSUND, so der Name des Haikutters, soll einmal als segelnde Segelwerkstatt auf die Reise gehen. Gute Idee, vielleicht kommt er dann ja auch mal nach Flensburg?



















Was ist sonst noch wissenswert? BJÖRNSUND wurde 1929 in Esbjerg gebaut. Jetzt steht sie an Land, ist komplett leer, der Betonballast und die Maschine sind raus und auch das Kielschwein. 

Aktuell sind 20 Spanten mittschiffs neu. Vorsteven ist auch "raus und kommt in den nächsten Wochen neu. Dazu gibt´s die große typische Haikutter-Heckbaustelle und jede Menge Planken zu tauschen.
Es sind 5 - 6 Jahre Restaurierungszeit angesetzt. Die Bauleitung hat Jan Huerkamp http://takel-ing.de" (Zitat der o.a. Mail)


Nochmals danke an Sebastian für die Mail und gute Wünsche für eine erfolgreiche Restauration!


20.01.19 Strandspaziergang

Was kann der Bootsfreund an einem Tag anstellen, wenn die Temperatur beim Gefrierpunkt verharrt, der Wind eingeschlafen ist und das Boot sowieso unter der Winterplane dem Frühjahr entgegen dämmert? 


Die nördlichste Spitze von Glücksburg. Hier ziehen während der Segelsaison zahllose Boote ihre Bahn

























Wir haben zur Vorbeugung der Winterdepression einen Spaziergang rund Holnis gemacht. Hier gibt es heute alles, was der Mensch braucht, um trüben Gedanken zu entkommen: Sonnenschein, freien Blick aufs Wasser, ersten Schnee, Natur. Die gern benutzten Adjektive "unberührt", "ursprünglich", "unverstellt" und alle anderen aus derselben Kategorie lassen wir heute mal weg. Heute ist nämlich ein sonniger Sonntag und in den letzten Wochen war es häufig eher grau, regnerisch. Typisches Schmuddelwetter eben. Da zieht es heute viele Menschen zu den malerischen Orten an der Förde und damit eben auch nach Holnis.  Darunter auch Hundefreunde und Familien mit kleinen Kindern. Manche machen auch der Oma oder dem Großonkel die Freude eines gemeinsamen Ausflugs. Wer gehbehindert ist, sollte sich aber besser an die Fahrwege halten, alle anderen können direkt am Strand entlang gehen. Der ist Teil des Schutzgebietes, es gibt keinen befestigten Uferweg, dafür aber umgestürzte Bäume und Schwemmgut wie Seegras und Büsche die, irgendwo losgerissen, hier angetrieben sind. Und es gibt auch Feldsteine einer alten Uferbefestigung, über die man an mancher Stelle klettern muss. Aber das alles ist bei normalem Wasserstand auch für Ungeübte durchaus machbar. 
Erstaunlich, wie diese Ursprünglickeit auf die heute zahlreichen Besucher wirkt! Niemand drängelt, wenn Ungeübte oder Unsichere ein paar Minuten benötigen, um über Baumstämme oder Steine zu klettern. Aber viele Entgegenkommende sehen uns freundlich an und auf ein "Moin!" kommt ein "Moin " als Antwort zurück.
In dem flachen Uferwasser gründeln Schwäne. Etwa dreißig können wir heute zählen. Dazu gibt es weiter draußen ganze Kolonien fischender Möwen. Das noch warme Wasser dampft in der kalten Luft, lässt das malerische dänische Ufer wie durch ein Seidentuch erscheinen. Bei dem Riff von Schiedekind wählen wir den Weg hinauf zur Hochebene. Dort ist der Weg wieder befestigt. Vorbei am alten Fährkrog führt er uns wieder zum Parkplatz und damit auch nach Flensburg. 

Die letzte Flut hat viel abgetragen ...
Hier geht's runter zum Strand












... aber auch wieder angeschwemmt
Ein einzelner Schwan studiert seine Speisekarte ...












Erste Schneeglöckchen im Schutz einer Hecke
... andere speisen etwas abseits.












P.S. Wir zeigen hier nur menschenleere Bilder. Aber wir waren dort nicht alleine.

19.01.19 Vor Ultimo

Das Jahr der Bootsfreunde kennt drei Jahreszeiten: Im Sommer segeln mit, im Winter werkeln am und immer arbeiten fürs Boot. Heute kam die letzte der Lüttfischerjollen auf ihren Winterplatz.


Wer den Wetterfröschen glaubt, bereitet sich auf die erste längere Frostperiode in diesem Winter vor. Die Tageszeitungen berichten, dass Deutschland eine "Sibirische Kätewelle" erwartet, mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad und dass dieses Wetter sogar vier Wochen anhalten kann (Spiegel online). Der Sprecher des DWD wird zitiert "Ich habe es selten erlebt, dass alle Rechenmodelle so eindeutig auf eine gleiche Entwicklung hinweisen".

Gestern fiel schon der erste Schnee, legte sich, noch blütenweiß, auf Hafen, Bohlwerk und die Boote. Nach der ersten frostkalten Nacht lag er auch morgens noch dort. Wie in jedem Winter hat sich die Reihe der traditionellen Gaffelsegler gelichtet, denn einige liegen während der Wintermonate in anderen Häfen, zumeist in der Nähe der Wohnorte ihrer Eigner. Die können dann schneller nach ihnen sehen, wenn Wind und Wasser das fordern. Oder - siehe oben - an ihnen werkeln. Auch alle kleinen Jollen der "Lüttfischer" sind jetzt im Winterlager. Die letzte kam heute aus dem Wasser. Die Fürsorge kommt nicht von ungefähr. Sein Eigner bekam sie im Alter von acht Jahren von seinem Vater geschenkt. Jetzt begleitet sie ihn schon fast dreimal so lange.
Wenn die Wetterfrösche recht behalten, war der Umzug heute übrigens knapp vor Ultimo, denn bald müsste der Hafen zufrieren. 




... gebaut von Chr. Isaak auf den Ochseninseln
Historisches Boot in Historischem Kaufmannshof ...













16.01.19 Winterfreuden

Wer sich heute über das Wetter freuen möchte, denkt besser an den nächsten Frühling. DENN: So sieht es heute in Flensburg aus.  Und das alles nur, weil die im Süden den ganzen Schnee für sich alleine haben wollten. Sei's ihnen gegönnt. Wir hatten  unsere Schneekatastrophe schließlich schon vor vierzig Jahren.

Mittags am Hafen. 

13.01.19 OLINE im Fernsehen

Das Regionalfernsehen NDR Schleswig-Holstein Magazin hat heute über den Untergang der OLINE berichtet:




11.01.19 OLINE: 1,30 € und ein Kasten Bier

Fagen über Fragen. Der Bericht des Landessenders NDR1 über den Untergang der OLINE lässt den Leser ratlos zurück.  

Der NDR1 "Nachrichten aus Schleswig-Holstein" von gestern titelt "Museumshafen Flensburg: Traditionsschiff gesunken" über den Untergang der OLINE. Jedoch: der Titel informiert falsch, denn die Havarie fand nicht im Museumshafen Flensburg statt. Auf Facebook informiert Martin Schulz,  Geschäftsführer des Vereins: "Das Schiff wurde, bzw sollte restauriert werden und weil abzusehen war, dass das ein längerer Prozeß wird, lag das Schiff in der Museumswerft. Und die Werft bestimmt wer/wo liegt, nicht der Historische Hafen, oder der Museumshafen." Richtig ist hingegen, dass der Ponton, an dem OLINE seit ein paar Tagen vor dem Untergang festgemacht war, zur Museumswerft gehört. Er wurde, so der Artikel, von der Museumswerft gepachtet. 

Da kann man die merkwürdige Aussage zur vermuteten Ursache des Untergangs schon nahezu vernachlässigen: "Entweder wurden die Wasser-Pumpen über Nacht nicht richtig mit Strom versorgt, oder der starke Nordwestwind peitschte so stark gegen die Schiffsseite, so dass das marode Metall nachgab und Wasser eindringen konnte." (Zitat Uwe Kutzner, Geschäftsführer der Museumswerft gGmbH). Klingt plausibel, der Rumpf von OLINE wurde jedoch aus Eichenholz gebaut. Das mit den Pumpen könnte hingegen schon eher zutreffen. Aber was den Untergang nun tatsächlich bewirkt hat kann man, so Zitat in dem selben Beitrag von NDR1, so bald nicht erfahren "Warum das Schiff wirklich unterging, lässt sich erst genau sagen, nachdem es geborgen wurde, so Kutzner. Wann das so weit sei, stünde aber noch in den Sternen."

Da muss man wohl über den Sinn der Antwort auf die Frage nach der Verantwortung an dem Unglück nicht länger nachdenken. In dem Bericht heißt es nämlich: "
Kutzner vermutet, dass der Eigentümer nichts für das Sinken des Schiffes könne. Schließlich habe er die "Oline" laut Kaufvertrag für nur einen Euro dreißig und einen Kasten Bier erstanden."

Bleibt nur noch die Frage ab wieviel Bierkästen ein Käufer für sein Schiff auch verantwortlich wird. 




Unterwasserschiff der OLINE, bevor sie zum letzten Mal zu Wasser gelassen wurde. Um den Rumpf abzudichten und weil die maroden Planken nicht mehr kalfatert werden konnten, hat sie der vorletzte Eigner mit Plastikplanen benagelt.  

10.01.19 Aus der Wetterküche

Vor einer knappen Woche haben wir getestet, ob die Wetterregel mit dem Abendrot tatsächlich immer zutrifft. Wir wissen jetzt: Nicht am letzten Samstag. Für heute wurde trübes Wetter vorhergesagt. Auch der Morgenhimmel ("Morgenrot Schlechtwetter droht") verspricht genau das.  Heute hat sich auch Petrus daran gehalten.

































So sah heute morgen um neun Uhr der Himmel über Flensburg aus. Das Farbenspiel dauerte nur wenige Minuten. Tagsüber war der Himmel bedeckt und der Wind, der in den letzten Tagen stark aus nördlicher Richtung wehte war auf ein schwaches Lüftchen abgeflaut. Und das kam zudem aus südlicher Richtung. Nachmittags fielen zuerst ganz vereinzelte, winzige Schneeflocken. Später fiel ein leichter Regen.

Wir haben uns seit Jahren angewöhnt, Wetternachrichte zu hören oder anzusehen. Die Wetterkarte mit den Drucksystem und ihren Isobaren gehört unbedingt dazu. Sie sind etwa das, was ein Fernglas für den Ausguck ist. Vor Jahren konnten wir die Stationsmeldungen im DLF MW-Programm bekommen. Morgens um 6:35 und um Mitternacht. Aus denen wurden die Wetterkarten an Bord erstellt. Der Vergleich von Tag zu Tag ließ auf die vermutliche Bewegung der Fronten zu. Besonders aufmerksam haben wir die Entwicklung von Trögen verfolgt. Tröge bedeuteten meist heftige Winde mit starken Drehern. Heute bekommt man das Wetter per App. Mit Ventusky oder Windy sogar die Windströmungen der nächsten Tage bis in die kleinste Ankerbucht frei Bildschirm.
Das hat aber einige Haken. Diese Darstellungen geben den Anschein detaillierter Vorhersage und hoher Genauigkeit. In Küstenrevieren spielen jedoch oft ganz andere Einflüsse eine Rolle, als die mathematischen Modelle berücksichtigen. Und fern der Küste kann man sie nicht empfangen.


Auf  Seereisen in etwas abgelegene Reviere ist man auch in diesen Jahren immer wieder außerhalb der Reichweite des Internet und der UKW-Küstenfunkstellen. Und die früher hilfreichen Dienste auf Kurz- Mittel- und Langwelle werden nur noch lückenhaft bedient. Und wer hat noch einen entsprechenden Empfänger an Bord?
Wer dann sein eigenes Wetter "machen" kann, ist fein raus. Das geht natürlich nicht so einfach wie wenn man eine App aufruft. Ist aber dafür auch viel interessanter, sorgt für Gesprächsthemen an Bord und führt oft zu besseren Ergebnissen. Besonders deswegen, weil die öffentlichen Angaben wie "Nördliche Ostsee West drei, rechtdrehend zunehmend fünf bis sechs" statistisch gesehen für das ganze große Revier im Mittel richtig sein kann. Nur eben nicht in der speziellen Ecke, wo man gerade ankert. Da hilft immer noch zusätzlich der prüfende Blick zum Himmel, aufs Barometer und auf das Thermometer. 


Einfach mal probieren und mit dem tatsächlichen Wetter vergleichen. Mit fortschreitender Übung kann sich jeder zunehmend auf erstaunliche Treffer freuen. Wer jetzt beginnt, ist dann fein raus.

09.01.19 Ausgeträumt - OLINE gesunken

Nur wenige Tage lang hat OLINE an ihrem neuen Liegeplatz auf der Nordseite des Pontons der Museumswerft überlebt. Sie wurde dort bereits durch elektrische Pumpen über Wasser gehalten. Heute Nacht zog Tief Benjamin über Jütland. Und heute morgen fiel in Flensburg zusätzlich der Strom aus. Jetzt liegt OLINE ein paar Meter tiefer, immer noch am Ponton, aber auf Grund.

Das "Glückskind" Benjamin brachte der 140 Jahre alten OLINE kein Glück. Wie berichtet, lag sie neuerdings ungeschützt an dem großen Ponton der Museumswerft. Und wie befürchtet, ist sie nun gesunken. Und damit war das Ende einer Reihe von Ereignissen erreicht, das schon lage absehbar war.
Der Anfang liegt ein paar Jahre zurück. Da stand ein Eigner, der, selber in die Jahre gekommen, sein altes Schiff  nicht länger unterhalten konnte oder wollte. Denn es waren umfangreiche Reparaturen notwendig, um den Rumpf langfristig zu sichern. Also stand OLINE zum Verkauf. Nach vielen geplatzen Bemühungen fand sich tatsächlich einer, der sich Reparatur, Restaurierung und Infahrthaltung des Traditionsseglers zutraute. Aber was immer er tat, es war zu wenig oder manchmal nicht wirklich geeignet, um das Projekt vorwärts zu bringen. Dazu kamen Seeunfälle, die dem ohnehin geschwächten Rumpf weiter schadeten. Zuletzt musste er das Schiff aus dem Museumshafen verlegen, in dem es einige Jahre seinen Liegeplatz hatte.
Mit dem alten Schiff ging es weiter bergab, auch wenn immer wieder einmal daran etwas gearbeitet wurde. Das Ende war absehbar, als vor zwei Wochen die Feuerwehr anrücken musste, um den Rumpf mit Pumpen vor dem Absaufen zu bewahren. Jetzt kam Sturmtief Benjamin und drückte während der Nacht mit Starkwind und Sturmböen das Wasser der Förde in den Hafen. Die Wellen haben in der Förde bei der nördlichen Windrichtung den längsten möglichen Anlauf. Das erzeugt im Hafen einen starken Schwell. Der lässt die großen Schiffe schaukeln, während die kleinen auf den Wellen tanzen. OLINE bekam die dynamische Belastung in der denkbar ungünstigsten Position zu spüren: Winddruck und Wellenstoß genau von der ungeschützten Seite an einer harten Stahlwand mit untauglichen Fendern abgefedert. Der marode Rumpf des alten Seglers wurde dauernd hart gegen Ponton gestoßen. Durch jahrelange Verwahrlosung geschwächt, war er mittlerweile soweit zermürbt, dass die ohnehin schon zu weit gewordenen Plankennähte unter der dünnen Plastikplane dem mechanischen Druck nachgeben mussten. "Ein Glück, dass die Pumpen von der Feuerwehr noch an Bord sind", mag sich der Eigner getröstet haben. Als dann heute Morgen gegen sieben Uhr der Strom ausfiel, war es mit dem Trost und auch mit OLINE zuende.

Wie in anderen, ähnlichen Fällen hat auch OLINE in den Tagen vor ihrem endgültigen Ende den Besitzer gewechselt.

Vom Deck ist Gerümpel aufgeschwommen
OLINE auf Grund 










Das sah so aus. Vermutlich ein Teil des Aufbaus. 
Mittags bargen Helfer Treibgut von OLINE.
Die Poller waren unter der Last zerissen.










Derweil steigt das Wasser im Hafen weiter
Unterm Krahn schwimmt ein Tank

05.01.19 Abendhimmel über Flensburg

Kaum zu glauben, dass für morgen trübes Wetter angesagt ist. Der Abendhimmel ("Abendrot Gutwetterbot") verspricht das Gegenteil. Mal sehen, wer Recht behält.














Heute gegen 17:00 Uhr














P.S.: Tags drauf war es trüb und nass. Diese Runde ging also an die amtlichen Wetterfrösche.

05.01.19 Träume und Schäume

Im Wartesaal zum großen Glück
Da warten viele, viele Leute
Die warten seit gestern auf das Glück von morgen
Und leben mit Wünschen von übermorgen
Und vergessen, es ist ja noch heute
Tja, die armen Leute


(Text Walter Andreas Schwarz)


Gestern kam die Meldung vom drohenden Untergang des Dreimasters SEEADLER herein, der in Friedrichstadt nach jahrelanger Verwahrlosung zu sinken droht. Schon 2015 fassten die Husumer Nachrichten die Situation so zusammen: "Bäume und Gras an Deck". Vorgestern musste die Feuerwehr mit starken Pumpen anrücken, um den Rumpf zu stabilisieren. Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe ähnlicher Havarien, über die wir in den letzten Jahren berichteten. Wir erinnern uns an NINIVE, RAKEL, DAGNY, ROLAND von BREMEN, GIDDY UP. Auch das Ende der LILLE BJØRN, die zu Hälfte abgewrackt bei der Museumswerft in Flensburg liegt, gehört in diese Reihe. Und in allen Fällen gab es bis zur letzten Minute große Träume von der Zukunft auf und mit dem Schiff. 
Bei der Museumswerft bahnt sich jetzt auch das Ende der 140 Jahre alten Handelskvase OLINE an, die seit ihrer Ankunft in Flensburg vor nun bald sechs Jahren ihrem Ende entgegendämmert. Nach ein paar Jahren als Gast im Museumshafen wurde sie auf die Wasserfläche der Museumswerft verholt, wo auch schon die Hulken der WILHELMSHAFEN, MARIE und der LILLE BJØRN vor sich hin rotten. Vor ein paar Tagen hatte nun auch OLINE Besuch von der Feuerwehr. Die war angerückt, weil das Schiff zu sinken drohte. Jetzt wurde sie an einen anderen Liegeplatz verholt, wo sie von Pumpen über Wasser gehalten wird. Der neue Liegeplatz ist mal gerade "um die Ecke" auf der anderen Seite des großen Pontons, an dem sie bislang schon angeleint war. Jetzt aber auf der Nordseite, wo sie bei den hier gefürchteten NE-Stürmen vollkommen ungeschützt im Schwell liegen wird. Ein Schelm, der hierbei Arges denkt.
Schade um das Schiff. Es hätte ein besseres Schicksal verdient. Immerhin ist es (noch) das älteste Segelschiff auf der Ostsee. 


--- bekommt das zu sehen
Wer dem Wegweiser nach OLINE folgt ...

02.01.19 Land unter

Bilder und Szenen vom Hochwasser, heute gefilmt und fotografiert von Harald Harpke:





Am Hafen gesichtet

Helfer im Einsatz
Retter unterwegs













Hoch und trocken
Hoch, nicht trocken



















Alle Fotos © Harald Harpke