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14.07.19 Was sonst noch dampft

Dies könnte der längste Beitrag zum Dampf Rundum werden, aber wir wollen uns aber kurzfassen beim Bericht über alles was es sonst noch rum den Hafen zu sehen gab .

Dampfpinassen
Tuckernd wie eine alte Tretnähmaschine kommt ein Boot mit Schornstein und zwei Mann an Bord die Kaikante entlang gefahren. "So klein und schon ein Dampfer!" freut sich eine Passantin. Als Antwort tutet es hoch und laut. Am Schwimmsteg der "Klassischen Yachten" treffen wir den Winzling wieder. Dort quirlen noch ein paar andere Artgenossen das graugrüne Hafenwasser.










Modellbau
im Hof hinter dem Schifffahrtsmuseum geht dem Schiffsmodellbauer das Herz auf.
Auf dem Platz davor puffelt das Modell eines Dampflastwagens über das Straßenpflaster. Er hat - natürlich - Kohle geladen. Schließlich braucht der Kessel genügend Nachschub.
Dampfmaschinen in allen Größen unter Maßstab 1:1, die kleinsten könnten in eine Walnusschale passen. Auch eine Dampflokomotive ist uns aufgefallen. Der Fahrstand ist so klein, dass  Fingerspitzen gerade so eben die Dampfventile erreichen und drehen können! Aber dann setzen sich die Schubstangen in Bewegung und die Räder drehen sich. Und dazu die Hafenanlage der "Kaiserlichen Marine", seit Jahren ein Höhepunkt im Landprogramm des Dampf Rundum, mit ferngesteuerten Modellschiffen in einer historischen Hafenumgebung des späten 19. Jahrhunderts. Alles im selben Maßstab. Krane beladen Schiffe, Hunde laufen über das Kai und ein Linienschiff gleitet von einer Helling ins Wasser. Allein in diesem Teil der Ausstellung hätten wir Stunden verbringen können!







Landmaschinen
Wir können unsere Blicke nur mühsam von dem kleinen Dampf-LKW losreissen. Aber da stürmt gerade der Dampfbus der Firma Stanley über die Schiffbrücke und hinterlässt große Dampfschwaden. Bei seinem Tempo kann er im normalen Sonntagsverkehr munter mithalten. Er fährt Richtung Hafenspitze. Auf dem Platz ist ein mobiles Sägewerk in Aktion. Eine Dampf-Lokomobile treibt eine Horizontalgattersäge über lange Transmissionsriemen aus Leder. Die schneidet aus dicken Baumstämmen Bretter. Mit sowas könnte man prima Planken für Holzschiffe machen. Während dessen verlangt ein Dampf-Traktor freie Fahrt. Auf dem meterhohen Fahrstand ein stämmiger Maschinist. Der steuert die Dampfmaschine und eine junge Frau. Sie ist für die Lenkung zuständig. Die Vorderachse wird an einem zentralen Scharnier gedreht, wenn die Steuerfrau an einem Kurbelrad dreht. Servolenkung ist hier nicht vonnöten, eIn bisschen Muskelfett aber schon. Zwei prachtvoll herausgeputzte Lokomobile glänzen in tadelloser Lackierung, kunstvoller Bemalung und mit glanzpoliertem Messing. Ob die wohl früher mal auf Jahrmärkten eingesetzt waren?

Uns was lernen wir dabei?
Hier sind auch viele Kinder und junge Erwachsene unterwegs. Wir sehen so häufig wie sehr Smartphones diese Altersgruppe interessiert und lesen so oft von Problemen, sie statt dessen für die alte Technik zu begeistern. Nun sehen wir einen jungen Mann, der das realistische Modell einer historischen Dampfmaschine betrachtet. Vielleicht können wir von ihm erfahren, ob er so ein Modell einem Smartphone neuester Generation vorziehen würde? "Natürlich" kommt die spontane Antwort. " Auf unseren Kommentar, jetzt müssten wir wohl unser Bild von "der Jungend" radikal überdenken erfahren wir, dass sein Großvater Maschinist auf einem Teilnehmer beim Dampf Rundum ist. Na, dann ist das ja kein Wunder.
Faszit: Wenn Alte für eine gute Sache brennen, können sie in den Jungen eine Flamme entzünden.

Und dann noch das Feuerwerk
Hat zwar nicht gedampft, war aber trotzdem sehenswert.



13.07.19 Das Dampferrennen

Müssten wir uns entscheiden, beim diesjährigen Dampf Rundum würden den Wettstreit der Dampfer zum ultimativen Höhepunkt der Veranstaltung erklären. Es war nicht einfach überhaupt Karten zu bekommen, aber mit Beharrlickeit und Spürsinn kamen wir doch noch auf das anscheinen sorgsam versteckte Buchungsportal. Das Schiff unserer Wahl in diesem Jahr: SCHAARHÖRN. 



SCHAARHÖRN, unser Favorit 2019
In letzter Minute hat sogar Petrus versucht, uns das Erlebnis zu vermiesen. Dichte Regenschauer setzen die Schiffbrücke unter Wasser und die Besucher der Hafenmeile suchen unter Marktständen, bei den Open-Ship-Teilnehmern und auch Schirmen anderer Passanten Zuflucht. Aber nachmittags ist der Spuk nach Norwesten abgezogen und droht nur noch von ferne über dem Steilufer.










Skylight im Salon der SCHAARHÖRN
Vor dem Schiff mit den vielen Bezeichnung (Peil-, Bereisungs-, Senats- oder auch Staatsdampfer) haben sich schon eine halbe Stunde vor Termin zahlreiche Shiplover mit weißen Buchungsunterlagen in der Hand versammelt. Gefühlte statistische Mehrheit weiß, männlich, alt. Das ist in diesen Tagen schon mal eine Beobachtung wert, sagt man dieser Bevölkerungsgruppe in den Medien doch häufig nach, den Klimawandel zu leugnen. Vor den anderen Dampfern dasselbe Bild. Glücklicherweise weht der schwache Wind im Hafen aus nördlicher Richtung. So treiben die dunklen Rauchschwaden aus den Schornsteinen über das Wasser zur anderen Hafenseite, wo sie sich auflösen. "Von Feinstaub wollen wir heute mal nicht reden" hatte ein durchaus sympathisierender Post über das Dampf Rundum in Facebook getitelt und damit einen kleinen Shitstorm losgetreten. Also
lassen auch wir das einfach mal auf Seite. Schließlich gibt es für uns heute etwas Wichtigeres als Greta und Klima: Das Dampferrennen.

Jetzt ist es soweit. Auch die wenigen Smartphone- Süchtigen haben gemerkt, dass wir an Bord gehen dürfen. Die Reservierung vorweisen und wir sind, nur ein paar kleine Scherze später, schon an Bord. Der Salon ist nahezu verwaist; unser Innenohr signalisiert leichte Krängung nach Steuerbord. Tatsächlich, auf dem Seitendeck der Wasserseite haben sich erheblich mehr Passagiere
Senatsdampfer SCHAARHÖRN: jeder der zwölf
Senatoren hatte seinen Platz
versammelt. Ein Schiff nach dem anderen legt ab und schließlich kommen Kommandorufe in den Raum. Sie klingen wie "Achterleine und Mittschiffsleine los." Aha, wir werden in die Spring einfahren, um das Heck von der Schiffbrücke frei zu bekommen.

Hier gibt es schon eine Servolenkung - natürlich mit Dampf
Ein Blick aus den Salonfenstern zeigt: SCHAARHÖRN nimmt langsam Fahrt auf. Wäre nicht dieser Blick auf die langsam vorbeiziehenden Menschen auf dem Kai - kein Geräusch und keine Erschütterung hätte uns über die Bewegung informiert. Erst als wir später an Deck stehen, ist aus dem Maschinenraum ein leises rhythmisches Zischen zu hören. Später klingelt der Maschinentelegraph und das Zischen steigt an. In lockerer Geschwaderfahrt bewegen sich die jetzt noch heftiger qualmenden Schiffe in Richtung Ochseninseln, wo das Rennen in etwa einer Stunde beginnen wird, Hinter uns nähert sich der Schleppdampfer WOLTMAN. Er will wohl unsere Geschwindigkeit testen, aber dann wird er wieder langsamer und fällt auf sicheren Abstand zurück. Heute ist der Wind wirklich sehr schwach! Die wenigen Segelschiffe und -boote liegen bekalmt auf dem glatten Wasser. Der schwarzbraune Rauch der Dampfer steigt nahezu senkrecht hoch, nur vom Fahrtwind gebeugt. Die Gebäude der Marineschule in Mürwik werden sich bei diesem Bild an ihre Gründungstage erinnern, als sie Treffpunkt vieler Marineschiffe waren.
Vor den Ochseninseln wendet das Feld, verschlingen sich die Kurse der Teilnehmer- BUSSARD quert unseren Kurs, dreht ab.

Was für ein Unterschied zur Rumregatta! Hier gesittetes Gleiten, keine Schreie,  keine Drängelei vor dem Start. Das Feld nimmt die Startpositionen ein, bildet schließlich eine Linie. Jetzt liegen alle Schiffe ruhig nebeneinander. Dann ein lautes Hornsignal der ALEXANDRA, der Maschinentelegraph klingelt und schon kommt langsam zunehmend Fahrt in die SCHARHÖRN. Neben uns ALEXANDRA, anfangs etwas voraus, daneben STETTIN etwas zurück. Sie wird bald aufholen und dem ganzen Feld vorausfahren. Über die Bordlautsprecher kommt von der Brücke die Information: STETTIN wird wegen zu hoher Geschwindigkeit disqualifiziert. Ist doch schön, wenn der Humor bei dem Tempo noch mitkommt. Wieder klingelt der Maschinentelegraph, vermutlich sollen wir noch ein bisschen schneller werden. Und tatsächlich: Die Bugwelle macht jetzt ein scharf zischendes Geräusch wenn sie das Wasser zur Seite drückt und in breite Schaumstreifen verwandelt, die noch weit hinter uns den Kurs markieren. Noch immer ist keine Erschütterung zu spüren und kein Motorengeräusch zu hören. Nur das Zischen der Maschine ist jetzt hastiger geworden und klingt schon fast ein wenig zornig. Der Bordlautsprecher: "Wir machen 10,2 Knoten bei 350 Umdrehungen. Eigentlich wollten wir die Maschine mit 280 schonen, aber schließlich ist das hier doch ein Rennen!" Nun machen wir tatsächlich gegenüber ALEXANDRA langsam gut. Nur STETTIN ist für uns unerreichbar weit voraus. PRINZ HEINRICH schließt das Feld nach hinten ab. Das kommt davon, wenn der erste (STETTIN) 2200 PS auf die Welle bringt und der Letzte nur 200. Gemessen daran war das ein wirklich gutes, ein sportliches Rennen. Feuerschiff ELBE 1 markiert die Ziellinie. Geschafft! Pünktlich erreichen wir den Hafen.





Auch die Gastfreundschaft der gemeinnützigen Crew bleibt uns in guter Erinnerung. Nicht zu vergessen die wirklich leckeren Würstchen! Smut Norbert will an Bord keine Speisen aus der Dose dulden. "Das sind wir unseren Gästen schuldig". Die Würstchen kommen übrigens von seinem Schlachter. Und wir sagen herzlich Danke! Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Es war ein schönes Erlebnis auf dem schönen Schiff mit den vielen Bezeichnungen. Ach, ja auch das noch zum Schluß: Wir haben den Dritten Platz erreicht. Bei einer Olympiade wäre das Bronze. und am Montag schreibt das Flensburger Tageblatt, dass WOLTMAN, der Schleppdampfer aus Hamburg den ersten Platz gewonnen hat.

13.07.19 PRINZ HEINRICH aus der Nähe

Lange Zeit war die Gunst der Besucher des Dampf Rundum fest verteilt. Der eine schätzte ALEXANDRA, die andere SCHAARHÖRN. Egal ob sie oder BUSSARD, SKJELSKØR, STETTIN, WAL, oder WOLTMAN, alle hatten ihre eingeschworenen Liebhaberinnen und Liebhaber. In diesem Jahr ist mit dem Paket- und Personendampfer PRINZ HEINRICH ein neuer Kandidat erschienen. Wir haben uns an Bord umgesehen.


PRINZ HEINRICH
Homepage
Salon 1ster Klasse
Kurbelwelle der Backbordmaschine. Rechts ein Pleuel .
Der rote Kasten enthält Schmieröl für das Lager darunter.
Der erste Eindruck: Einfach aber très chic. Das liegt sicherlich auch an dem weißen Anstrich, er gibt dem Schiff mit der elegant geschwungenem Silhouette, verstärkt durch das lange Vorschiff und den niedrigen Decksaufbauten, jenen Stil, den man sonst nur bei klassischen Yachten findet. Wer da einst an Bord ging hat sich bestimmt schon ein bisschen besonders gefühlt. Dabei ist der Salon auf dem Hauptdeck - einst nur für die Passagiere erster Klasse - durchaus schlicht, aber auch zweckmäßig gestaltet. Wir erfahren, dass die Passage erster Klasse immer einschließlich Verpflegung angeboten wurde. Nicht ganz einfach für das "Personal", habe man doch alles auch bei Seegang aus der Kombüse einzeln heranschleppen müssen. Im übrigen fanden sich auf der Meyerwerft in Papenburg, von der das Schiff stammt, originale Unterlagen für die Restauration und Teile der Inneneinrichtung wurden dort auch im Rahmen einer Sponsorenaktion nachgebaut.  
Da müssen hin: Zur Kommandozentrale auf der Brücke

Auch wenn es es wichtig ist, der Wirkung von Stil und Design nachzuspüren - den Maschinenraum zu sehen ist absolutes Muss. Uns zieht es also unter Deck zu "den Maschinen". Es sind zwei, weil PRINZ HEINRICH ein Doppelschraubendampfer ist. Jede dieser beiden leistet etwa 100 PS, erfahren wir. Genaueres weiss man nicht. Als PRINZ HEINRICH im Jahr 2003 von Leeraner Enthusiasten vor dem verschrotten bewahrt wurde, hatten seine Dampfmaschinen schon längst Motoren weichen müssen. Glücklicherweise konnten in Schottland zwei dem Original bauähnliche Dampfmaschinen aufgetrieben werden werden und der passende Kessel war auch noch dabei. Ein Unterschied zum Original blieb dennnoch bestehen: Die Kessel werden jetzt nicht mehr mit Kohle, sondern mit Dieselöl befeuert. 
Nach dem Blick in Passagierbereich und in den Maschinenraum führt der Weg zur dritten Zentrale an Bord: Das Steuerhaus auf der Brücke. 

PRINZ HEINRICH ist als dampfgetriebenes Doppelschrauben Post- und Passagierschiff die letzte ihrer Art. Sie wurde im Jahr 2013 als nationales Kulturdenkmal anerkannt.

Alles in Allem ein sehr informativer Besuch an Bord. Aber besonderen Eindruck hat auch die sehr gastfreundliche ehrenamtliche Crew bei uns hinterlassen. Für Ihre Geduld und Bereitschaft es uns angenehm zu machen an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank.

Später erfahren wir im Internet noch interessante Details zur Geschichte des Schiffes PRINZ HEINRICH:
"Sie verkehrte in erster Linie zwischen Emden und Borkum und fuhr in beiden Weltkriegen als Versorger. 1953 in HESSEN umbenannt, wurde das Schiff 1958 von der Reeederei AG-Ems zum Motorschiff umgebaut. 1970 wurde es außer Dienst gestellt und als Museumsschiff „MISSISSIPPI“ für eine Überseeausstellung an die Trave nach Lübeck verkauft. Im Jahr 2002 wurde die Ausstellung in den „Teepott“ nach Warnemünde verkauft, das Schiff blieb in einem bedauernswerten Zustand im Rostocker Hafen zurück. Im Sommer 2003 kaufte der neu gegründete Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ e.V. ehemaliger Ems Borkum Dampfer von 1909" den alten Dampfer von einem Rostocker Geschäftsmann und schleppte ihn bei herrlichem Sonnenschein über Ost- und Nordsee, an Borkum vorbei durch den Dollart und über die Ems zurück nach Hause in seine ostfriesische Heimat nach Leer.Vom Verein sind große Anstrengungen unternommen worden, den hohen historischen Wert, die Schönheit, die besondere Bedeutung des Historischen Dampfers für unsere Heimatstadt Leer, für die Menschen und das Land an Ems und Dollart, gerade in der heutigen Zeit der Containerschiffe deutlich zu machen."

12.07.19 Dampf Rundum am Kai

Das Dampf Rundum ist auch vom Land aus gesehen spannend. Wir haben mittags einen Spaziergang an der Schiffbrücke gemacht. Da waren erst wenige Besucher unterwegs. So blieb genügend Zeit, Schiffe zu besuchen und dabei ein bisschen Stimmung einzufangen. 

PRINZ HEINRICH, der Passagier- und Postdampfer aus Lemmer, war erstmals zum Dampf Rundum nach Flensburg gekommen. Den haben wir etwas genauer angesehen. An der Hafenspitze haben wir eine Lokomobile entdeckt, die mit langen Transmissionsriemen eine Horizontalsäge antreibt.

Dann fesselte ein Omnibus gebaut von Stanley unser Interesse. Die US.amerikanische Firma war Anfang des vorigen Jahrhunderts mit Dampfkraftwagen bekannt geworden. An Stelle von Auspuffqualm strömte nur weißer Dampf aus dem Rohr und vom Motor war nichts zu hören - typisch für alle Dampfantriebe.

Leider war das Schifffahrtsmuseum heute wegen einer anderen Veranstaltung geschlossen. Bei früheren Veranstaltungen haben wir die Schau der Modellfahrzeuge und -dampfmaschinen gerne länger angesehen und dann vor allen Dingen die große Hafenlandschaft der "Kaiserlichen Marine".

Doch die Zeit ging auch so viel zu schnell vorbei. Und dann gab es später auch noch einen kräftigen Guss von oben. Doch schon vor dem großen Dampferrennen war der Spuk wieder vorbei. Ob Petrus auch ein Fan der alten Dampfer ist?


SKJELSKØR Personenfähre aus ROSKILDE
Pfeifenputzer auf SKJELSKØR












BUSSARD Tonnenleger aus Kiel
SCHAARHÖRN Staatsdampfer aus Kiel












Dampfeisbrecher STETTIN (li.) und WAL (re.)
PRINZ HEINRICH Personen- und Paketdampfer












PRINZ HEINRICH
Sonnendeck wenn's nicht regnet
PRINZ HEINRICH
Salon 1ster Klasse

PRINZ HEINRICH Brückendeck
PRINZ HEINRICH Ankerwinde 












STANLEY Dampfmobil
Lokomobil für Horizontal-Sägewerk












FODEN Dampkraftwagen (Modell)
Dampfbootfreunde bei der Sache












...am Regenhimmel ein heller Streifen in Sicht
Und dann kommt der Regen. aber bald kommt...













11.07.19 Ausflug auf WOLTMAN

Nebelnässen statt Regenschauer. Das Juliwetter als Kontrastprogramm zur Junihitze. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so, wenn man mit einem 115 Jahre alten Dampfschlepper unterwegs ist. Da kann es nämlich mächtig warm werden.

Das Foto entstand vorgestern. Da schien noch die Sonne
Freundliche Anmache vom Feinsten auf der Schiffbrücke. Vor uns hat ein alter
Dampfschlepper  festgemacht, Der hohe schwarze Schornstein hinter dem Ruderhaus aus Teakholz entlässt eine dünne graue Rauchfahne. Daneben zwei Große Windhutzen aus Kupfer, die das Feuer unter dem Kessel beständig mit Frischluft versorgen. Der schwarze Rumpf aus genieteten Blechplatten schwarz lackiert, die Aufbauten darüber glänzend weiß. Am Bug in großen Buchstaben der Name WOLTMAN.

Heute war es auch  unter der Plane trocken
Das alte Schiff wollen wir gerne mal bei einer Hafenrunde entlang der Schiffbrücke in
Nicht mehr Platz als nötig da unten 
Ruhe betrachten. Sein wortgewandter Bootsmann an der Gangway erkennt das Zögern unserer Schritte und lässt nicht locker, bis wir an Bord gehen. Nun denn. Schließlich wollten wir ja ohnehin mal mitfahren und Dampf Rundum ist ja auch nur alle zwei Jahre. Schon als wir den Fuß auf die Gangway setzen fühlen wir, wie es bei jedem Schritt etwas wärmer wird. Jetzt an Deck hören wir auch ein leises Zischen und beständiges Klicken. Das macht die "Speisewasserpumpe" wenn sie das Wasser im Kessel ersetzt, das mit dem Dampf verloren geht. Kaum zu hören bei dem Verkehrslärm hinter uns auf den Norderhofenden.
Außer uns sind noch zwei bis drei handvoll Passagiere an Deck. Junge und alte Frauen und Männer, ein paar Kinder. Und natürlich die ehrenamtliche Crew. freundlich und aufmerksam.
Ja, wir dürfen auch in den Maschinenraum, aber erst wenn der Schlepper in Fahrt ist. Warum? "Da ist es eng und vorher brauchen wir den Platz selber". Das leuchtet ein. Später, unten in der
Herzkammer des technischen Denkmals sehen wir, es ist tatsächlich
nicht viel Platz zum herumstehen. Nur so viel wie benötigt wird um Kohle durch die beiden Feuertüren unter den Kessel zu schaufeln und um die wichtigsten Teile der Dampfmaschine zu erreichen: Den Maschinentelegrafen und die Steuerung und die Manometer und die Schmierstellen, die jedes Gelenk versorgen und bestimmt noch viel mehr als wir auf einen Blick erkennen.





Diese Pfeife kann man nur hören, aber nicht rauchen
"Wenn wir tuten, müsst ihr euch die Ohren zuhalten" werden wir gewarnt. "Sonst bläst es euch den Rest vom dem weg, was ihr dazwischen noch übrig behalten habt". Nett gesagt und die Kinder bekommen Ohrenschützer aufgesetzt. Und tatsächlich ist das Dampfhorn unglaublich laut. Aber es gibt auch Entwarnung "Feinstaub gibt es bei uns nicht" werden wir beruhigt, "bei uns sind das noch echte Rußflocken". Na, dann ist ja alles gut.
WOLTMAN ist auch an Deck rauchfrei

Voraus kommt der Tonnenleger BUSSARD" aus Kiel in Sicht. Rasch gleitet er vorbei.

Der kleine Ausflug geht bis nach Kollund oder vor die Meierwik, je wie man will. Dann ein großer Bogen im kabbeligen Fördewasser und schon zeigt der Bug zurück nach Flensburg. Wer möchte, darf auch mal an das große Radruder aus Holz. Damit wird die Steuermaschine in Gang gesetzt. Ebenfalls mit Dampf angetrieben, bewegt sie die Steuerketten und -Stangen und letztlich auch das Ruderblatt unter dem Heck. Daneben moderne Navigationselektronik. Die ist vorgeschrieben, schließlich ist ja auch die Welt um den historischen Dampfer herum nicht stehengebleiben.
Nun gleiten wir schon in langsamer Fahrt das Bohlwerk entlang zurück zum Liegeplatz. Jetzt tönt die Dampfpfeife dreimal kurz "Maschine geht zurück!" und folgsam dreht das Heck nach Backbord in die Position zum Anlegen. Noch einmal klingelt der Maschinentelegraf. Wir sind wieder angekommen.

Auch wenn wir uns anfangs shanghait fühlten, hat uns der kleine Ausflug doch gut gefallen.

11.07.19 PRINZ HEINRICH

Heute Nachmittag kommt PRINZ HEINRICH, Post- und Passagierdampfer von 1909 als weiterer Teilnehmer des Dampf Rundum nach Flensburg.
Achtung: Die Abfahrtszeit in Langballigau ist um eine halbe Stunde auf 16:00 UHr vorgezogen worden!





Zur Einstimmung hier ein Video des Senders Hallo Niedersachsen. Wir haben es auf der Internetseite des Traditionsschiffs und wünschen eine gute Überfahrt von Langballigau nach Flensburg!

PRINZ HEINRICH
Video von Hallo Niedersachsen




10.07.19 Willkommen SCHARHÖRN!

Heute Nachmittag ist der vierte Teilnehmer des Dampferrennens beim diesjährigen Dampf Rundum eingetroffen: Der Staatsdampfer SCHARHÖRN aus Hamburg. 

Wer nicht in die Zukunft blicken kann um seine Vorfreude zu steigern, muss sich an schöne Erlebnisse in der Vergangenheit erinnern. Vor 14 Jahren hat Klaus Hildebrandt das Dampferrennen auf der Förde in seinem Video festgehalten:

Video: Klaus Hildebrandt (bitte Bild anklicken!)

Wir freuen uns, das Dampferrennen diesmal auf SCHARHÖRN mit zu erleben. Am Freitag geht's um 19:00 Uhr los und der Spaß soll bis 21:30 Uhr andauern. Jetzt muß nur noch das Wetter mitspielen, denn da könnte Petrus noch ein bisschen was dran tun. Auf jeden Fall nehmen wir eine Regenjacke mit.



09.07.19 Gute Nachricht

Am Freitag bleibt Flensburg der Zusammenprall zweier Welten erspart. Während die Jugend für ihre Zukunft demonstriert, erhält das Dampf Rundum vom Flensburger Klimarat Dispens in Sachen CO2. 


Dampfeisbrecher STETTIN lässt Dampf ab
In drei Tagen beginnt das große Fest der Dampftechnik. Schon sind die ersten großen Teilnehmer des Spektakels angekommen. Außer dem Salondampfer ALEXANDRA liegen jetzt zwei weitere Fossilien der Technik an der Schiffbrücke und ziehen die ersten Schaulustigen an. Dicke schwarze Rauchschwaden quellen aus den Schornsteinen der STETTIN, dem alten Eisbrecher, und der noch älteren WOLTMANN, ihres Zeichens HafenschlepperIn. In Zeiten der allgemeinen Klimahysterie nicht ganz frei von Sorgen wg. CO2, zumal der erste Tag des Nostalgie-Events samt Dampferrennen auf den Freitag fällt. Dieser Wochentag gehört neuerdings auch in Flensburg der CO2-Freiheit fordernden Jugend. Das Flensburger Tageblatt versucht diese Sorgen in einem Artikel zu zerstreuen und beruhigt schon in der Überschrift mit den Worten "Klimapakt gelassen". 
Gelassen - das ist ist lt. Wörterbuch "kühl und ruhig trotz ärgerlichen, unangenehmen Geschehens o. Ä.". Verschwiegen wird leider, was denn so ärgerlich sein soll an der Veranstaltung, die alle zwei Jahre zigtausend Menschen in die Stadt lockt, weil sie sich eben daran freuen, was der zitierte Klimapakt¹) nur gelassen hinzunehmen bereit ist. Nun zumindest ist er ja kühl und ruhig. Bei der für Freitag vorhergesagten Höchsttemperatur von 23 Grad kann man das ja noch gerade hinnehmen. Zudem sieht der zitierte Klaus Schrader auch "keine Mehrheit für Einschränkungen bei der beliebten (sic!) Hafenveranstaltung" weil er denkt "die Mehrheit freut sich auf das Dampf-Rundum". Da hat er wohl nicht so ganz unrecht. Laut Zeitung sieht er dem Treffen der Dampfer "gelassen entgegen" und wird mit den Worten zitiert "Es gibt keine Dauerbelastung wie durch den Straßenverkehr". (Andere Mehrheiten, die sich auf der Sraße gelegentlich an etwas klimarelevantem freuen, möchten auch gerne mal so viel Nachsicht. Aber das nur nebenbei.)
Da der Freispruch hauptamtlicher Klimaschützer nun also heute Morgen im Briefkasten angekommen ist, können die Teilnehmer des nostalgischen Technik-Spektakels in Ruhe, wenn auch nicht kühl, weiter ihre Kessel befeuern. Das ist doch schon mal eine gute Nachricht. Uns jedenfalls hat Dampftechnik seit frühester Kindheit fasziniert.   

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¹gemeint ist wohl der Flensburger Klimapakt, in dessen Impressum der Internetseite  Klaus Schrader genannt ist. Die Website nimmt am Programm "CO2-freie Webseite" teil. Allerdings nur bis zum 30.09.2019. wie wir derselben Seite entnehmen können. 

06.07.19 Dampf Rundum ad portas

Flensburg ist zum 14. Mal Ziel der Freunde historischer Dampftechnik. Dampfgetriebene Personenschiffe, Dienstfahrzeuge, Eisbecher, Pinassen und Lustboote auf dem Wasser, Lokomobile, Dampfwalzen und Maschinenmodelle aller Maßstäbe an Land laden am Flensburger Hafen zu einem Besuch.




Zur Einstimmung: Video vom  der Seite der Historischer Hafen Flensbug gGmbH

An allen Veranstaltungstagen können die Schiffe besichtigt und im Wortsinn "erfahren" werden. 
Einer der Höhepunkte ist das traditionelle Dampferrennen. Hierbei geben die Heizer vor den glühend heissen Feuertüren wieder alles um auch die letzte Pferdekraft aus den Dampfmaschinen herauszuholen, schaufeln tonnenweise Kohlebrocken auf die rotglühenden Roste bis der Hafen und die Förde in Wolken von fett-schwarzen Qualm verschwinden. Den Männern vor den Kesseln rinnt der Schweiß in  Strömen über ihre rußgeschwärzten Gesichter und Mineralwasser rinnt literweise durch die durstigen Kehlen. Jetzt rasseln Maschinentelegrafen zum Ventile öffnen und schimmernde Pleuel stoßen Kurbelwellen kraftvoll geschmeidig bis zu wirbelnder Umdrehung. "Volle Kraft voraus!" Öler aus Messing und Glas tropfen Gelbschimmerndes auf Gleitflächen von Wellen, Bolzen, Schiebern. Bald zittern Zeiger der Manometer zur roten Markierung.  Jetzt heißt es Druck halten, schaufeln, schaufeln, schaufeln und Wettbewerbern keinen Meter schenken. Die eisernen Rümpfe beben während Schiffschrauben das Heckwasser zu quirligem Schaum schlagen und -zig Tonnen schwere Stahlkolosse mit höchster Kraft zur Ziellinie treiben. Wer nicht auf einem der Kolosse mitfahren kann, tröstet sich mit einem Blick von Land auf das Spektakel auf der Förde. Auch ein Besuch im Schifffahrtsmuseum lohnt. Dort werden wieder Dampfmaschinenmodelle und die Mdellschau der "Kaiserlichen Marine" zu sehen sein. (Hier eine Erinnerung an frühere Veranstaltungen)  


Video: Tonnenleger BUSSARD auf Youtube

Dampfschlepper WOLTMANN und Schlepper WILLI, beide aus Hamburg haben als Gäste des Dampf Rundum heute schon an der Schiffbrücke festgemacht.

30.12.17 Rückspiegel

Es ist ein guter Brauch, das vergangene Jahr Révue passieren zu lassen bevor es im Dunkel der Erinnerungen versinkt.
Hier also die Themen, über die wir in den HAFENMELDUNGEN berichtet, fabuliert oder nur laut nachgedacht haben. Immer, wie versprochen, "unvollständig und subjektiv" weil aus persönlicher Sicht. Das gilt auch für diesen Rückblick. Was ist es wert, das es noch einmal in Erinnerung gerufen wird? Natürlich haben wir auch persönliche "Lieblinge" unter den Beiträgen. Das sind nicht immer die mit den meisten Lesern. Wie im übrigen Leben, sind es auch nicht nur Ereignisse, die wir für besonders wichtig halten. Doch sie sind nun mal passiert und wir haben berichtet. Es sei denn, sie gehörten in die Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen. Das ist eher etwas für den Küstenklatsch, also nichts für uns.

Manche Leser nutzen die HAFENMELDUNGEN als Archiv, insbesondere die Seiten mit den "Schiffsmeldungen", also der erfassten Schiffsbewegungen der letzten fünf Jahre. Sie werden besonders häufig aufgerufen. Und die registrierten "Klicks" wachsen ständig weiter an, wie auch die der Themenbeiträge. Vielleicht haben sie selber auch schon mal die Suchfunktion genutzt, in der sie sich Beiträge zu einem bestimmten Stichwort oder Datum oder Zeitabschnitt zusammenstellen können.
Hier sind also die Themen, die im jetzt ablaufenden Jahr 2017 das größte Interesse fanden. Wir wünschen viel Vergnügen beim Erinnern Stöbern!

Starkwind zur Apfelfahrt
Wen wundert's? Beiträge zum Thema Wetter sind in der Liste weit oben. Es hätten noch mehr sein können, hätten wir öfters über schlechtes Wetter berichtet. Und es war tatsächlich sehr oft nass und stürmisch. Nur, wen hätte es interessiert, wenn uns der häufige Regen aufs Gemüt schlug?  Glücklicherweise wurde die Kongelig Classic von der Sonne verwöhnt, woran der Bericht "Kaiserwetter zur Kongelig Classic" erinnert.
Wobei offen bleibt, ob das Interesse dem Wetter oder der Veranstaltung gilt. Denn auch Ankündigungen und Berichte von Hafenfesten  wurden besonders oft aufgerufen. Diesmal musste die Rum Regatta einem anderen Hafenfest den Vortritt überlassen:











Das Bohlwerk im Zeichen des Dampf Rundum
An die erste Stelle der Berichte über Hafenfeste rückte diesmal das alle zwei Jahre stattfindende Dampf Rundum.
Zum Treffen der großen und kleinen Dampf- und Motorschiffe mit seinem ebenfalls attraktiven Landprogramm erschienen mehrere Beiträge; "Auf dem Sonnendeck" wurde besonders oft gelesen. Die Artikel über die großen und kleinen Dampfmaschinen, -Barkassen und -Pinassen Lokomobile. ebenfalls. Nun kann man spekulieren, ob die Berichte wegen der Veranstaltung oder wegen der Schiffe, Boote oder Maschinen gelesen wurden.






Am 20. Februar kam ALEXANDRA zurück 
Dass dem Salondampfer ALEXANDRA besonderes Interesse galt, war abzusehen. Die alte Dame ist nun mal unangefochtene Lokalmatadorin und zudem in diesem Frühjahr nach einer langen und tief greifenden Reparatur in ihren Heimathafen zurück gekommen. Mittlerweile fährt sie wieder und die letzten Arbeiten am Innenausbau sind, wie man hört, auf gutem Weg.
Foto: Ostseezeitung
Über Havarien von Traditionsschiffen wollten sich ebenfalls viele Leser informieren.
Auch wenn keines mit Heimathafen Flensburg betroffen war, jeder Fall ist einer zuviel.  Wassersport hat seine besonderen Risiken und die sollten immer bedacht werden. So sieht es auch das zuständige Bundesministerium. Es hat eine Novelle zur Sicherheitsverordnung auf den Weg gebracht. Viele Betreiber von Traditionsschiffen liefen Sturm und malten das Bild von Hafenfesten ohne Traditionsschiffe. So sicherten sie sich die Unterstützung der Wirtschaftsministerien in den Küstenländern.



Dass Flensburger Hafen und -Förde als sehens- und liebenswerte Orte viele Menschen anziehen, wird niemanden überraschen. Dass auch die Leser der HAFENMELDUNGEN dazu gehören, freut uns ganz besonders. Wir hoffen auch künftig über Hafenspaziergänge und Ausflüge mit traditionellen Segelbooten berichten zu können. Schließlich haben wir dann auch was davon! Wer weiter weg wohnt oder arbeitet kann auf diese Weise ein wenig Förde- und Hafenluft schnuppern und sich auf den nächsten Besuch hier einstimmen- ob mit oder ohne Boot.




Alles für den Nachwuchs: Rettungswesten für die "Lütten"
Die Boote am Bohlwerk zeigen, wie Arbeitsboote früher ausgesehen haben. Sie müssen ständig sorgfältig gepflegt und repariert werden. Berichte über Wartung- und Instandhaltung sind nach wie vor oben auf der Rennliste.
Denn auch bei den Traditionsschiffen gilt der alte Grundsatz "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen gilt auch bei den alten Schiffen und Booten. Das macht die Suche nach geeignetem Nachwuchs" nicht immer ganz einfach. Erfreulich: das Projekt "GRETA" und die Lüttfischer im Museumshafen Flensburg.





Beliebt sind - wen wundert's? Berichte über das Leben und Treiben am Bohlwerk. Der Ort
verdankt seine Attraktivität ursprünglich den Tradiionsschiffen. Bieten sie doch im Sommer ein malerisches Bild von alten Segelschiffen, Arbeiten an Bord und mehr oder minder spannenden Manövern. Eine Ort für traditionelles maritimes Leben heute und für Begegnungen von Menschen aller möglichen Herkunft. Typisch Hafen. Gestern. heute und morgen hoffentlich auch!




10.07.17 Fernweh


Mit der SANDNES ist eines der schönsten norwegischen Passagierschiffe ihrer Zeit abgereist, zurück in ihre Heimat. Wie auch die anderen Teilnehmer des Dampf Rundum. Ihr Weg zurück ist jedoch bedeutend länger. In den letzten drei Tagen drängten sich die Besucher des großen Dampf-Festes in großer Zahl auf der Schiffbrücke und enterten auch das Motorschiff mit dem grünen Rumpf. Als sie heute Morgen den Hafen verließ und mit lauten Signalen "dreimal lang" verabschiedet wurde, wird mancher an Land für einen Moment in Gedanken mit auf die Reise gegangen sein.



10.07.17 Dampfflöhe

Kein Dampf Rundum ohne die kleinen Dampfboote, -barkassen und schaluppen. Halb Transportmittel, halb Spielzeug, berühren sie Herz und Verstand. Das Herz, weil sie klein sind, den Verstand, weil er alle Funktionen mit einem Blick aufnehmen kann. Was sich auf einem großen Dampfschiff erst nach einer längeren Exkursion durch den Schiffsraum erschließt, kann man auf einem der liebevoll "Dampfflöhe" genannten Kleinboote mit einem Blick erfassen. Bei den ganz kleinen sogar ohne den Kopf zu drehen. Kein Wunder, dass sie nicht nur die Gemüter der Erwachsenen ansprechen, sondern auch die der Kinder.
Auch diesmal waren auf dem Dampf Rundum rund ein halbes Dutzend dieser Dampfflöhe zu sehen, allesamt sowohl technisches Wunder-, als auch ästhetisches Kunstwerk.


Mit dem Ende des Dampf Rundum sind sie allesamt wieder aus dem Hafen verschwunden. Schade eigentlich. Gerade haben wir uns an sie gewöhnt.

09.07.17 Einmal abdampfen



Auch an Land gab es zum Thema "Dampf" viel zu sehen. Nur der angekündigte Dampfzug bekam schon vor Beginn des Dampf Rundum leider keine Reiseerlaubnis - wegen der sich anbahnenden Situation in Hamburg. Dennoch waren einige Dampffahrzeuge an Land zu sehen: Dampfwalzen, Lokomobile und eine eindrucksvolle Austellung unterschiedlicher Modell-Maschinen und - Fahrzeuge. Einige bleiben besonders im Gedächtnis, weil interessierte Fragen dazu mit sachkundigen Antworten belohnt wurden. Eine Abteilung im Hof des Schifffahrtsmuseums zeigte etliche Modelle von frühen Entwicklungsschritten der Dampftechnik. In einem kleinen Maschinenmodell steht der Kolben still, während sich der Zylinder bewegt. Das muss man mal gesehen haben! Und das Original ist tatsächlich vor dutzenden Jahren gebaut worden. Aber es war zu kompliziert und andere Konzepte setzten sich durch.

Wer käme heutzutage auf die Idee, Dampfenergie aus fossilen Brennstoffen neu einzuführen? Zu wenig effektiv, zu große Belastung für die Umwelt. Es macht neugierig zu sehen, was unsere Urenkel über die neuesten Konzepte von heute denken, wo wir gerade beginnen, das Internet auch mal etwas kritischer zu betrachten. Dagegen können vielleicht andere alte Konzepte aktuelle Probleme wirkungsvoll lösen. Beispielsweise sind sogenannte "Stirlingmotoren" im Modell zu sehen. Sie treiben ihre Kolben mit heißer Luft anstelle von Dampf und können auch durch Sonnenlicht beheizt werden. Ein idealer Antrieb für Brunnen in Afrika. Dieser Motor wurde schon 1818 erfunden.
Man kann nicht alles sehen, bereden und bedenken, was geboten ist. Aber ein Besuch des großen Hafenmodells der Modellfreunde der IG Kaiserliche Marine gehört zu den Hauptattraktionen der Ausstellung. Leider waren am Vormittag erst wenige Modelle in Aktion. Die Modelle im Maßstab 1:100 werden allesamt aus eigner Kraft individuell gesteuert. So wird ein großes Schiffsmodell von einem ensprechend viel kleineren Schlepper an seinen Liegeplatz bugsiert. Sogar das Manöver "Leine über" funktioniert ohne Eingriff von außen!.
Davon gibt es leider kein Video. Aber in der  Meldung vom 21.08.2012 "Kaisers kleine Welt" gibt es eines, das die Szenerie sehr schön illustriert.
Einer der Modellbauer zeigte voll (berechtigter!) Begeisterung ein U-Boot der Österreichischen Marine von etwa 25 cm Länge, das in Kürze selbsttätig ab- und wieder auftauchen wird. Das muss man alles einfach mal gesehen haben. Traurig stimmt uns die Antwort, wenn wir es um den Nachwuchs geht. "Das alles geht mit uns zuende" hören wir. Die jungen Leute hängen nur noch an ihrem Internet.
Inzwischen - es ist Mittag - sind die Landmaschinen vorgeheizt und so laufen Dampflokomobile leise zischend und schmatzend und zeigen, wie alte Arbeitsmaschinen über lange Transmissionsriemen angetrieben werden. Eine Horizontalsäge gibt es zu sehen, eine Presse für Briketts aus Torf und einen Steinbrecher, sozusagen eine Maschine zum Schottermachen. Ein kleines Mädchen will nicht mit der Mama weitergehen, will lieber noch die Maschinen ansehen. "Komm jetzt mit, das ist was für große Jungs", so die Mama. Das Thema Emanzipation hat eben viele Fazetten. Und das Thema Nachwuchs ebenso.

Wir leisten uns zum Abschluss eine Portion Vanielleeis mit Krokant. Zweifellos was für kleine Mädchen aber auch für große Jungs.


03.07.17 Vorbooten im Hafen

SWAN VESTA aus Flensburg
Das Foto verdanken wir Thomas Kähler
Es war keine Seebestattung - Die
Blumen schwammen zufällig ins
Bild.

Am Freitag beginnt die beliebte Biennale der Dampffahrzeuge in Flensburg. Das Dampf-Rundum lockt viele Lokomobile, Dampfwalzen, Dampfmaschinen groß und klein, eine Dampflokomotive und - wie könnte es in einer Hafenstadt anders sein - auch Dampfschiffe und Dampfboote in den echten Norden, dorthin wo er am echtesten, weil nördlichsten ist.
Ein Vorbote oder sollte man besser Vorboote sagen? Oder wegen der geringen Größe von einem Vorböötchen sprechen? Egal wie benannt, SWAN VESTA heisst das Frühwarngerät des kommenden Spektakels. Es wurde vorgestern zu Wasser gelassen, wo es anschließend eine Ehrenrunde drehte. Die führte es zum Liegeplatz des Salondampfers ALEXANDRA, der sozusagen Platzhirsch ist unter den Dampfschiffen der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung. Die beiden technischen Fossile werden nicht lange alleine bleiben. Wie in jedem anderen Veranstaltungsjahr zuvor werden die anderen Teilnehmer schon ein oder zwei Tage vor dem Beginn des Festivals in Flensburg erwartet.

Vorboten  an Land sind Anschlußkästen für die Versorgung mit elektrischem Strom entlang der Schiffbrücke. Denn nicht alle Schiffe und Boote erzeugen ihren Bedarf an Elektrizität selber. Dazu kommen die vielen Markt- und Unterhaltungsstände dazu auch noch die Gastronomie, sie alle müssen ebenfalls versorgt werden. 

01.07.17 Dampf Rundum in sechs Tagen

Die Zeit rast. Man lebt so vor sich hin und denkt nichts Böses - da kommt es hier in Flensburg schon wieder zu einem grandiosen Treffen von sehr großen bis sehr kleinen dampfgetriebenen Fahrzeugen zu Wasser und zu Land. Wer sich also zur Abwechslung mal rußgeschwängerten Rauch reinziehen möchte: Flensburg ist vom 07. bis 09. Juli eine gute Adresse für Tabakraucher auf Entzug. Glücklicherweise ist das Kraftfahrzeug- Bundesamt, derzeit mit Dieselruß-Problemen ausgelastet und nur für "Nicht-Schienengebundene-(Land)-Kraftfahrzeuge" zuständig.  Das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung für einen ungestörten Genuss der alten Technik. 
Wir sind immer um vollständige und aktuelle Berichte bemüht, können jedoch Videos aus nachvollziehbaren Gründen immer erst nach einer Veranstaltung präsentieren. Ersatzweise bieten wir eine Filmdokumentation des Traditionstreffens vor zwanzig Jahren an.





14.03.17 Auf nach Büsum

Quelle: Museumshafen Büsum
Soeben trudelte hier eine Einladung ein, die wir gerne weitergeben. Der Museumshafen Büsum veranstaltet auch in diesem Jahr wieder sein Oldtimertreffen. Wem also nach Rum Regatta, Robbe & Berking Sterlin Cup und Dampf Rundum die Zeit lang wird und auch mal gerne wieder Nordseeluft schnuppern möchte, findet hier einen interessanten Anlass, nach Büsum zu reisen:
"Vom 21. bis 23. Juli veranstalten wir wieder ein Treffen von historischen Wasserfahrzeugen im Rahmen der 114. Büsumer  Kutterregatta. Wie immer beginnen wir mit der Begrüßung der Skipper durch den Vorsitzenden des „Museumshafen Büsum e.V.“ und dem anschließendem obligatorischen Kapitäns-Frühstück am Samstagvormittag.  Der Höhepunkt ist das gemeinsame Auslaufen aller Schiffe zur großen Korsofahrt vor Büsums Küste am Samstag, wo die teilnehmenden Crews die Möglichkeit haben, Gäste mitzunehmen. Zum besseren Kennenlernen wollen wir mit Euch gemeinsam den Tag kulinarisch und stimmungsvoll ausklingen lassen. Auch am Sonntag besteht noch die Möglichkeit  mit Gästen hinauszufahren, um die große Büsumer Fischerflotte bei ihrer Kutterregatta zu begleiten. Außderdem startet in einer eigenen Klasse die 3. Büsumer Börtebootregatta. Darüber hinaus gibt es an den drei Tagen ein buntes Rahmenprogramm rund um den Büsumer Hafen, dem größten Fischereihafen an der schleswig-holsteinischen Westküste.
Büsum liegt, je nach Reiseweg über Land, zwischen 102 und 114 km SW-lich von Flensburg. Auf dem standesgemäßen Seeweg bietet sich die Route durch den Nord-Ostseekanal oder aber, für Leute ohne Zeitdruck, die Route über Skagerak und Nordsee an.
Noch was: Teilnehmende Gäste zahlen keine Strom-, Wasser- und Liegegebühren für ihr Boot, verrät das Plakat zur Einladung.

Kontakt:
Museumshafen Büsum
Danziger Str. 20
25761 Büsum
info@museumshafen-büsum.de

09.01.16 Termine, Termine!

Auch in diesem Jahr sind zahlreiche Veranstaltungen rund ums Bohlwerk und den Historischen Hafen geplant. Weitere werden folgen. Auch werden für einige Termine noch detaillierte Informationen erwartet. Neu in diesem Jahr sind drei Termine:

Neben den traditionellen Veranstaltungen wie beispielsweise die Rum-Regatta, samt Zubringer Regatten, die Apfelfahrt, die Kongelig Classic, gibt es in diesem Jahr nach langer Pause Anfang Juli wieder  die "Sail Flensburg". Alternierend mit der erst im nächsten Jahr wieder geplanten "Dampf Rundum", dem Treffen der großen und kleinen Dampferveteranen, hätte in diesem Jahr die "Flensburg Nautics" stattfinden sollen. Das ist Geschichte. Ab diesem Jahr nimmt Anfang Juli die "Sail Flensburg" ihren Platz ein.

Ein ganz besonderes Angebot für Groß und Klein machen die so genannten "Lüttfischer" an Große und Kleine, die gerne mal in den Jollen des Museumshafens mitsegeln möchten. Für sie gibt es dazu zwischen der Rum-Regatta und der Apfelfahrt an jedem Mittwoch  ab 16.00 Uhr Gelegenheit. Einfach mal reinschauen!

Die Termine des Flensburger Schifffahrtsmuseums sind noch nicht vollständig, sie werden meist in monatlichem Rhythmus festgelegt.

Neu und für die nächsten Jahre einzig ist am 27. Februar das Schifffahrtsmuseum Flensburg Gastgeber des "Wintertreffen der Gaffelfreunde". Hier geht es in diesem Jahr wieder einmal darum, Jugend (jeden Alters) in und auf die Schiffe zu bekommen. Auch hier sind Gäste willkommen.

Und hier geht's zur aktuellen Terminübersicht in den HAFENMELDUNGEN

03.12.15 Große kleine Flotte

Ein blick auf die Sammlung in ihren Transportbehältern.
Das Segelschiff rechts oben ist DORIS BRODERSEN, das
von der FSG gebaute Schiff
Heute Vormittag erhielt das Schiffahrtsmuseum ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Es hätte auch die Augen kleiner Kinder zum Strahlen gebracht. Heute musste es mit dem Leuchten in den Augen meist  älterer Damen und Herren vorlieb nehmen. Gunter Baumann, ein ex-Flensburger aus Mannheim, brachte eine ganz besondere Sammlung von Modellschiffen als Dauerleihgabe für vorerst zehn Jahre. Sie soll die Abteilung zum Thema "Schiffbau in Flensburg" ergänzen.
Die Sammlung zeigt eine eindrucksvolle Vielfalt unterschiedlicher
Schiffstypen, alle sind  mit ihrer Baunummer versehen.
Auch ganz kleine Schiffe sind  in der Sammlung vertreten
Die Sammlung: Das sind 135 Miniaturmodelle von Schiffen, die seit 1875 von der FSG (Flensburger Schiffbau Gesellschaft) gebaut wurden. Das erste, das Vollschiff DORIS BRODERSEN (Baunummer 4), ist voll getakelt nur etwa drei Zentimeter klein und doch so eindrucksvoll wie sein Original, das letzte hat die Baunummer 756. Alle Modelle hat Gunter Baumann auf dem Sammlermarkt zusammengetragen. Darunter sind viele von der Modellfirma WIKING. Sie stellte 1936 als erste Miniatur-Schiffsmodelle her und wurde damit schnell erfolgreich. Aber auch Modelle ausländischer Hersteller bereichern die Sammlung. Alle Schiffchen sind, mit einer Ausnahme, im Maßstab 1:1250 gefertigt. Auch damit setzte WIKING wortwörtlich einen Maßstab für die Modellbauwelt. In diesem Maßstab ist das Modell eines Schiffes von 100 Metern Länge nur acht Zentimeter lang. Dennoch wirken sie durch die präzise Form und Proportionen lebensecht. Das wurde vor dem zweiten Weltkrieg auch von der damaligen Kriegsmarine erkannt. Sie nutzte Modelle in diesem Maßstab für die Ausbildung von Piloten. Sie sollten lernen, im Einsatz beobachtete Schiffe verlässlich zu erkennen.  Dieser Zweck spielt heute, in Zeiten der Digitalisierung jedoch keine Rolle mehr. Die meisten Modelle dürfen heutzutage an erwachsene Sammler gehen. Der Bestand des Sammlers Baumann wird einige hundert Exemplare umfassen. Nur ein Modell mit Bezug zu Flensburg sucht er immer noch: Es ist die Flensburger LIBELLE aus dem Jahr 1934. Wer seine Wohnung danach durchsuchen möchte, muss gut hingucken. Das Modell ist keine zwei Zentimeter lang.

Ab dem Frühjahr soll die eindrucksvolle kleine Flotte im Schifffahrtsmuseum präsentiert werden. Sie wird dann voraussichtlich im Flur des zweiten Stockwerks im "Hinterhaus" in einer noch zu bauenden Vitrine in zeitlicher Folge aufgereiht zu sehen sein. Gunter Baumann hat das schon einmal für sich so angeordnet. "Man kann daran den Verlauf der Geschichte verfolgen: Wirtschaftswachstum, Krieg, und Handelsbeschränkungen haben ihre Spuren auch hier hinterlassen". So was sieht man doch gerne in einem Museum.
Gunter Baumann hat auch eine beeindruckende Sammlung von Dampfschiffen, auch im selben Maßstab. Die hat er schon früher zu einem Diorama eines Dampf-Rundum zusammengestellt. Was ihm noch fehlt, ist ein Verzeichnis aller Teilnehmer dieser wunderbaren Flensburger Veranstaltung seit Beginn im Jahr 1993. Vielleicht kann ihm einer unserer Leserinnen oder Lesern weiterhelfen?