Was geschieht denn nun genau auf der ALEXANDRA? Letzte Woche erfuhren wir, dass unter anderem das Deck erneuert werden muss. Heute Abend brachte der NDR im "Schleswig-Holstein Magazin" weitere Einzelheiten.
Wer es also gerne ein wenig genauer wissen möchte: Bitte HIER klicken. Der Beitrag zur ALEXANDRA beginnt bei fünf Minuten und 20 Sekunden. Sorry, einfacher geht es leider nicht. Also den Link aufrufen und im Video-Anzeigefeld den gewünschten Startpunkt einstellen.
Was wir interessant finden: Die Finanzierung der umfangreichen Sanierung wird ausschließlich durch Spenden gesichert. Respekt, Respekt!
Dieses Tagebuch wird für Liebhaber und Freunde traditioneller Segelschiffe geschrieben. Es gibt ausschließlich persönliche Eindrücke und Gedanken wieder. Daher ist es unvollständig und subjektiv. Für Irrtümer bitte ich um Nachsicht. Vielleicht findet ihr Zeit, einen Kommentar an die Mailanschrift in "Impressum/Kontakt" zu schreiben. Dafür schon im voraus herzlichen Dank! Alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.
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15.11.19 Wir ham's ja
Der nach jahrelanger Verwahrlosung in Bremerhaven gesunkene Frachtsegler SEUTE DEERN wird nun doch gerettet. Damit endet ein längeres Gezerre um die Zukunft dieses "Denkmals".
Als wenn das Geld wie Herbstlaub auf den Straßen läge. Der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag beschlossen, dass Mittel von nun insgesamt 46 Millionen Euro bereitgestellt werden, um den verrotteten Segler "Stück für Stück" zu erneuern. Dabei hatte zuvor ein Gutachter dem Stiftungsrat des Deutschen Schiffahrtsmuseums als Eigentümer einen "konstruktiven Totalschaden" bescheinigt.
Nebenan in Hamburg, war man bei der Wiederherstellung der Viermastbark PEKING vorsichtig genug, auf eine Totalrestauration zu verzichten und hat sich stattdessen mit einem "möglichst originalgetreuem" Zustand beschieden. Der Gesamtaufwand in diesem Fall: 35 Millionen vom Bund für ein immerhin noch schwimmfähiges Schiff.
Nun kann man solche Projekte sicherlich nicht eins-zu-eins vergleichen. Die Schiffe sind unterschiedlich groß, aus unterschiedlichem Material gebaut und im Zeitpunkt der Entscheidung auch in unterschiedlichen Zustand. Im Fall der SEUTE DEERN ist aber sicherlich der Umstand einmalig, dass dieses sog. Wahrzeichen von Bremerhaven vor den Augen der Verantwortlichen vergammelt ist, bis es schließlich als "konstruktiver Totalschaden" auf Tiefe ging.
Bleibt nur zu hoffen, dass der Haushaltsausschuss auch eine verantwortliche Trägerschaft für den Erhalt der wieder hergestellten SEUTEN DEERN beschlossen hat, die ihren Namen verdient. Sonst ist die Süsse bald wieder auf der schiefen Bahn. Aber davon ist leider nichts bekannt.
Vielleicht ging es bei der Entscheidung auch nicht primär um den Erhalt des Frachtseglers, sondern um "Gerechtigkeit". Darum, dass man glaubte nach der Zusage an "die Hamburger" jetzt auch "den Bremern" ein Schiff retten zu müssen. In dem Fall könnten wir Flensburger auch mit ein paar Rettungsschiffen aushelfen. Das eine oder andere ist auch schon mal oder immer noch abgesoffen. Meint etwa jemand, die wären zu billig für eine Entscheidung der Berliner? Kein Problem, wir können auch teuer. Und dass wir Schiffe vergammeln lassen können, ist auch bewiesen. Falls jetzt der Hinweis auf ALEXANDRA kommt: Falsches Beispiel! Das Schiff ist immer tipp-topp gepflegt, also absolut ungeeignet.
Als wenn das Geld wie Herbstlaub auf den Straßen läge. Der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag beschlossen, dass Mittel von nun insgesamt 46 Millionen Euro bereitgestellt werden, um den verrotteten Segler "Stück für Stück" zu erneuern. Dabei hatte zuvor ein Gutachter dem Stiftungsrat des Deutschen Schiffahrtsmuseums als Eigentümer einen "konstruktiven Totalschaden" bescheinigt.
Nebenan in Hamburg, war man bei der Wiederherstellung der Viermastbark PEKING vorsichtig genug, auf eine Totalrestauration zu verzichten und hat sich stattdessen mit einem "möglichst originalgetreuem" Zustand beschieden. Der Gesamtaufwand in diesem Fall: 35 Millionen vom Bund für ein immerhin noch schwimmfähiges Schiff.
Nun kann man solche Projekte sicherlich nicht eins-zu-eins vergleichen. Die Schiffe sind unterschiedlich groß, aus unterschiedlichem Material gebaut und im Zeitpunkt der Entscheidung auch in unterschiedlichen Zustand. Im Fall der SEUTE DEERN ist aber sicherlich der Umstand einmalig, dass dieses sog. Wahrzeichen von Bremerhaven vor den Augen der Verantwortlichen vergammelt ist, bis es schließlich als "konstruktiver Totalschaden" auf Tiefe ging.
Bleibt nur zu hoffen, dass der Haushaltsausschuss auch eine verantwortliche Trägerschaft für den Erhalt der wieder hergestellten SEUTEN DEERN beschlossen hat, die ihren Namen verdient. Sonst ist die Süsse bald wieder auf der schiefen Bahn. Aber davon ist leider nichts bekannt.
Vielleicht ging es bei der Entscheidung auch nicht primär um den Erhalt des Frachtseglers, sondern um "Gerechtigkeit". Darum, dass man glaubte nach der Zusage an "die Hamburger" jetzt auch "den Bremern" ein Schiff retten zu müssen. In dem Fall könnten wir Flensburger auch mit ein paar Rettungsschiffen aushelfen. Das eine oder andere ist auch schon mal oder immer noch abgesoffen. Meint etwa jemand, die wären zu billig für eine Entscheidung der Berliner? Kein Problem, wir können auch teuer. Und dass wir Schiffe vergammeln lassen können, ist auch bewiesen. Falls jetzt der Hinweis auf ALEXANDRA kommt: Falsches Beispiel! Das Schiff ist immer tipp-topp gepflegt, also absolut ungeeignet.
13.11.19 Nicht die Eisbahn
Wer auf der Schiffbrücke aus Richtung Nord kommend zur Eisbahn an der Hafenspitze eilt, sollte nicht zu früh abbiegen. Sie oder er könnte sonst herb enttäuscht werden. Unter dem weißen Zeltaubau steckt nämlich Salondampfer ALEXANDRA, schwimmendes Wahrzeichen Flensburgs.
Bevor wir lange über Zweck der Verkleidung spekulieren informiert Kapitän und Pressesprecher Günter Herrmann:
"Die alte Dame bekommt ein neues Deck und einen neuen Mast. Außerdem sind die Holzarbeiten am Decks- und Ruderhaus durch die Grundsanierung liegen geblieben. Also viel Arbeit für Crew und Fremdfirmen.Um die Arbeiten auch im Winter möglich zu machen wurde der Bereich großflächigeingeplant. Bis Ende März soll alles ferig sein."
Nun wissen wir's, und sagen artig "Danke!"
13.07.19 Das Dampferrennen
Müssten wir uns entscheiden, beim diesjährigen Dampf Rundum würden den Wettstreit der Dampfer zum ultimativen Höhepunkt der Veranstaltung erklären. Es war nicht einfach überhaupt Karten zu bekommen, aber mit Beharrlickeit und Spürsinn kamen wir doch noch auf das anscheinen sorgsam versteckte Buchungsportal. Das Schiff unserer Wahl in diesem Jahr: SCHAARHÖRN.
In letzter Minute hat sogar Petrus versucht, uns das Erlebnis zu vermiesen. Dichte Regenschauer setzen die Schiffbrücke unter Wasser und die Besucher der Hafenmeile suchen unter Marktständen, bei den Open-Ship-Teilnehmern und auch Schirmen anderer Passanten Zuflucht. Aber nachmittags ist der Spuk nach Norwesten abgezogen und droht nur noch von ferne über dem Steilufer.
Vor dem Schiff mit den vielen Bezeichnung (Peil-, Bereisungs-, Senats- oder auch Staatsdampfer) haben sich schon eine halbe Stunde vor Termin zahlreiche Shiplover mit weißen Buchungsunterlagen in der Hand versammelt. Gefühlte statistische Mehrheit weiß, männlich, alt. Das ist in diesen Tagen schon mal eine Beobachtung wert, sagt man dieser Bevölkerungsgruppe in den Medien doch häufig nach, den Klimawandel zu leugnen. Vor den anderen Dampfern dasselbe Bild. Glücklicherweise weht der schwache Wind im Hafen aus nördlicher Richtung. So treiben die dunklen Rauchschwaden aus den Schornsteinen über das Wasser zur anderen Hafenseite, wo sie sich auflösen. "Von Feinstaub wollen wir heute mal nicht reden" hatte ein durchaus sympathisierender Post über das Dampf Rundum in Facebook getitelt und damit einen kleinen Shitstorm losgetreten. Also
lassen auch wir das einfach mal auf Seite. Schließlich gibt es für uns heute etwas Wichtigeres als Greta und Klima: Das Dampferrennen.
Jetzt ist es soweit. Auch die wenigen Smartphone- Süchtigen haben gemerkt, dass wir an Bord gehen dürfen. Die Reservierung vorweisen und wir sind, nur ein paar kleine Scherze später, schon an Bord. Der Salon ist nahezu verwaist; unser Innenohr signalisiert leichte Krängung nach Steuerbord. Tatsächlich, auf dem Seitendeck der Wasserseite haben sich erheblich mehr Passagiere
versammelt. Ein Schiff nach dem anderen legt ab und schließlich kommen Kommandorufe in den Raum. Sie klingen wie "Achterleine und Mittschiffsleine los." Aha, wir werden in die Spring einfahren, um das Heck von der Schiffbrücke frei zu bekommen.
Ein Blick aus den Salonfenstern zeigt: SCHAARHÖRN nimmt langsam Fahrt auf. Wäre nicht dieser Blick auf die langsam vorbeiziehenden Menschen auf dem Kai - kein Geräusch und keine Erschütterung hätte uns über die Bewegung informiert. Erst als wir später an Deck stehen, ist aus dem Maschinenraum ein leises rhythmisches Zischen zu hören. Später klingelt der Maschinentelegraph und das Zischen steigt an. In lockerer Geschwaderfahrt bewegen sich die jetzt noch heftiger qualmenden Schiffe in Richtung Ochseninseln, wo das Rennen in etwa einer Stunde beginnen wird, Hinter uns nähert sich der Schleppdampfer WOLTMAN. Er will wohl unsere Geschwindigkeit testen, aber dann wird er wieder langsamer und fällt auf sicheren Abstand zurück. Heute ist der Wind wirklich sehr schwach! Die wenigen Segelschiffe und -boote liegen bekalmt auf dem glatten Wasser. Der schwarzbraune Rauch der Dampfer steigt nahezu senkrecht hoch, nur vom Fahrtwind gebeugt. Die Gebäude der Marineschule in Mürwik werden sich bei diesem Bild an ihre Gründungstage erinnern, als sie Treffpunkt vieler Marineschiffe waren.

Vor den Ochseninseln wendet das Feld, verschlingen sich die Kurse der Teilnehmer- BUSSARD quert unseren Kurs, dreht ab.
Was für ein Unterschied zur Rumregatta! Hier gesittetes Gleiten, keine Schreie, keine Drängelei vor dem Start. Das Feld nimmt die Startpositionen ein, bildet schließlich eine Linie. Jetzt liegen alle Schiffe ruhig nebeneinander. Dann ein lautes Hornsignal der ALEXANDRA, der Maschinentelegraph klingelt und schon kommt langsam zunehmend Fahrt in die SCHARHÖRN. Neben uns ALEXANDRA, anfangs etwas voraus, daneben STETTIN etwas zurück. Sie wird bald aufholen und dem ganzen Feld vorausfahren. Über die Bordlautsprecher kommt von der Brücke die Information: STETTIN wird wegen zu hoher Geschwindigkeit disqualifiziert. Ist doch schön, wenn der Humor bei dem Tempo noch mitkommt. Wieder klingelt der Maschinentelegraph, vermutlich sollen wir noch ein bisschen schneller werden. Und tatsächlich: Die Bugwelle macht jetzt ein scharf zischendes Geräusch wenn sie das Wasser zur Seite drückt und in breite Schaumstreifen verwandelt, die noch weit hinter uns den Kurs markieren. Noch immer ist keine Erschütterung zu spüren und kein Motorengeräusch zu hören. Nur das Zischen der Maschine ist jetzt hastiger geworden und klingt schon fast ein wenig zornig. Der Bordlautsprecher: "Wir machen 10,2 Knoten bei 350 Umdrehungen. Eigentlich wollten wir die Maschine mit 280 schonen, aber schließlich ist das hier doch ein Rennen!" Nun machen wir tatsächlich gegenüber ALEXANDRA langsam gut. Nur STETTIN ist für uns unerreichbar weit voraus. PRINZ HEINRICH schließt das Feld nach hinten ab. Das kommt davon, wenn der erste (STETTIN) 2200 PS auf die Welle bringt und der Letzte nur 200. Gemessen daran war das ein wirklich gutes, ein sportliches Rennen. Feuerschiff ELBE 1 markiert die Ziellinie. Geschafft! Pünktlich erreichen wir den Hafen.
Auch die Gastfreundschaft der gemeinnützigen Crew bleibt uns in guter Erinnerung. Nicht zu vergessen die wirklich leckeren Würstchen! Smut Norbert will an Bord keine Speisen aus der Dose dulden. "Das sind wir unseren Gästen schuldig". Die Würstchen kommen übrigens von seinem Schlachter. Und wir sagen herzlich Danke! Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Es war ein schönes Erlebnis auf dem schönen Schiff mit den vielen Bezeichnungen. Ach, ja auch das noch zum Schluß: Wir haben den Dritten Platz erreicht. Bei einer Olympiade wäre das Bronze. und am Montag schreibt das Flensburger Tageblatt, dass WOLTMAN, der Schleppdampfer aus Hamburg den ersten Platz gewonnen hat.
| SCHAARHÖRN, unser Favorit 2019 |
| Skylight im Salon der SCHAARHÖRN |
lassen auch wir das einfach mal auf Seite. Schließlich gibt es für uns heute etwas Wichtigeres als Greta und Klima: Das Dampferrennen.
Jetzt ist es soweit. Auch die wenigen Smartphone- Süchtigen haben gemerkt, dass wir an Bord gehen dürfen. Die Reservierung vorweisen und wir sind, nur ein paar kleine Scherze später, schon an Bord. Der Salon ist nahezu verwaist; unser Innenohr signalisiert leichte Krängung nach Steuerbord. Tatsächlich, auf dem Seitendeck der Wasserseite haben sich erheblich mehr Passagiere
| Senatsdampfer SCHAARHÖRN: jeder der zwölf Senatoren hatte seinen Platz |
| Hier gibt es schon eine Servolenkung - natürlich mit Dampf |
Was für ein Unterschied zur Rumregatta! Hier gesittetes Gleiten, keine Schreie, keine Drängelei vor dem Start. Das Feld nimmt die Startpositionen ein, bildet schließlich eine Linie. Jetzt liegen alle Schiffe ruhig nebeneinander. Dann ein lautes Hornsignal der ALEXANDRA, der Maschinentelegraph klingelt und schon kommt langsam zunehmend Fahrt in die SCHARHÖRN. Neben uns ALEXANDRA, anfangs etwas voraus, daneben STETTIN etwas zurück. Sie wird bald aufholen und dem ganzen Feld vorausfahren. Über die Bordlautsprecher kommt von der Brücke die Information: STETTIN wird wegen zu hoher Geschwindigkeit disqualifiziert. Ist doch schön, wenn der Humor bei dem Tempo noch mitkommt. Wieder klingelt der Maschinentelegraph, vermutlich sollen wir noch ein bisschen schneller werden. Und tatsächlich: Die Bugwelle macht jetzt ein scharf zischendes Geräusch wenn sie das Wasser zur Seite drückt und in breite Schaumstreifen verwandelt, die noch weit hinter uns den Kurs markieren. Noch immer ist keine Erschütterung zu spüren und kein Motorengeräusch zu hören. Nur das Zischen der Maschine ist jetzt hastiger geworden und klingt schon fast ein wenig zornig. Der Bordlautsprecher: "Wir machen 10,2 Knoten bei 350 Umdrehungen. Eigentlich wollten wir die Maschine mit 280 schonen, aber schließlich ist das hier doch ein Rennen!" Nun machen wir tatsächlich gegenüber ALEXANDRA langsam gut. Nur STETTIN ist für uns unerreichbar weit voraus. PRINZ HEINRICH schließt das Feld nach hinten ab. Das kommt davon, wenn der erste (STETTIN) 2200 PS auf die Welle bringt und der Letzte nur 200. Gemessen daran war das ein wirklich gutes, ein sportliches Rennen. Feuerschiff ELBE 1 markiert die Ziellinie. Geschafft! Pünktlich erreichen wir den Hafen.
Auch die Gastfreundschaft der gemeinnützigen Crew bleibt uns in guter Erinnerung. Nicht zu vergessen die wirklich leckeren Würstchen! Smut Norbert will an Bord keine Speisen aus der Dose dulden. "Das sind wir unseren Gästen schuldig". Die Würstchen kommen übrigens von seinem Schlachter. Und wir sagen herzlich Danke! Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Es war ein schönes Erlebnis auf dem schönen Schiff mit den vielen Bezeichnungen. Ach, ja auch das noch zum Schluß: Wir haben den Dritten Platz erreicht. Bei einer Olympiade wäre das Bronze. und am Montag schreibt das Flensburger Tageblatt, dass WOLTMAN, der Schleppdampfer aus Hamburg den ersten Platz gewonnen hat.
13.07.19 PRINZ HEINRICH aus der Nähe
Lange Zeit war die Gunst der Besucher des Dampf Rundum fest verteilt. Der eine schätzte ALEXANDRA, die andere SCHAARHÖRN. Egal ob sie oder BUSSARD, SKJELSKØR, STETTIN, WAL, oder WOLTMAN, alle hatten ihre eingeschworenen Liebhaberinnen und Liebhaber. In diesem Jahr ist mit dem Paket- und Personendampfer PRINZ HEINRICH ein neuer Kandidat erschienen. Wir haben uns an Bord umgesehen.
Der erste Eindruck: Einfach aber très chic. Das liegt sicherlich auch an dem weißen Anstrich, er gibt dem Schiff mit der elegant geschwungenem Silhouette, verstärkt durch das lange Vorschiff und den niedrigen Decksaufbauten, jenen Stil, den man sonst nur bei klassischen Yachten findet. Wer da einst an Bord ging hat sich bestimmt schon ein bisschen besonders gefühlt. Dabei ist der Salon auf dem Hauptdeck - einst nur für die Passagiere erster Klasse - durchaus schlicht, aber auch zweckmäßig gestaltet. Wir erfahren, dass die Passage erster Klasse immer einschließlich Verpflegung angeboten wurde. Nicht ganz einfach für das "Personal", habe man doch alles auch bei Seegang aus der Kombüse einzeln heranschleppen müssen. Im übrigen fanden sich auf der Meyerwerft in Papenburg, von der das Schiff stammt, originale Unterlagen für die Restauration und Teile der Inneneinrichtung wurden dort auch im Rahmen einer Sponsorenaktion nachgebaut.
Auch wenn es es wichtig ist, der Wirkung von Stil und Design nachzuspüren - den Maschinenraum zu sehen ist absolutes Muss. Uns zieht es also unter Deck zu "den Maschinen". Es sind zwei, weil PRINZ HEINRICH ein Doppelschraubendampfer ist. Jede dieser beiden leistet etwa 100 PS, erfahren wir. Genaueres weiss man nicht. Als PRINZ HEINRICH im Jahr 2003 von Leeraner Enthusiasten vor dem verschrotten bewahrt wurde, hatten seine Dampfmaschinen schon längst Motoren weichen müssen. Glücklicherweise konnten in Schottland zwei dem Original bauähnliche Dampfmaschinen aufgetrieben werden werden und der passende Kessel war auch noch dabei. Ein Unterschied zum Original blieb dennnoch bestehen: Die Kessel werden jetzt nicht mehr mit Kohle, sondern mit Dieselöl befeuert.
Nach dem Blick in Passagierbereich und in den Maschinenraum führt der Weg zur dritten Zentrale an Bord: Das Steuerhaus auf der Brücke.
PRINZ HEINRICH ist als dampfgetriebenes Doppelschrauben Post- und Passagierschiff die letzte ihrer Art. Sie wurde im Jahr 2013 als nationales Kulturdenkmal anerkannt.
Alles in Allem ein sehr informativer Besuch an Bord. Aber besonderen Eindruck hat auch die sehr gastfreundliche ehrenamtliche Crew bei uns hinterlassen. Für Ihre Geduld und Bereitschaft es uns angenehm zu machen an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank.
Später erfahren wir im Internet noch interessante Details zur Geschichte des Schiffes PRINZ HEINRICH:
![]() |
| PRINZ HEINRICH Homepage |
| Salon 1ster Klasse |
| Kurbelwelle der Backbordmaschine. Rechts ein Pleuel . Der rote Kasten enthält Schmieröl für das Lager darunter. |
| Da müssen hin: Zur Kommandozentrale auf der Brücke |
Auch wenn es es wichtig ist, der Wirkung von Stil und Design nachzuspüren - den Maschinenraum zu sehen ist absolutes Muss. Uns zieht es also unter Deck zu "den Maschinen". Es sind zwei, weil PRINZ HEINRICH ein Doppelschraubendampfer ist. Jede dieser beiden leistet etwa 100 PS, erfahren wir. Genaueres weiss man nicht. Als PRINZ HEINRICH im Jahr 2003 von Leeraner Enthusiasten vor dem verschrotten bewahrt wurde, hatten seine Dampfmaschinen schon längst Motoren weichen müssen. Glücklicherweise konnten in Schottland zwei dem Original bauähnliche Dampfmaschinen aufgetrieben werden werden und der passende Kessel war auch noch dabei. Ein Unterschied zum Original blieb dennnoch bestehen: Die Kessel werden jetzt nicht mehr mit Kohle, sondern mit Dieselöl befeuert.
Nach dem Blick in Passagierbereich und in den Maschinenraum führt der Weg zur dritten Zentrale an Bord: Das Steuerhaus auf der Brücke.
PRINZ HEINRICH ist als dampfgetriebenes Doppelschrauben Post- und Passagierschiff die letzte ihrer Art. Sie wurde im Jahr 2013 als nationales Kulturdenkmal anerkannt.
Alles in Allem ein sehr informativer Besuch an Bord. Aber besonderen Eindruck hat auch die sehr gastfreundliche ehrenamtliche Crew bei uns hinterlassen. Für Ihre Geduld und Bereitschaft es uns angenehm zu machen an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank.
Später erfahren wir im Internet noch interessante Details zur Geschichte des Schiffes PRINZ HEINRICH:
"Sie verkehrte in erster Linie zwischen Emden und Borkum und fuhr in beiden Weltkriegen als Versorger. 1953 in HESSEN umbenannt, wurde das Schiff 1958 von der Reeederei AG-Ems zum Motorschiff umgebaut. 1970 wurde es außer Dienst gestellt und als Museumsschiff „MISSISSIPPI“ für eine Überseeausstellung an die Trave nach Lübeck verkauft. Im Jahr 2002 wurde die Ausstellung in den „Teepott“ nach Warnemünde verkauft, das Schiff blieb in einem bedauernswerten Zustand im Rostocker Hafen zurück. Im Sommer 2003 kaufte der neu gegründete Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ e.V. ehemaliger Ems Borkum Dampfer von 1909" den alten Dampfer von einem Rostocker Geschäftsmann und schleppte ihn bei herrlichem Sonnenschein über Ost- und Nordsee, an Borkum vorbei durch den Dollart und über die Ems zurück nach Hause in seine ostfriesische Heimat nach Leer.Vom Verein sind große Anstrengungen unternommen worden, den hohen historischen Wert, die Schönheit, die besondere Bedeutung des Historischen Dampfers für unsere Heimatstadt Leer, für die Menschen und das Land an Ems und Dollart, gerade in der heutigen Zeit der Containerschiffe deutlich zu machen."
09.07.19 Gute Nachricht
Am Freitag bleibt Flensburg der Zusammenprall zweier Welten erspart. Während die Jugend für ihre Zukunft demonstriert, erhält das Dampf Rundum vom Flensburger Klimarat Dispens in Sachen CO2.
In drei Tagen beginnt das große Fest der Dampftechnik. Schon sind die ersten großen Teilnehmer des Spektakels angekommen. Außer dem Salondampfer ALEXANDRA liegen jetzt zwei weitere Fossilien der Technik an der Schiffbrücke und ziehen die ersten Schaulustigen an. Dicke schwarze Rauchschwaden quellen aus den Schornsteinen der STETTIN, dem alten Eisbrecher, und der noch älteren WOLTMANN, ihres Zeichens HafenschlepperIn. In Zeiten der allgemeinen Klimahysterie nicht ganz frei von Sorgen wg. CO2, zumal der erste Tag des Nostalgie-Events samt Dampferrennen auf den Freitag fällt. Dieser Wochentag gehört neuerdings auch in Flensburg der CO2-Freiheit fordernden Jugend. Das Flensburger Tageblatt versucht diese Sorgen in einem Artikel zu zerstreuen und beruhigt schon in der Überschrift mit den Worten "Klimapakt gelassen".
Gelassen - das ist ist lt. Wörterbuch "kühl und ruhig trotz ärgerlichen, unangenehmen Geschehens o. Ä.". Verschwiegen wird leider, was denn so ärgerlich sein soll an der Veranstaltung, die alle zwei Jahre zigtausend Menschen in die Stadt lockt, weil sie sich eben daran freuen, was der zitierte Klimapakt¹) nur gelassen hinzunehmen bereit ist. Nun zumindest ist er ja kühl und ruhig. Bei der für Freitag vorhergesagten Höchsttemperatur von 23 Grad kann man das ja noch gerade hinnehmen. Zudem sieht der zitierte Klaus Schrader auch "keine Mehrheit für Einschränkungen bei der beliebten (sic!) Hafenveranstaltung" weil er denkt "die Mehrheit freut sich auf das Dampf-Rundum". Da hat er wohl nicht so ganz unrecht. Laut Zeitung sieht er dem Treffen der Dampfer "gelassen entgegen" und wird mit den Worten zitiert "Es gibt keine Dauerbelastung wie durch den Straßenverkehr". (Andere Mehrheiten, die sich auf der Sraße gelegentlich an etwas klimarelevantem freuen, möchten auch gerne mal so viel Nachsicht. Aber das nur nebenbei.)
Da der Freispruch hauptamtlicher Klimaschützer nun also heute Morgen im Briefkasten angekommen ist, können die Teilnehmer des nostalgischen Technik-Spektakels in Ruhe, wenn auch nicht kühl, weiter ihre Kessel befeuern. Das ist doch schon mal eine gute Nachricht. Uns jedenfalls hat Dampftechnik seit frühester Kindheit fasziniert.
______________________________
¹) gemeint ist wohl der Flensburger Klimapakt, in dessen Impressum der Internetseite Klaus Schrader genannt ist. Die Website nimmt am Programm "CO2-freie Webseite" teil. Allerdings nur bis zum 30.09.2019. wie wir derselben Seite entnehmen können.
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| Dampfeisbrecher STETTIN lässt Dampf ab |
Gelassen - das ist ist lt. Wörterbuch "kühl und ruhig trotz ärgerlichen, unangenehmen Geschehens o. Ä.". Verschwiegen wird leider, was denn so ärgerlich sein soll an der Veranstaltung, die alle zwei Jahre zigtausend Menschen in die Stadt lockt, weil sie sich eben daran freuen, was der zitierte Klimapakt¹) nur gelassen hinzunehmen bereit ist. Nun zumindest ist er ja kühl und ruhig. Bei der für Freitag vorhergesagten Höchsttemperatur von 23 Grad kann man das ja noch gerade hinnehmen. Zudem sieht der zitierte Klaus Schrader auch "keine Mehrheit für Einschränkungen bei der beliebten (sic!) Hafenveranstaltung" weil er denkt "die Mehrheit freut sich auf das Dampf-Rundum". Da hat er wohl nicht so ganz unrecht. Laut Zeitung sieht er dem Treffen der Dampfer "gelassen entgegen" und wird mit den Worten zitiert "Es gibt keine Dauerbelastung wie durch den Straßenverkehr". (Andere Mehrheiten, die sich auf der Sraße gelegentlich an etwas klimarelevantem freuen, möchten auch gerne mal so viel Nachsicht. Aber das nur nebenbei.)
Da der Freispruch hauptamtlicher Klimaschützer nun also heute Morgen im Briefkasten angekommen ist, können die Teilnehmer des nostalgischen Technik-Spektakels in Ruhe, wenn auch nicht kühl, weiter ihre Kessel befeuern. Das ist doch schon mal eine gute Nachricht. Uns jedenfalls hat Dampftechnik seit frühester Kindheit fasziniert.
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¹) gemeint ist wohl der Flensburger Klimapakt, in dessen Impressum der Internetseite Klaus Schrader genannt ist. Die Website nimmt am Programm "CO2-freie Webseite" teil. Allerdings nur bis zum 30.09.2019. wie wir derselben Seite entnehmen können.
08.05.19 Rettungsboote für ALEXANDRA
Nun wurde die große Restauration der ALEXANDRA, Salondampfer aus dem Jahr 1908 und schwimmendes Wahrzeichen von Flensburg vollendet. Vor zwei Jahren kam das letzte seegehende kohlebefeuerte Passagierschiff Deutschlands mit einem neuen Kessel von der Werft zurück in ihren Heimathafen. Anschließend wurde die Einrichtung unter Deck in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Jetzt bilden die beiden Rettungsboote auf dem Bootsdeck den krönenden Abschluß der umfangreichen Erneuerung des herrlichen alten Dampfers.
Die beiden sechs Meter langen Ruderboote entsprechen originalgetreu denjenigen, schon auf frühen Fotografien der ALEXANDRA zu sehen sind. Sie wurden von der Flensburger Yachtmanufaktur von Robbe & Berking aus Mahagoni gebaut. Jedoch sollen sie nicht als Rettungsmittel eingesetz werden. Dafür sind modernere Schwimmkörper vorgeschrieben.
Wie wär's? Vielleicht bekommen wir im Hafen einmal ein traditionelles Bootsmanöver mit den beiden Schönen zu sehen?
Wie wär's? Vielleicht bekommen wir im Hafen einmal ein traditionelles Bootsmanöver mit den beiden Schönen zu sehen?
29.08.18 Frischer Montag
Erfrischendes Vergnügen: Mit einer Gaffelketsch auf der Förde kreuzen - mal vor, mal am Wind. Wir schreiben über den Segeltrimm am Wind:
Nach verregneten Tagen geht es am Montag endlich wieder an die frische Luft. Im Hafen ist der Südwest noch schwach, gewinnt jedoch mit jeder Meile nach Norden an Kraft und schon vor der Meierwik gesellen sich Böen um sechs Beaufort zu dem mäßigen Südwest. In der Wasserslebener Bucht sehen wir RYVAR. Sie gibt das Signal "dreimal lang" mit dem sich hier Traditionsschiffe untereinander begrüßen. Da muss also noch ein zweites sein. Zeit zum lange herumgucken haben wir nicht, wir müssen die Segel schiften. Jetzt hören wir auch das Typhon von Salondampfer ALEXANDRA "Dreimal lang". Jetzt nimm der Wind zu und die Böen dauern länger. In Luv sind alle Wellen von Schaum gekrönt.
Wir kreuzen wieder einmal vor dem Wind und sind schon bald bei den Ochseninseln. Vorsichtshalber luven wir etwas an. Bei dem frischen Wind möchten wir keine Patenthalse riskieren. RYVAR, der große rote Frachtlogger aus dem Museumshafen kommt wieder in Sicht. Man hat es wohl eilig, denn er nähert sich zügig in Maschinenfahrt und entschwindet bevor wir ihn erreichen können.
Wir müssen an den Rückweg denken. Hoch am Wind kreuzend in den Hafen zu segeln ist nicht im Handumdrehen erledigt. Vor Glücksburg heißt es noch einmal "rund achtern!" Danach holen wir die Schoten so dicht wie möglich, um hoch am Wind zu kreuzen. Als wir vorhin vorm Wind kreuzten, krängte unser Boot sehr wenig. Aber jetzt legt es sich über bevor es Fahrt aufnimmt. Nun müssen auch die Segel für die neue Situation getrimmt werden: Das Klüverstag, vorhin noch nach Lee gerundet, wir so hart wie möglich durchgesetzt. Die Klüverschot wird dicht genommen, dann folgt die Fockschot. Die Baumfock wird dichter getrimmt, ihr Unterliekstrecker ebenso. Die Großschot holt den Baum jetzt weiter mittschiffs und das Unterliek des Großsegels wird ebenfalls flach gestellt. Ist das Segel gut getrimmt, wehen die Windfähnchen am Achterliek waagrecht aus und beim Besan ebenso: Hoch am Wind muss der Besanbaum nahezu mittschiffs stehen und das Unterliek komplett flach getrimmt werden. Jetzt noch einmal alle Schoten kontrollieren. Meist haben wir die Klüverschot im ersten Anlauf viel zu dicht gestellt. Jetzt bekommt das Segel etwas(!) mehr Luft und schon läßt der Druck auf die Pinne nach und das Boot gewinnt an Höhe und wird schneller. Wenn alle Segel mit dem Kurs und untereinander harmonieren, segelt sich unser Boot alleine und der Rudergänger hat eine Ruhepause. Allerdings nicht für ewig, denn bald schon ist die nächste Wende fällig. Schlussendlich noch ein Blick auf die Gaffelsegel. Ist das Piekfall richtig durchgesetzt, sind die Segel glatt und faltenfrei. Heute klappen die Wende besonders gut und wir kommen rasch voran. Ein paar Segler mit Vorfahrt queren unsere Bahn. Wir weichen frühzeitig aus, sonst müssten wir einen viel größeren Haken schlagen. Dumm nur, wenn der andere Segler ebenfalls den Kurs ändert. Das macht aus dem Ausweichmanöver so etwas wie das Spiel "Absetzen", das wir als Kinder mit Fahrrädern spielten. Dabei ging es darum, dem anderen so in die Quere zu fahren, dass er abspringen musste.
Über dem dänischen Ufer brauen sich dunkle Regenwolken zusammen. Darunter ziehen graue Regenschleier über die Wälder und Felder. Die Natur braucht das Wasser dringend, wir nicht. Wir ziehen die Regenjacken über. Bald lässt der Regen nach und mit ihm der Wind.
In der Wasserslebener Bucht segelt uns der weiße Toppsegelschoner ANNY aus GÜCKSTADT in einiger Entfernung entgegen.
Ist doch schön, nette Nachbarn zu haben!
Der nächste Tag bring eine angenehme Überraschung. Dieses Video hat uns die Crew der ANNY geschenkt:
WIEBKE BOHLEN auf der Kreuz
In den Hafen hinein zu segeln, hat es bei dem Südwestwind wieder einmal in sich. Wir zählen die Kreuzschläge nicht bis wir zum Bohlwerk hin steuern können, aber es sind reichlich. Nun, wir wollten es sportlich und wie bekamen was wir wollten. Hat Lust auf mehr gemacht!
Wir kreuzen wieder einmal vor dem Wind und sind schon bald bei den Ochseninseln. Vorsichtshalber luven wir etwas an. Bei dem frischen Wind möchten wir keine Patenthalse riskieren. RYVAR, der große rote Frachtlogger aus dem Museumshafen kommt wieder in Sicht. Man hat es wohl eilig, denn er nähert sich zügig in Maschinenfahrt und entschwindet bevor wir ihn erreichen können.
Wir müssen an den Rückweg denken. Hoch am Wind kreuzend in den Hafen zu segeln ist nicht im Handumdrehen erledigt. Vor Glücksburg heißt es noch einmal "rund achtern!" Danach holen wir die Schoten so dicht wie möglich, um hoch am Wind zu kreuzen. Als wir vorhin vorm Wind kreuzten, krängte unser Boot sehr wenig. Aber jetzt legt es sich über bevor es Fahrt aufnimmt. Nun müssen auch die Segel für die neue Situation getrimmt werden: Das Klüverstag, vorhin noch nach Lee gerundet, wir so hart wie möglich durchgesetzt. Die Klüverschot wird dicht genommen, dann folgt die Fockschot. Die Baumfock wird dichter getrimmt, ihr Unterliekstrecker ebenso. Die Großschot holt den Baum jetzt weiter mittschiffs und das Unterliek des Großsegels wird ebenfalls flach gestellt. Ist das Segel gut getrimmt, wehen die Windfähnchen am Achterliek waagrecht aus und beim Besan ebenso: Hoch am Wind muss der Besanbaum nahezu mittschiffs stehen und das Unterliek komplett flach getrimmt werden. Jetzt noch einmal alle Schoten kontrollieren. Meist haben wir die Klüverschot im ersten Anlauf viel zu dicht gestellt. Jetzt bekommt das Segel etwas(!) mehr Luft und schon läßt der Druck auf die Pinne nach und das Boot gewinnt an Höhe und wird schneller. Wenn alle Segel mit dem Kurs und untereinander harmonieren, segelt sich unser Boot alleine und der Rudergänger hat eine Ruhepause. Allerdings nicht für ewig, denn bald schon ist die nächste Wende fällig. Schlussendlich noch ein Blick auf die Gaffelsegel. Ist das Piekfall richtig durchgesetzt, sind die Segel glatt und faltenfrei. Heute klappen die Wende besonders gut und wir kommen rasch voran. Ein paar Segler mit Vorfahrt queren unsere Bahn. Wir weichen frühzeitig aus, sonst müssten wir einen viel größeren Haken schlagen. Dumm nur, wenn der andere Segler ebenfalls den Kurs ändert. Das macht aus dem Ausweichmanöver so etwas wie das Spiel "Absetzen", das wir als Kinder mit Fahrrädern spielten. Dabei ging es darum, dem anderen so in die Quere zu fahren, dass er abspringen musste.
Über dem dänischen Ufer brauen sich dunkle Regenwolken zusammen. Darunter ziehen graue Regenschleier über die Wälder und Felder. Die Natur braucht das Wasser dringend, wir nicht. Wir ziehen die Regenjacken über. Bald lässt der Regen nach und mit ihm der Wind.
In der Wasserslebener Bucht segelt uns der weiße Toppsegelschoner ANNY aus GÜCKSTADT in einiger Entfernung entgegen.
Ist doch schön, nette Nachbarn zu haben!
Der nächste Tag bring eine angenehme Überraschung. Dieses Video hat uns die Crew der ANNY geschenkt:
WIEBKE BOHLEN auf der Kreuz
In den Hafen hinein zu segeln, hat es bei dem Südwestwind wieder einmal in sich. Wir zählen die Kreuzschläge nicht bis wir zum Bohlwerk hin steuern können, aber es sind reichlich. Nun, wir wollten es sportlich und wie bekamen was wir wollten. Hat Lust auf mehr gemacht!
16.07.18 Gestern auf der Förde
Gestern gab es Sommersegeln pur. Der laue Wind, die mäßigen Böen und der Sommerhimmel samt Sommerwolken. Ein paar Segelyachten sind unterwegs, auch SPHINX, die dunkelblaue 12mR Yacht. Ein paar neckische Winddreher geben dem Segelspaß die nötige Spannung. Dazwischen ein paar wenige Motorboote. Die wollen ja schließlich auch mal bewegt werden. Auch der Flensburger Salondampfer ALEXANDRA zieht seine Bahn, passiert die Enge zwischen Sönderhav und den Ochseninseln. Als er uns auf dem Rückweg wieder entgegen kommt, haben wir die Ochseninseln noch lange nicht erreicht. Die erste Dampferlinie auf der Förde war zu ihrer Zeit eine Sensation und wurde und wird von vielen Menschen gerne und nur zum Vergnügen genutzt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Segeln macht ebenfalls viel Freude. Unter dem dänischen Ufer sehen wir den Toppsegelschoner ANNY aus Glückstadt. Auch er verschwindet hinter den Ochseninseln, und bleibt dahinter verborgen. Später hören wir, dass ein Stopp für ein erfrischendes Bad eingelegt wurde.
Als ALEXANDRA vor 110 Jahren vom Stapel, war der der Segelsport auf der Förde bereits 53 Jahre alt.
Das Bad in der Förde scheint der Crew der ANNY gut gefallen zu haben. Als sie uns auf ihrem Rückweg vor dem Hafen einholt, war man offensichtlich gut gelaunt. Und ein paar schöne Fotos haben wir auch bekommen. Wir danken herzlich! Bilder vom eigenen Boot von "außen" nehmen wir immer gerne an.

Als ALEXANDRA vor 110 Jahren vom Stapel, war der der Segelsport auf der Förde bereits 53 Jahre alt.
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| Kreuzeryacht WIEBKE BOHLEN Fotos: Mareike |

04.07.18 Benefizkonzert für ALEXANDRA
Hier kommt ein Termin, den man sich schon mal vormerken sollte!
am Samstag, den 11.08.2018 findet ein Benefiz-Konzert zugunsten der ALEXANDRA statt. Der „Deutschlandfunk“, in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“, ermöglicht im Rahmen seiner „Grundton-D“-Konzertreihe den Auftritt folgender Künstler: Einer der renommiertesten Vertreter der Weltmusik/ Jazzszene, der französische Kontrabassvirtuose Renaud García-Fons, und der türkische Kemence-Virtuose Derya Türkan treten von 18.00 – 20.00 Uhr im „Flensborghus“ auf. Es wird musikalisch in Richtung östliches Mittelmeer gehen. „Silk Moon“ heißt das Duo-Programm und spielt zwischen Andalusien und Istanbul.
Im Anschluss an das Konzert findet eine einstündige Dampferfahrt mit der ALEXANDRA statt. Wer möchte, kann sich mit einem Video in Youtube von Renaud Garcia-Fons schon mal einstimmen. Klingt verlockend.
Die Karten für das Konzert kosten 20,- € und Karten für das Konzert + anschließender Dampferfahrt kosten 30,- €.
Die Karten können telefonisch unter 0461/ 18 29 18 05 oder unter dampfer.alexandra@historischer-hafen.de bestellt werden.
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19.06.18 Abendfahrt mit ALEXANDRA
Das wäre doch mal eine Abwechslung, oder? Salondampfer ALEXANDRA lädt zu einem maritim nostalgischen Abendvergnügen ein:
Am Samstag, 23. 6. 2018, ist es wieder so weit. In Anknüpfung an die Tradition der 70ger Jahre bietet der Salondampfer „Alexandra“ eine Abendfahrt mit Musik der 60, 70 und 80ger Jahre an.
Es darf auch geschwooft werden.
Ab 19:00 h geht`s los. Ablegen ist 19:30 h. Um 22:30 h legt sie wieder an und es kann bis 24:00 h gefeiert werden.
Karten gibt es im Büro des Historischen Hafen Flensburg, Schiffbrücke 37, 24939 Flensburg,
Tel: 0461 – 182 91 805
28.05.18 Einladung zum Geburtstag
Wer lange raucht, wird endlich alt und ALEXANDRA wird jetzt sogar 110! Zur Feier des runden Geburtstages lädt die Crew die Freunde der "Alex" am kommenden Samstag, 2. Juni 2018 von 13 Uhr bis 18 Uhr ein.
Dazu haben wir folgende Information erhalten:
"Auf der Dampferbrücke sind die Pforten zu einem Brückenfest und natürlich auch zu „open ship“ auf der „ALEXANDRA“ geöffnet. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Kaffee, Kuchen, Bier, Wein, Bratwurst, an dem Tag kostet alles nur 110 Cent.
Ein besonderes Highlight ist der offizielle Schiffspoststempel zum 110 Geburtstag.
An Bord wird ein Postamt eröffnet. Dort gibt es „Alex“-Postkarten mit „Alex“-Briefmarken.
Diese werden dann abgestempelt und in einem eigens aufgestellten Postkasten in die offizielle Post gebracht.
Die Kleinen haben die Möglichkeit sich nicht nur mit Kohle schminken zu lassen."
23.03.18 Diva Alexandra kehrt heim
Als Museumsschiff nach Sonderburg gereist - als Diva zurückgekommen. Salondampfer ALEXANDRA reiste vor ihrem offiziellen Saisonstart zu einem Dreh für den deutsch-dänischen Film "I Krig og Kærlighed" (Krieg und Liebe). Heute Vormittag ist sie nach Flensburg zurück gekommen und bot einen unvertraut puristischen Anblick: Wie zu ihrer Bauzeit im Jahr 1908 ohne Plastikplanen als Windschutz für die zahlenden Gäste und ohne die heute vorgeschriebenen Rettungsinseln. An diese Erscheinung möchten wir uns gerne gewöhnen. Ist wohl mit ALEXANDRA ähnlich wie mit anderen Schauspielerinnen: In ihrer Aufmachung für den Set wirken manche attaktiver.
Die Gemeinsamkeit provoziert uns zu einem Kalauer, den wir jetzt sofort loswerden müssen: Wie manche andere Diva lässt sich auch ALEXANDRA von einer gehörigen Dosis Koks befeuern.
T'schuldigung, das war's. Kalauer schon zu Ende, soll auch nicht mehr vorkommen.
Noch eins zum Schluss: Die Fahrsaison der ALEXANDRA beginnt am 11. Mai mit einem Ausflug auf die Flensburger Förde, wo dann die Teilnehmer der Fjordregatta mit Kurs auf Flensburg unterwegs sind. Das gibt immer schöne Szenen für eigene Filme, Videos oder Fotos oder nur so zum Angucken.
17.03.18 Kälte und Wind dauern an
| Landunter am Jollensteg |
| Schutzdach schützt nicht mehr |
| Museumsschiffe obenauf |
Die Nacht verläuft ruhiger, als nach den Wetterprognosen zu erwarten war. Doch das skandinavische Hoch, das uns die Kaltluft und den Starkwind bringt, ist inzwischen weiter nach Süden gewandert, nicht so sehr die Tiefs über dem Kontinent. Deshalb wird der Wind weiter zunehmen. Und tatsächlich, im Radio wird eine Unwetterwarnung für die Ostseeküste gesendet, mit Hochwasser für die Lübecker und die Kieler Bucht. Es beginnt zu schneien.
| Die von Greenpeace kommen heute in den Garten |
Die Jagt VIER GEBRÜDER der Museumswerft hat in der Nacht ihr Schutzdach abgelegt. Aber das ist der einzige sichtbare Schaden bis dahin.
Von der Hafenspitze meldet sich das Signalhorn des Salondampfers ALEXANDRA. Die haben es im Kesselraum jetzt schön gemütlich und genügend Dampf
haben sie mittlerweile auch. Aber das geplante Verholen nach Sonderburg soll verschoben worden sein, erfahren wir.
Die Redensart von den "Harten" die "in den Garten" kommen geht durch den Sinn als wir die Aktivisten von Greenpeace sehen. Sie haben ihr Schlauchboottraining nicht verschoben und fahren, von Überlebensanzügen geschützt, im Hafen ihr Programm. Das ist aber jetzt wirklich sowas von hart. Da freuen wir "Weichen uns doch gerne über die Nachricht dass sich ab morgen das Wetter beruhigen soll. Zumindest behaupten das die Wetterfrösche. Wir glauben daran aber erst dann, wenn wir es sehen.
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| Wetterlage vom 17.03.18, 13.00 Uhr Grafik: Wetterkontor |
13.03.18 Bald dampft'se wieder
Ist doch herrlich, wenn man sich auf was Schönes freuen kann!
In diesem Jahr wird Salondampfer ALEXANDRA früher als sonst auf Volldampf gebracht. Bis zum kommenden Freitag werden an der Pier 13 Tonne Kohle von Hand und mit Schubkarre in die Bunker des Flensburger Museumsdampfers gefüllt. Am Freitag wird damit der Kessel und seine 15 Tonnen Wasser ganz langsam auf 180°C erhitzt. Denn bei alten Damen muss man behutsam sein; es bekommt ihnen nicht gut, wenn sie zu schnell aus dem Tiefschlaf gerissen werden. Der Sicherheit zuliebe wird dann noch der Hausarzt - pardon, der TÜV - konsultiert, bevor das alte Mädchen zu seiner ersten Reise in diesem Jahr starten kann. Die führt nach Sonderburg, wo der alte Salondampfer eine Rolle in einer deutsch-dänischen Filmproduktion übernimmt.
Für die allgemeine Bevölkerung beginnt die Reisesaison pünktlich mit der Rumregatta am Wochenende vor Pfingsten. Viel Vergnügen!
Für die allgemeine Bevölkerung beginnt die Reisesaison pünktlich mit der Rumregatta am Wochenende vor Pfingsten. Viel Vergnügen!
30.12.17 Rückspiegel
Es ist ein guter Brauch, das vergangene Jahr Révue passieren zu lassen bevor es im Dunkel der Erinnerungen versinkt.
Hier also die Themen, über die wir in den HAFENMELDUNGEN berichtet, fabuliert oder nur laut nachgedacht haben. Immer, wie versprochen, "unvollständig und subjektiv" weil aus persönlicher Sicht. Das gilt auch für diesen Rückblick. Was ist es wert, das es noch einmal in Erinnerung gerufen wird? Natürlich haben wir auch persönliche "Lieblinge" unter den Beiträgen. Das sind nicht immer die mit den meisten Lesern. Wie im übrigen Leben, sind es auch nicht nur Ereignisse, die wir für besonders wichtig halten. Doch sie sind nun mal passiert und wir haben berichtet. Es sei denn, sie gehörten in die Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen. Das ist eher etwas für den Küstenklatsch, also nichts für uns.
Manche Leser nutzen die HAFENMELDUNGEN als Archiv, insbesondere die Seiten mit den "Schiffsmeldungen", also der erfassten Schiffsbewegungen der letzten fünf Jahre. Sie werden besonders häufig aufgerufen. Und die registrierten "Klicks" wachsen ständig weiter an, wie auch die der Themenbeiträge. Vielleicht haben sie selber auch schon mal die Suchfunktion genutzt, in der sie sich Beiträge zu einem bestimmten Stichwort oder Datum oder Zeitabschnitt zusammenstellen können.
Hier sind also die Themen, die im jetzt ablaufenden Jahr 2017 das größte Interesse fanden. Wir wünschen viel Vergnügen beim Erinnern Stöbern!
Wen wundert's? Beiträge zum Thema Wetter sind in der Liste weit oben. Es hätten noch mehr sein können, hätten wir öfters über schlechtes Wetter berichtet. Und es war tatsächlich sehr oft nass und stürmisch. Nur, wen hätte es interessiert, wenn uns der häufige Regen aufs Gemüt schlug? Glücklicherweise wurde die Kongelig Classic von der Sonne verwöhnt, woran der Bericht "Kaiserwetter zur Kongelig Classic" erinnert.
Wobei offen bleibt, ob das Interesse dem Wetter oder der Veranstaltung gilt. Denn auch Ankündigungen und Berichte von Hafenfesten wurden besonders oft aufgerufen. Diesmal musste die Rum Regatta einem anderen Hafenfest den Vortritt überlassen:
An die erste Stelle der Berichte über Hafenfeste rückte diesmal das alle zwei Jahre stattfindende Dampf Rundum.
Zum Treffen der großen und kleinen Dampf- und Motorschiffe mit seinem ebenfalls attraktiven Landprogramm erschienen mehrere Beiträge; "Auf dem Sonnendeck" wurde besonders oft gelesen. Die Artikel über die großen und kleinen Dampfmaschinen, -Barkassen und -Pinassen Lokomobile. ebenfalls. Nun kann man spekulieren, ob die Berichte wegen der Veranstaltung oder wegen der Schiffe, Boote oder Maschinen gelesen wurden.
Dass dem Salondampfer ALEXANDRA besonderes Interesse galt, war abzusehen. Die alte Dame ist nun mal unangefochtene Lokalmatadorin und zudem in diesem Frühjahr nach einer langen und tief greifenden Reparatur in ihren Heimathafen zurück gekommen. Mittlerweile fährt sie wieder und die letzten Arbeiten am Innenausbau sind, wie man hört, auf gutem Weg.
Über Havarien von Traditionsschiffen wollten sich ebenfalls viele Leser informieren.
Auch wenn keines mit Heimathafen Flensburg betroffen war, jeder Fall ist einer zuviel. Wassersport hat seine besonderen Risiken und die sollten immer bedacht werden. So sieht es auch das zuständige Bundesministerium. Es hat eine Novelle zur Sicherheitsverordnung auf den Weg gebracht. Viele Betreiber von Traditionsschiffen liefen Sturm und malten das Bild von Hafenfesten ohne Traditionsschiffe. So sicherten sie sich die Unterstützung der Wirtschaftsministerien in den Küstenländern.
Dass Flensburger Hafen und -Förde als sehens- und liebenswerte Orte viele Menschen anziehen, wird niemanden überraschen. Dass auch die Leser der HAFENMELDUNGEN dazu gehören, freut uns ganz besonders. Wir hoffen auch künftig über Hafenspaziergänge und Ausflüge mit traditionellen Segelbooten berichten zu können. Schließlich haben wir dann auch was davon! Wer weiter weg wohnt oder arbeitet kann auf diese Weise ein wenig Förde- und Hafenluft schnuppern und sich auf den nächsten Besuch hier einstimmen- ob mit oder ohne Boot.
Die Boote am Bohlwerk zeigen, wie Arbeitsboote früher ausgesehen haben. Sie müssen ständig sorgfältig gepflegt und repariert werden. Berichte über Wartung- und Instandhaltung sind nach wie vor oben auf der Rennliste.
Denn auch bei den Traditionsschiffen gilt der alte Grundsatz "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen gilt auch bei den alten Schiffen und Booten. Das macht die Suche nach geeignetem Nachwuchs" nicht immer ganz einfach. Erfreulich: das Projekt "GRETA" und die Lüttfischer im Museumshafen Flensburg.
Beliebt sind - wen wundert's? Berichte über das Leben und Treiben am Bohlwerk. Der Ort
verdankt seine Attraktivität ursprünglich den Tradiionsschiffen. Bieten sie doch im Sommer ein malerisches Bild von alten Segelschiffen, Arbeiten an Bord und mehr oder minder spannenden Manövern. Eine Ort für traditionelles maritimes Leben heute und für Begegnungen von Menschen aller möglichen Herkunft. Typisch Hafen. Gestern. heute und morgen hoffentlich auch!
Hier also die Themen, über die wir in den HAFENMELDUNGEN berichtet, fabuliert oder nur laut nachgedacht haben. Immer, wie versprochen, "unvollständig und subjektiv" weil aus persönlicher Sicht. Das gilt auch für diesen Rückblick. Was ist es wert, das es noch einmal in Erinnerung gerufen wird? Natürlich haben wir auch persönliche "Lieblinge" unter den Beiträgen. Das sind nicht immer die mit den meisten Lesern. Wie im übrigen Leben, sind es auch nicht nur Ereignisse, die wir für besonders wichtig halten. Doch sie sind nun mal passiert und wir haben berichtet. Es sei denn, sie gehörten in die Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen. Das ist eher etwas für den Küstenklatsch, also nichts für uns.
Manche Leser nutzen die HAFENMELDUNGEN als Archiv, insbesondere die Seiten mit den "Schiffsmeldungen", also der erfassten Schiffsbewegungen der letzten fünf Jahre. Sie werden besonders häufig aufgerufen. Und die registrierten "Klicks" wachsen ständig weiter an, wie auch die der Themenbeiträge. Vielleicht haben sie selber auch schon mal die Suchfunktion genutzt, in der sie sich Beiträge zu einem bestimmten Stichwort oder Datum oder Zeitabschnitt zusammenstellen können.
Hier sind also die Themen, die im jetzt ablaufenden Jahr 2017 das größte Interesse fanden. Wir wünschen viel Vergnügen beim Erinnern Stöbern!
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| Starkwind zur Apfelfahrt |
Wen wundert's? Beiträge zum Thema Wetter sind in der Liste weit oben. Es hätten noch mehr sein können, hätten wir öfters über schlechtes Wetter berichtet. Und es war tatsächlich sehr oft nass und stürmisch. Nur, wen hätte es interessiert, wenn uns der häufige Regen aufs Gemüt schlug? Glücklicherweise wurde die Kongelig Classic von der Sonne verwöhnt, woran der Bericht "Kaiserwetter zur Kongelig Classic" erinnert. Wobei offen bleibt, ob das Interesse dem Wetter oder der Veranstaltung gilt. Denn auch Ankündigungen und Berichte von Hafenfesten wurden besonders oft aufgerufen. Diesmal musste die Rum Regatta einem anderen Hafenfest den Vortritt überlassen:
| Das Bohlwerk im Zeichen des Dampf Rundum |
Zum Treffen der großen und kleinen Dampf- und Motorschiffe mit seinem ebenfalls attraktiven Landprogramm erschienen mehrere Beiträge; "Auf dem Sonnendeck" wurde besonders oft gelesen. Die Artikel über die großen und kleinen Dampfmaschinen, -Barkassen und -Pinassen Lokomobile. ebenfalls. Nun kann man spekulieren, ob die Berichte wegen der Veranstaltung oder wegen der Schiffe, Boote oder Maschinen gelesen wurden.
| Am 20. Februar kam ALEXANDRA zurück |
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| Foto: Ostseezeitung |
Auch wenn keines mit Heimathafen Flensburg betroffen war, jeder Fall ist einer zuviel. Wassersport hat seine besonderen Risiken und die sollten immer bedacht werden. So sieht es auch das zuständige Bundesministerium. Es hat eine Novelle zur Sicherheitsverordnung auf den Weg gebracht. Viele Betreiber von Traditionsschiffen liefen Sturm und malten das Bild von Hafenfesten ohne Traditionsschiffe. So sicherten sie sich die Unterstützung der Wirtschaftsministerien in den Küstenländern.
| Alles für den Nachwuchs: Rettungswesten für die "Lütten" |
Beliebt sind - wen wundert's? Berichte über das Leben und Treiben am Bohlwerk. Der Ort
verdankt seine Attraktivität ursprünglich den Tradiionsschiffen. Bieten sie doch im Sommer ein malerisches Bild von alten Segelschiffen, Arbeiten an Bord und mehr oder minder spannenden Manövern. Eine Ort für traditionelles maritimes Leben heute und für Begegnungen von Menschen aller möglichen Herkunft. Typisch Hafen. Gestern. heute und morgen hoffentlich auch!
17.12.17 Adventsmarkt am Hafen
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| Schlafende Boote im Museumshafen |
| Adventsmarkt auf der Dampferbrücke |
Wir wünschen dem kleinen Adventsmarkt viel Erfolg!
25.10.17 Gerappel
Das Wort stammt aus der Zeitung von heute; es ist gut gewählt, bedeutet es doch unter anderem "raffen", "wieder aufraffen" aber auch "Lärm machen". Der Lärm kommt aus Gravenstein, "wo es seit vier Jahren eine Initiative gibt, die sich von den segelnden Frachtschiffen abgehängt fühlt". Gemeint sind wohl die Boote und Schiffe aus dem Museumshafen. Tatsächlich zählt dieser einen einzelnen Frachtsegler zu den ihren. Der ist diesmal an seinem Liegeplatz geblieben, was sein Eigner mit anderen Verpflichtungen im Dienst der Apfelfahrt begründete. Nicht gemeint sein kann kann der in dem Artikel namentlich genannte Salondampfer ALEXANDRA, der ja auch bei aller Großzügigkeit in der Bewertung kein segelndes Frachtschiff ist. Der Geschäftsführer des unterstützenden Freundeskreises hat dennoch die Gelegenheit genutzt um vorzurechnen, dass bei der durch die dänischen Behörden verordneten Beschränkung der zulässigen Anzahl (zahlender) Gäste an Bord eine Reise nach Gravenstein wirtschaftlich nicht vertretbar ist.
In die selbe Kerbe haut auch der Geschäftsführer des Museumshafens und nennt ("nüchtern" wie in dem Artikel präzisiert wird) außerdem als Gründe das Alter der Eigner und "dass sich seit den neunziger Jahren vieles geändert hat". Wohl wahr. Früher seien regelmäßig Traditionsschiffe in Gavenstein gewesen - privat motiviert". Auch er nennt die dänischen Regeln als Ursache, und dass der Betrieb der Schiffe enorm teuer geworden sei und fährt fort "die legen ihre Segler als Dekoration nur hin, wenn sie was davon haben".
Aber auch nach Glücksburg, in sicherer Entfernung der dänischen Regeln, sind nur vier Segler aus dem Museumshafen gereist. zwei weitere kreuzten weit vor der Anlegebrücke. Die Menge an Land war sehr ebenfalls übersichtlich. Und keiner von denen hatte "was davon", wenn man die Freude an der Sache mal unberücksichtigt lässt.
Nun verlangt niemand eine Begründung wenn Eigner ihr Boot am Liegeplatz belassen. Das bestätigt auch der Geschäftsführer des Museumshafens indem er sagt: "Ich ... bin nicht der Kerkermeister, der den Leuten befehlen kann, nach Gravenstein zu fahren". Dennoch können die Gründe so anonym wie kurz genannt werden: Berufliche oder familiäre Verpflichtung, Krankheit, Vergesslichkeit, Werftarbeiten. Traf nur diesmal alles zur selben Zeit zusammen. Dennoch war die Apfelfahrt sehr schön und hat allen Teilnehmern Freude bereitet. Also kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.
Dass Gravenstein nun vergeblich auf Segler aus Flensburg wartete ist bedauerlich, war aber absehbar, vor allem bei der ohnehin geringen Zahl der teilnehmenden Boote. Außerdem kamen auch in den letzten 15 Jahren nur wenige von ihnen nach Gravenstein zur Apfelfahrt und oft auch keines. Und die dort waren, fehlten mit ihrer Besatzung auf dem Apfelmarkt in Flensburg, weil sie natürlich nicht am selben Abend zurück nach Flensburg segelten. Denn auch in Gravenstein wurde gefeiert und dort zu bleiben war nicht nur höflich, sondern im Sinne der grenzüberschreitenden Nachbarschaft förderlich.
Es waren, ganz nebenbei gesagt, auch meist keine Boote, die unter die Traditionsschiffsverordnung fallen, sondern als Sportboote so viele Freunde und Familienangehörige mitnahmen, wie es für diese Bootsgattung zulässig ist. Das sind aufgrund der geringen Bootsgröße nur wenige und die darf man noch nicht einmal zur Kasse bitten. Sie werden auch nicht von den dänischen Behörden mit engherzigen Regeln verfolgt. Also die, welche wirklich fehlten, haben überhaupt kein wirtschaftliches Interesse und werden auch nicht an der Teilnahme gehindert. Leider werden in dem Zeitungsartikel die Lüttfischer aus Flensburg überhaupt nicht erwähnt, obwohl sie bei dem starken Wind alle Hände voll zu tun hatten, um heil zurückzukommen. Allerdings aus Kollund, das aber auch in Dänemark liegt.
Was die Tourismus-Organisation betrifft hätte sie mehr mehr tun können als Plakate drucken auf denen sie sich Veranstalter des deutsch-dänischen Apfelfestes nennt. Schließlich ist sie die Interessenvertretung der Unternehmen, die wirklich "was davon haben", zumindest dann, wenn sie ihren Job richtig macht.
| Auf der Anlegerbrücke in Glücksburg war das Land- volk in diesem Jahr auch eher spärlich vertreten. Die Segler hat das nicht gestört. |
In die selbe Kerbe haut auch der Geschäftsführer des Museumshafens und nennt ("nüchtern" wie in dem Artikel präzisiert wird) außerdem als Gründe das Alter der Eigner und "dass sich seit den neunziger Jahren vieles geändert hat". Wohl wahr. Früher seien regelmäßig Traditionsschiffe in Gavenstein gewesen - privat motiviert". Auch er nennt die dänischen Regeln als Ursache, und dass der Betrieb der Schiffe enorm teuer geworden sei und fährt fort "die legen ihre Segler als Dekoration nur hin, wenn sie was davon haben".
Aber auch nach Glücksburg, in sicherer Entfernung der dänischen Regeln, sind nur vier Segler aus dem Museumshafen gereist. zwei weitere kreuzten weit vor der Anlegebrücke. Die Menge an Land war sehr ebenfalls übersichtlich. Und keiner von denen hatte "was davon", wenn man die Freude an der Sache mal unberücksichtigt lässt.
Nun verlangt niemand eine Begründung wenn Eigner ihr Boot am Liegeplatz belassen. Das bestätigt auch der Geschäftsführer des Museumshafens indem er sagt: "Ich ... bin nicht der Kerkermeister, der den Leuten befehlen kann, nach Gravenstein zu fahren". Dennoch können die Gründe so anonym wie kurz genannt werden: Berufliche oder familiäre Verpflichtung, Krankheit, Vergesslichkeit, Werftarbeiten. Traf nur diesmal alles zur selben Zeit zusammen. Dennoch war die Apfelfahrt sehr schön und hat allen Teilnehmern Freude bereitet. Also kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.
Dass Gravenstein nun vergeblich auf Segler aus Flensburg wartete ist bedauerlich, war aber absehbar, vor allem bei der ohnehin geringen Zahl der teilnehmenden Boote. Außerdem kamen auch in den letzten 15 Jahren nur wenige von ihnen nach Gravenstein zur Apfelfahrt und oft auch keines. Und die dort waren, fehlten mit ihrer Besatzung auf dem Apfelmarkt in Flensburg, weil sie natürlich nicht am selben Abend zurück nach Flensburg segelten. Denn auch in Gravenstein wurde gefeiert und dort zu bleiben war nicht nur höflich, sondern im Sinne der grenzüberschreitenden Nachbarschaft förderlich.
Es waren, ganz nebenbei gesagt, auch meist keine Boote, die unter die Traditionsschiffsverordnung fallen, sondern als Sportboote so viele Freunde und Familienangehörige mitnahmen, wie es für diese Bootsgattung zulässig ist. Das sind aufgrund der geringen Bootsgröße nur wenige und die darf man noch nicht einmal zur Kasse bitten. Sie werden auch nicht von den dänischen Behörden mit engherzigen Regeln verfolgt. Also die, welche wirklich fehlten, haben überhaupt kein wirtschaftliches Interesse und werden auch nicht an der Teilnahme gehindert. Leider werden in dem Zeitungsartikel die Lüttfischer aus Flensburg überhaupt nicht erwähnt, obwohl sie bei dem starken Wind alle Hände voll zu tun hatten, um heil zurückzukommen. Allerdings aus Kollund, das aber auch in Dänemark liegt.
Was die Tourismus-Organisation betrifft hätte sie mehr mehr tun können als Plakate drucken auf denen sie sich Veranstalter des deutsch-dänischen Apfelfestes nennt. Schließlich ist sie die Interessenvertretung der Unternehmen, die wirklich "was davon haben", zumindest dann, wenn sie ihren Job richtig macht.
10.09.17 ALEXANDRA auf Schiet
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| Foto: Holger Petersen /shz |
Wer ist da noch nicht auf Grund gelaufen? Der halbe Museumshafen hat da schon fest gesessen; selbst das rote Expeditionsschiff von Arved Fuchs ist da schon aufgelaufen. Die Passage rund um die Ochseninseln hat es in sich. Gestern um 17:30 Uhr hat es den Salondampfer ALEXANDRA erwischt. Die Fahrrinne ist sehr eng und die Sände reichen bis nahe heran. Bei langsamer Fahrt, so der Kapitän des einzigen seegehenden Passagierdampfschiffs Deutschlands, rutschte das 113 Jahre alte Schiff so sanft auf Grund, dass er es zunächst nicht bemerkte. Bei leichter Strömung fuhr es sich jedoch so sehr fest, dass es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Glücklicherweise waren die Seenotretter zufällig in der Nähe und so konnten der Rettungskreuzer NIS RANDERS und das Rettungsboot ONKEL WILLI schon etwa binnen einer halben Stunde zur Stelle. Mit gemeinsamer Kraft von ALEXANDRA und NIS RANDERS war der alte Dampfer um 19:15 Uhr wieder frei und mit ihm die 13 Mann Besatzung und 21 Passagiere.
Soweit bekannt, nahm der Museumsdampfer keinen Schaden. Das werden geplante weitere Untersuchungen hoffentlich bestätigen. Heute, am Tag des Offenen Denkmals hieß es jedenfalls "open ship". Viele Besucher folgten der Einladung.
12.07.17 Wanted!
Seit Monaten klagen Traditionsschiffer über die geplante Verschärfung der Sicherheitsrichtline. Sie befürchten unter anderem höhere Kosten für Umbau und Ausrüstung der Schiffe und für die Qualifizierung der freiwilligen Besatzungen. Wenn die Richtlinie wirksam wird, werden viele ehrenamtliche Enthusiasten auch mehr Zeit für ihre eigene Ausbildung aufwenden müssen.
Das wird ein anderes großes Kernproblem der Betreibervereine zusätzlich verschärfen. Das Problem heißt "Nachwuchsmangel".
Sofern die Besatzungen überhaupt noch Haare auf dem Kopf haben, sind sie zumeist silbergrau. Die Szene vergreist. Doch es wird immer schwieriger Helfer die wegen Alter und Krankheit ausscheiden zu ersetzen?
Viele Gründe werden genannt. Lösungen sind nicht in Sicht. Klar ist: Es liegt nicht alleine an der oft geschmähten "Generation Smartphone". Viele gut ausgebildete jüngere Menschen plagen sich mit befristeten Arbetsverhältnissen und unsicheren Arbeitsplätzen. Das gilt unterschiedslos für Handwerker, Akademiker und Verwaltungsangestellte. Die Aussichten werden nicht besser, denn die Lebensarbeitszeit ansteigt. Dazu kommt der Trend, dass die Zahl der freiwillig länger arbeitenden Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter zunimmt. Manche müssen die Rente aufbessern, andere möchten sich nicht von ihrer zumeist sehr qualifizierten Tätigkeit trennen.
Allerdings muss man schon ein bisschen suchen, um das Video zu finden. Deshalb zeigen wir es hier und bitten, es weiter zu verteilen.
(c) Verein Salondampfer ALEXANDRA
Video: Kevin Laske
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