Der besondere Besuch ist da. Gepullt von 30 Ruderern, paritätisch aus Dänemark und Deutschland, hat das historische Schiff
NYDAM TVEIR am frühen Nachmittag im Flensburger Hafen festgemacht.
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Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige.
NYDAM TVEIR vor Kollund |
Der Zufall hatte ein imposantes Empfangsdefilee zusammengestellt. Das Flensburger Tageblatt hatte am Dienstag den Wunsch verbreitet, das germanische Boot NYDAM TVEIR möge von möglichst vielen Booten begrüßt werden. Jetzt kann man sagen, dieser Wunsch wurde erfüllt. Als sich der historische Nachbau des Bootes aus dem Jahr 320 n.Chr. von Kollund aus in Richtung Flensburg bewegt, sind auf der Förde das Kreuzfahrtschiff
AMADEA, das Offshore-Schiff SIEM HELIX 1 und zwei Hochseeschlepper unterwegs. Dazu kommen zahreiche Segelyachten und ein Rudel Boote und Kajaks. Aus dem Umfeld des Museumshafens waren der Nachbau des Gokstad-Bootes
RAGNA und die Colin Archer Kreuzeryacht
WIEBKE BOHLEN, sowie die Jolle BIBO mit von der Partie. Schlepper
FLENSBURG des Historischen Hafens war auch zur Stelle; seine Dienste wurden nicht benötigt. Und, bereits im Flensburger Hafen, kam den einziehenden Gästen noch der Salondampfer
ALEXANDRA mit lautem Tuten der Dampfpfeife entgegen. Die Ruderer brachten NYDAM TVEIR auf der Strecke im Schnitt auf durchschnittlichbeachtliche fünf Knoten über Grund. Das hat die GPS-Anzeige verraten. Die Bugwelle gab keine Auskunft. Sie war fast nicht wahrzunehmen.
Im Hafen erwartete den kleinen Konvoi ein Empfangskommitee, an der Spitze die Landesministerin für-unter-anderem-auch-Kultur und der Oberbürgermeister der Stadt. Sie hielten Ansprachen in denen die überregionale Bedeutung des Nydambootes gewürdigt wurde. Bei der verschlungenen Geschichte kann das Thema heute auch nur noch überregional betrachtet werden, zu oft wechselten in den letzten 150 Jahren die Nationalitäten der Besitzer. Dass die Anwesenheit der hochkarätigen Laudatoren zuvor weder in der Presse noch im Internet angekündigt wurden, tat der Sache glücklicherweise keinen Abbruch. Das Wetter war gut und damit auch die Stimmung.
NYDAM TVEIR soll bis morgen in Flensburg verweilen. Danach geht es zurück Richtung Sonderborg. Der Rückweg könnte etwas länger dauern als die Anreise. Während heute der NE-Wind kräftig mitgeschoben hat, wird er morgen ebenso kräftig gegenan wehen. Aber der Regen, der bis gestern noch vorhergesagt wurde, wird in der jüngsten Wetterprognose nicht mehr erwähnt. Das könnte dann genau so ungeplant ein schönes Geschenk zum Abschied sein, wie es die Parade zur Begrüßung war.
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BONITA, klassischer Schoner von John Alden(?) und Augenweide war auch zufällig in der Nähe. |
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"Riemen auf!" RAGNA grüßt den Gast |
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AMADEA macht Platz im Hafen |
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SIEM HELIX 1 auch |
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Dazwischen liegen rund 500 Jahre
Schiffbaugeschichte |
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Wäre es ein Ottomotor, müsste der Zündverteiler nachjustiert werden. Das wäre bei einem 30-Zylinder auch nicht einfach |
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Von hier aus noch eine Seemeile |
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Geschafft! |
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NYDAM TVEIR im Hafen angekommen |
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© Alle Bilder: Wiebke Kühn
02.06.16 Nachtrag:
So sahen die "Hafenmelder" aus. Das Foto hat uns Heike geschenkt; wir sagen artig: "Danke!"
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WIEBKE BOHLEN Foto: Heike Ehlerts |