13.06.19 25-ste R&B Sterling Cup gestartet

Bei schönstem Sommerwetter gingen heute die Teilnehmer des Robbe&Berking Sterling Cup auf die Bahn. Die Teilnehmer: das sind die nach der Meterformel gebauten Regattayachten. Heute waren die 12-er und die 5,5-er gefordert.


Vorweg ein kurzer Blick zurück in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg:
Zu Beginn des Yachtsports waren die Regeln für Platz und Sieg sehr einfach: Booten der Majestät gebührte der erste Platz, alle anderen wurden nach ihrem gesellschaftlichen Rang gewertet. Das konnte bei internationalen Wettfahrten  schnell zu diplomatischen Verwicklungen führen. Also machte man sich international daran, eine mehr rational begründete Basis für die Bewertung der Teilnehmer zu suchen. Das führte 1908 zu der als international anerkannten "Vermessungsformel" so genannte "Meterklasse"
Von da an zählte in der Meterklasse allein die Reihenfolge an der Ziellinie über Platz und Sieg.

Im letzten Jahr waren wir auf dem Wasser und dicht am Geschehen als Zuschauer dabei, Jetzt konnten wir das Rennen mehr aus der Ferne von der Uferpromenade beim Glücksburger Yachthafen beobachten. Glücklicherweise tragen die Teilnehmer nicht nur ihr markantes Klassenzeichen mit der unterstrichenen Ziffer im Segel (12 oder 5.5), sondern auch ihre eigene Kennung (bspw. G4 für die SPINX). Das schafft ein  wenig Übersicht und lässt in dem scheinbaren Durcheinander eine gemeinsame Choreografie erkennen. Vor dem Wind unter Spinnaker aufrecht segelnd, hoch am Wind weit überliegend. Und Wind gab es anscheinend gerade genug um die großen Segelboote mit schäumendem Bugwasser über die Förde zu jagen. 


Beim zweiten Durchgang war auch die nagelneue JENETTA mit dabei. Es sah aus, als tanzten sie alle miteinander einen Reigen. Majestätisch, unnahbar, still entrückt. 

Hier also ein paar Eindrücke von heute. 








































10.06.19 Tanz der Jollen

Achtung! Suchtgefahr!
Heute weht der Wind mäßig bis frisch aus Nordost und treibt Wellen geradewegs auf den Steg der Lüttfischer hin und lässt die Jollen tanzen. 




Wer beim Betrachten des kleinen Videos in sich hineinfühlt wird vielleicht bemerken, wie der eigene Körper beginnt, die schwankenden Bewegungen aufzunehmen um sie mit Armen, Beinen und Bauch auszugleichen. Diesen Effekt hat der englische Naturforscher William Benjamin Carpenter bereits im Jahr 1852 beschrieben. Er wird gezielt eingesetzt, um Probanden in den tiefentspannten Wachzustand zu versetzten, der für die Hypnose kennzeichnend ist. Das erklärt, warum manche Menschen beim Anblick von Booten alles um sich herum vergessen. Noch mehr: sie nehmen die Bilder für posthypnotische Befehle, denen sie immer wieder folgen müssen, selbst wenn sie lange schon wieder aus der Trance erwacht sind. Man könnte schon von einer Suchtform sprechen. Wir schlagen hierfür den wissenschaftlichen Begriff "naviculam stupore mentis" vor. Zugleich bitten wir auf wohlgemeinte Vorschläge zur Verleihung des Nobelpreises zu verzichten. Danke!

08.06.19 Feuer auf LIBELLE

Das historische Personen-Motorschiff LIBELLE liegt seit einigen Tagen für Reparaturarbeiten zwischen den Pontons der Museumswerft im Flensburger Hafen. Immer wieder drangen seitdem Arbeitsgeräusche nach außen. 


Foto: Karsten Sörensen, Flensburger Tageblatt




















Wie das Flensburger Tageblatt von gestern in seiner online-Ausgabe berichtet, wurde am Freitag die Feuerwehr gerufen, weil Rauch aus dem Maschinenraum quoll. Ursache waren demnach ein  Feuer als Folge von Schweißarbeiten.
LIBELLE ist das erste Motorschiff, das - zusammen mit ihrem Schwesterschiff FORELLE - 1934 von der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) gebaut und für die Personenschifffahrt auf der Förde eingesetzt wurde. Während LIBELLE gelegentlich für Gästefahrten eingesetzt wird, liegt FORELLE in Damp als Hafendekoration an Land.

P.S.
09.06.19 Berichtigung: FORELLE liegt in Klaipeda im Hafen. Den Hinweis haben wr von Günter Lange; dafür herzlichen Dank! Das Schiff in Damp ist der Dampfer ALBATROS. Wir bitten um Nachsicht!

08.06.19 Schockierende Fotos der Kollision

Die Freiwillige Feuerwehr Hansestadt Stade hat den Zusammenstoß des Lotsenschoners Nr.5 ELBE mit dem Containerfrachter fotografiert und ins Netz gestellt. Ein Wunder, dass nicht mehr Menschen zu Schaden gekommen sind.

Fotos (2): Daniel Beneke
Freiwillige Feuerwehr Hansestadt Stade
















Nach dem, was die Fotos zeigen, hätte der Zusammenstoß auf der Elbe bei Stade der Besatzung des historischen Segelschiffs noch erheblich höheren Schaden zufügen können. Nur zufällig waren Einsatzkräfte der DLRG und der Freiwilligen Feuerwehr in der Nähe, als das Unglück geschah. Ein Facebook-Beitrag der Retter informiert:
"Wir sind seit mehreren Stunden auf der Elbe im Einsatz. Der ursprüngliche Einsatzgrund für die Feuerwehr Stade war ein auf Stack gelaufener Segler, wo jedoch kein Eingriff der Feuerwehr notwendig war. Durch die Besatzung unseres Hilfeleistungs- und Löschbootes "Henry Köpcke" wurde kurz vor Einrücken jedoch die Kollision eines Containerschiffs mit einem Segelschiff beobachtet. Unverzüglich wurde durch die Besatzung der "Henry Köpcke" mit Hilfe der DLRG, die ebenfalls vor Ort war, Rettungsmaßnahmen eingeleitet".

08.06.19 Lotsenschoner Nr. 5 ELBE gesunken

Heute 14:30 Uhr ist der letzte erhaltene Lotsenschoner aus Holz auf der Elbe bei einer Gästefahrt mit 43 Personen an Bord mit dem 140 Meter langen Container Feeder ASTROSPRINTER kollidiert und gesunken. Der Containerfrachter setzte zunächst seine Fahrt fort. Die Wasserschutzpolizei ermittelt. Zum Glück war zufällig ein Seenotrettungsschiff in der Nähe und konnte dem alten Schoner und seiner Besatzung assistieren. Fünf Menschen sollen verlezt worden sein, darunter eine Frau schwer.





Die DLRG hat den Lotsenschoner "No. 5 Elbe" nach Stadersand geschleppt. Fotos(2): Beneke
Bild: Tageblatt.de





























Lotsenschoner Nr.5 ELBE, 1883 von H.C. Stülcken auf Steinwerder gebaut ist der letzte erhaltene seegehende Lotsenschoner Hamburgs und gehört heute der Stiftung Hamburg maritim. Das Schiff wurde erst in diesem Jahr aufwendig saniert und kam Ende Mai von dem Werftaufenthalt in Hvide Sande zurück nach Hamburg.

Der historische Segler war auf einer Gästefahrt unterwegs, als er mit dem Containerfrachter kollidierte. Die Ursachen sind derzeit (18:00 Uhr) noch nicht ermittelt. Die Polizei hat in Brunsbüttel die Ermittlungen an Bord aufgenommen, wurde  berichtet.