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31.08.18 Glück im Unglück

DAGMAR AAEN hat Glück im Unglück. Das Schiff hatte wegen vermehrt auftretenden Packeises auf die Passage einer besonders gefährlichen Durchfahrt verzichtet. Auf der Rückfahrt nach Süden versagte der Verstellpropeller erneut seinen Dienst. Schiff und Mannschaft sind wohlauf.
Die rote Markierung zeigt auf Aasiaat
Erstellt mit Google Maps

Am Dienstag wurde das Expeditionsschiff von Arved Fuchs erneut von einem technischen Problem getroffen. Es geschah vor der Westküste Grönlands nahe Upernavik. Wieder scheint ein Bauteil des Verstellpropellers gebrochen zu sein, wie bereits bei der Überfahrt von Island nach Grönland. Damals wurde der Propeller auf einer isländischen Werft repariert. Arved Fuchs sagt dazu: „Wir haben Glück im Unglück gehabt. Der Schaden am Antrieb hat uns elf Seemeilen südlich von der Stadt Upernavik ereilt. Der Wind war auf unserer Seite und wir konnten unter Segeln in den dortigen Hafen einlaufen. Erneut haben sich die Vorteile eines Segelschiffes gezeigt. Ein reines Motorschiff wäre in diesem Fahrtgebiet mit den zerklüfteten Küsten, den vielen Untiefen und Eisbergen sowie unvorhersehbaren Strömungen ohne einen funktionierenden Antrieb in echte Schwierigkeiten geraten“, und ergänzt: „Dieser erneute Zwangsstopp ist für mich und die Crew sehr ärgerlich, da er Zeitverlust sowie zusätzliche Kosten bedeutet. Die Stimmung an Bord ist dennoch gut. Wir alle wissen, dass eine Expedition auf einem traditionellen Segelschiff immer unvorhersehbare Ereignisse auf den Plan rufen kann, im Positiven wie im Negativen“ und betont: „Wir sind froh, dass uns der Schaden nicht im Smith Sund, im hohen Norden, im Packeis ereilt hat. Dort, abseits jeder Infrastruktur, hätte ein Schaden weitreichende Konsequenz für das Schiff haben können. Jetzt aber heißt es Ruhe bewahren und genau zu arbeiten. Wir werden den Fehler finden, beheben und die Expedition fortführen.“
Verstellpropeller der DAGMAR AAEN. Die Schubstange
ist in der Propellerwelle verbaut und kann nach Beddarf
horizontal bewegt werden.

Der rote Haikutter wurde nach Aasiaat  geschleppt, wo das Schiff aus dem Wasser genommen werden kann. Ein dänischer Experte für Verstellpropeller wird derzeit eingeflogen um die Ursache der wiederholten Störung zu finden. 

Verstellpropeller haben sich in Skandinavien seit Jahrzehnten bei Berufsfahrzeugen bewährt. Die Wirkung beruht darauf, das der Anstellwinkel der Propellerblätter bei drehender Welle stufenlos von "voll voraus" bis "Voll zurück" verändert werden kann, wobei sich der Schub entsprechend verstärkt bzw. vermindert. Diese Propeller werden auch heute noch für moderne Schiffe gebaut, darunter große Frachter und Segelschiffe. Als verstellendes Element dient eine Stange im Inneren der Antriebswelle. Sie ist bei DAGMAR AAEN vermutlich gebrochen, so die Presseinformation von Arved Fuchs.

Wir wünschen der Crew eine baldige und endgültige Reparatur und einen künftig störungsfreien Ablauf der Expedition.

17.08.18 FEUERLAND im Schifffahrtsmuseum

In der Ausstellung im Schiffahrtsmuseum über das Expeditionsschiff FEUERLAND von Günther Plüschow steht das eigentliche Objekt auf der anderen Straßenseite. Dennoch lohnt der Besuch.

FEUERLAND als Modell von Adi Born
Bild aus der Bauzeit der FEUERLAND  
Nach der Rückkehr von seiner letzten Antarktis-Expedition machte uns Arved Fuchs auf ein Schiff aufmerksam das, wie seine DAGMAR AAEN noch in diesen Tagen, Polarregionen bereiste die vor nur 90 Jahren nicht einmal vollständig kartografiert waren. Als die Eiskappen der hohen Breitengrade noch nicht schmolzen, keine Kreuzfahrtschiffe Touristenströme in die Antarktis karrten und es kein Plastik gab, das heute die einst unberührten Gewässer zu Müllkippen der Zivilation herabgewürdigt. 
Diese Spanne der Veränderungen von einst zu jetzt, hat dieses Schiff  überdauert. Wenn wir bereit sind seinem Kielwasser zu folgen, können wir Zusammenhänge in Entwicklungen sehen, die nur scheinbar so weit von einander entfernt sind wie der 54ste Breitengrad Süd, auf dem Ushuaia liegt und der 54ste Breitengard Nord, Koordinate Flensburgs. 
Das Wasserflugzeug als Modell, eine Heinkel HD 24W
mit der Kennung D-1313, der Glückszahl Plüschows


FEUERLAND als Versorgungsbasis
Dieses Schiff heißt FEUERLAND. Es ist nach den Worten von Carola Buchner vom Verein FEUERLAND e.V. von einem ganz besonderen Zauber umgeben, der Menschen berührt und zusammenbringt. Wie anders wäre es zu verstehen, dass Repräsentanten der noch heftig verfeindeten Länder Argentinien und Großbritannien miteinander die Ankunft des Schiffes in Hamburg feierten? 

Aber wir greifen vor, also eines nach dem anderen. 
FEUERLAND als Viehtransporter
Das Segelschiff aus dem Jahr 1927, oder besser gesagt das, was von dem einst see- und eistüchtigen Expeditionsschiff des seinerzeit sehr bekannten Flugpioniers und Expeditionsfliegers erhalten blieb, liegt seit Anfang Mai auf dem Gelände der Museumswerft. Grau verwittert zeigt der imposante Bau die ersten Spuren der beginnenden Restauration, die aus ihm ein vorzeigbares Traditionsschiff machen soll. Schließlich steht die FEUERLAND auf der Liste der beweglichen Denkmäler des Landes Schleswig-Holstein. 
Und tatsächlich muss es einen Zauber geben ohne den das Schiff seine sieben Lebensstufen nicht überlebt hätte. Es hat so ziemlich alles überstanden, womit das letzte Jahrhundert einem Hochseekutter begegen konnte. 
Das beginnt schon mit seiner Vorgeschichte, als der Marineoffizier und -FliegerGünther Plüschow mit seinem Flugzeug und wichtigen Dokumenten aus Tsingtao fliehen konnte, als die von China auf 99 Jahre gepachtete Kolonie Kiautschou des deutschen Kaiserreichs von Japan und seinen verbündeten Engländern eingenommen wurde. Seine spektakuläre Flucht machte ihn damals außerordentlich populär. Wo immer der "Flieger von Tsingtao" auftrat, waren ihm volle Zuhörersäle sicher, seine Bücher und Aufsätze verkauften sich blendend. Der mittlerweile aus dem Militärdienst ausgeschiedener Pilot baute darauf eine neue Zukunft und zwar als Expeditionsflieger. 


Aus der Luft konnten die letzten nicht vermessenen und dokumentierten Gebiete der Erde erforscht werden. Eines dieser Gebiete war Feuerland, die Südspitze des amerikanischen Kontinents. Nach jahrelanger Vorbereitung, und Planung ließ er sich 1927 in Büsum ein geeignetes Schiff bauen. Ähnlich wie die DAGMAR AAEN, die zur Zeit auf einer weiteren Reise in Polarregionen unterwegs ist, war das Schiff von Günther Plüschow im wesentlichen ein Fischkutter der Nordsee, besonders stark gebaut, wie jene auch. Er nannte es FEUERLAND, nach dem Ziel seiner Expeditionen. Das Schiff war schwimmende Basis und Versorgungsstation für das Wasserflugzeug, mit dem die eigentlichen Expeditionen unternommen wurden. Nur sehr wenige Schiffen dieser geringen Größe (16,20 Meter Länge) wagten damals die und lange gefährliche Reise. An seinem Bestimmungsort Feuerland sollte das Schiff als Basis für die Erkundungsflüge ins Niemandsland zwischen Argentinien und Chile eingesetzt werden. "Als Tender, Reparaturwerkstatt, Treibstofftransporter, Dunkelkammer zur Entwicklung des Filmmaterials und schwimmende „Schutzhütte“ gegen die eisigen Stürme trug die „Holzpantine“, wie Plüschow sie liebevoll nannte, dazu bei, die Expeditionen zum Erfolg zu führen." (aus: Feuerland, ein Büsumer Fischkutter entdeckt die Welt).
Die erste Reise mit der FEUERLAND konnte erfolgreich beendet werden, Von ihr gibt es beeindruckende Fotografien, die Meteorologen heute noch als Referenz für die Klimaentwicklung nutzen. In seinem Buch "Silberkondor über Feuerland" veröffentlichte er seine Eindrücke von dieser Reise. Noch vor Ende seiner zweiten Expedition im Jahr 1929 musste der Amateurforscher und Abenteurer sein Schiff jedoch verkaufen. Die Expedition kostete Günther Plüschow und seinen Mechaniker Ernst Dreblow auch das Leben. Vom letzten Flug kehrten sie nicht mehr zurück.

Für die FEUERLAND begann das zweite ihrer sieben Leben, von der die
FEUERLAND auf dem Weg zurück nach Hamburg
Ausstellung im Schifffahrtsmuseum  berichtet. Sie verliefen ganz anders als die ersten vier Jahre. Und sie bekam auch einen neuen Namen: PENELOPE. Den sollte sie bis zu Beginn des zweiten Jahrtausends behalten, als ihr letzter Eigner, Bernd Bucher sie entdeckte und ihre Bedeutung für die deutsche Schifffahrtsgeschichte erkannte. Er gab ihr ihren urspünglichen Namen "FEUERLAND" zurück. Die meisten Jahre dazwischen diente das Schiff profanen Aufgaben, und unterscheidet sich dadurch nicht von vielen alten Schiffen aus der selben Zeit, die irgendwann als Steinfischer oder Wohnschiff benutzt wurden. Dennoch wurde PENELOPE-FEUERLAND auch Zeitzeuge der Weltgeschichte im zweiten Weltkrieg, den sie wegen fehlender Ersatzteile als Auflieger noch ruhig verbrachte und ganz heiß während des Falklandkrieges, als Argentinien die britischen Falklandinseln gewaltsam besetzte und Großbritannien sich die Inselgruppe genau so gewaltsam zurück holten. PENELOPE überstand den Beschuss durch eine Fregatte und auch durch einen Harriett-Düsenjäger. 


Jetzt kümmert sich ein  Unterstützerverein um die Zukunft des geschichtsträchtigen Schiffes. Er hat sich die Museumswerft in Flensburg als idealen Ort für die Restauration gewählt und wirbt derzeit Sponsoren ein, die das Projekt finanzieren wollen. Die Ausstellung zur Geschichte dieses Schiffes im Schifffahrtsmuseum ist Teil dieser Bemühung.

Die Ausstellung hat uns sehr angesprochen, die ausgewählten Unterlagen, Bilder, Konstruktionszeichnungen und Texte zeichnen ein interessantes Bild aus den acht Jahrzehnten Schifffahrtsgeschichte, die ja eben auch eine Geschichte der "kleinen" Einheiten ist, die mit ihren Besatzungen Großes geleistet haben.

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 19. August 2018 um 11.30 Uhr eröffnet und endet am 03. März 2019

Das Grußwort der Eröffnung wird Dr. Michael Paarmann, Landeskonservator, Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein sprechen und das musikalische Rahmenprogramm gestaltet NORMA, Sängerin und Liedermacherin aus Nordfriesland.

09.08.18 Amundsens MAUD wieder daheim

Etwas mit Kälte und Eis gefällig? Als Erfrischung bei dem schwülen Wetter heute?

Flensburg hat einige Verbindungen zur Polarforschung. Zum einen ist Arved Fuchs, der bekannteste Polarforscher unserer Tage, derzeit mit seinem Haikutter auf einer Reise nach Grönland unterwegs. In den vierzig Jahren zuvor hat er immer wieder die Polregionen aufgesucht und erforscht. Als er die Nordwestpassage und die Nordostpassage auf den Spuren des berühmten Norwegers Roald Amundsens bezwang, hatte er bereits den Südpol zu Fuß erreicht, dem Vorbild im Jahr 1925 als Erstem gelang. 

Seit kurzem liegt das Expeditionsschiff FEUERLAND des Flugpioniers Günther Plüschow auf der Museumswerft zur Restauration. Flugpionier und Expeditionsschiff - was widersprüchlich klingt, ist es keineswegs. Auch Roald Amundsen war seinerzeit als Polarforscher Flugpionier. Mit einer Dornier N-25 Do J kam er als Erster dem Nordpol sehr nahe (87°43′N, 10°20′1″W) und mit einem Flugzeug verschwand er 1928 spurlos im nördlichen Eis. Er hatte versucht, Überlebende der italienischen Nobile-Expedition zu finden. Sie war mit dem Luftschiff ITALIA bei dem Versuch den Nordpol zu erreichen, desaströs gescheitert.  



video: Project group MAUD returns home (2011)

So weit zur Vorgeschichte. Nun ist ein wichtiges Relikt der Expeditionen Amundsens aus Kanada nach Norwegen zurückgekeht: Sein Schiff MAUD, mit dem er 1918-20 die Nordostpassage erkundete. Es war nach dem Vorbild der FRAM (1892 von Colin Archer) konstruiert, mit der Amundsen 1911 seine Südpolexpedition erfolgreich abschloss.
MAUD wurde von der Werft von Carl Jensen in Asker gebaut. Sie lief 1917 vom Stapel. Wikipedia informiert: "Amundsen taufte das Schiff nicht mit Sekt, sondern mit Eis".
Er musste es, wirtschaftlich angeschlagen, 1925 an die Hudson's Bay Company verkaufen. Sie fuhr noch bis 1926 unter dem Namen CAMBRIDGE BAY MAUD als Versorgungsschiff für äußeren Handelsstationen der Gesellschaft. In dem Jahr geriet sie in Packeis, das sie bis 1930 gefangen hielt. Schließlich sank sie auf 30 Metern Wassertiefe. Nun kommt MAUD 100 Jahre nach dem Start zur ersten Expeditionsfahrt in ihre Heimatstadt Askers, einem Vorort von Oslo, zurück. Für ihre Bergung und Rückführung hat sich die Projektinitiative "MAUD returns home" jahrelang eingesetzt. Jetzt wurde ihr Engagement belohnt. Das Europäische Segelinformationssystem esys.org berichtet am 06. August: 
"Nach jahrelanger Vorbereitung brachten Terje Mørkved, Bjørn Myrann, Jan Wanggaard und Stig Pettersen, die Köpfe der Kampagne "Maud Returns Home", das Schiff ... heim. 2016 wurde es in der Cambridge Bay gehoben und 2017 von dort auf Deck der Barge JENSE nach Aasiaat an der Westküste Grönlands geholt, wo es überwinterte. Am 23.6. verließ der Schleppzug Asiaat und ging durch den Prins Christians-Sund nach Tasiilaq, wo er am 14.7. eintraf. Am 19.7. stand er südlich von Island und hielt über die Färöer auf Norwegen zu." 
und weiter:
"Nach 100 Jahren ist das norwegische Polarforschungsschiff MAUD von Entdecker Roald Amundsen zurück in Norwegen. Am 5.8. um 20 Uhr passierte der Ponton mit dem Wrack an Deck den Leuchtturm von Hellesøy in Fedje in Hordaland. In der Nacht ging es auf Südkurs weiter nach Bergen.
Von dort wird die Reise über Sørlandet in den Oslofjord führen. Dort ist in Vollen/Asker, wo das Schiff 1917 erbaut wurde, das Ende der Reise. Hier wird es zum Museumsschiff." 


17.05.18 FEUERLAND: Alles im Lot

Auf der Museumswerft verkünden erste Hammerschläge den Beginn der Restaurierungsarbeiten an dem historischen Expeditionsschiff FEUERLAND. An Vor- und Achtersteven geben Lotleinen die erste Orientierung für die Mittelebene des Rumpfes vor. 

Vor neun Tagen erreichte die FEUERLAND, das Expeditionsschiff des Amateurforschers und Fliegers Günther Plüschow bzw. was von ihr noch übrig ist, die Museumswerft in Flensburg. 
FEUERLAND
Foto: WIKIPEDIA
Wie berichtet, soll der kaputt getrocknete Rumpf hier originalgetreu wieder hergestellt werden. Schließlich ist das Schiff  unter der Objektnummer 21806 als "bewegliches Kulturdenkmal" in die Denkmalliste des Kreises Dithmarschen eingetragen. 
Jens Fiedler, Initiator und Geschäftsführer des Förderkreises Expeditionsschiff FEUERLAND e.V. berichete bei der Ankunft des historischen Schiffes, dass unter allen möglichen Werften nur die Museumswerft in Flensburg für die anspruchsvolle Restauration infrage kommt. Nachdem der Versuch, diese Aufgabe durch den Verein "Jugend in Arbeit Hamburg" zu bewältigen an dessen Insolvenz scheiterte und die Mittel für Ein-Euro-Jobs gestrichen worden seien, musste für das Schiff eine neue Heimat gefunden werden. Hierfür hätte sich eigentlich Büsum als Geburtsort der Feuerland angeboten, sagte er, aber die dortige Werft existiere nicht mehr. Den Tipp, die Museumswerft auf die FEUERLAND anzusprechen, kam von Arved Fuchs, dessen DAGMAR AAEN im Museumshafen liegt und der auch zum Führungsteam des Fördervereins des Schifffahrtsmuseums gehört. Dort ist noch in diesem Jahr eine Ausstellung zu dem Flugpionier und Feuerland-Forscher Günther Plüschow geplant. Die Flensburger Museumswerft habe sich durch ihre Erfahrung bei Bau und Reparatur historischer Holzschiffe für dieses Projekt qualifiziert. Tags drauf berichtete das Flensburger Tageblatt: 
"Die Flensburger Museumswerft sei der ideale Partner für das Projekt, sagte Fiedler. Deren Leiter Uwe Kutzner ergänzte, die Werft sei spezialisiert darauf, historische Holzschiffe nachzubauen oder zu restaurieren, die in der Region von Bedeutung waren. „Wir sind überaus glücklich, diesen Auftrag abwickeln zu dürfen." *)
Zudem sprächen die Umgebung mit dem Historischem Hafen, Schifffahrtsmuseum und Museumshafen für diese Wahl. 

Zur Durchführung des Projektes erfahren wir, dass Beginn und Dauer in erster Linie von der Finanzierung abhängt. Die Gesamtkosten werden auf 1,4 Millionen Euro geschätzt, davon ein knappes Drittel alleine für den Rumpf. Alle Angaben natürlich mit den notwendigen Vorbehalten. Bei idealen Voraussetzungen könnte der Rumpf mit sechs Leuten in einem Jahr fertiggestellt werden. 
Die Restauration wird im wesentlichen in sechs Schritten durchgeführt, erfuhren wir:
  1. Der Rumpf ist derzeit verdreht und muss zunächst ausgerichtet werden
  2. Die Kielplanken und der Kiel werden herausgenommen
  3. Steven und Kiel werden erneuert
  4. Die Balkweger werden erneuert
  5. Jede zweite Planke wird durch neue Planken ersetzt
  6. Stopperplanken vollenden die Restauration des Rumpfes
Während der Arbeit müsse der Rumpf durch eine Überdachung gegen das Wetter geschützt werden.

Zur Finanzierung wurden verschiedene Ideen skizziert. Unter anderem die, dass "Plankenpaten" gewonnen werden sollen, welche eine Patenschaft für einen oder mehrere Meter Planke übernehmen - bei 1000 Euro pro Meter. Allgemein soll ein Mix von Sach- und Geldspenden den Bau finanzieren.

Wenn sie fertiggestellt ist, soll die FEUERLAND als Traditionsschiff vom Museumshafen aus Reisen unternehmen. Als Wunschziel wurde Südamerika genannt. 

Die Überlegungen der Museumswerft gehen noch weiter in die Zukunft. Nach Abschluss des Projektes "FEUERLAND" soll an der selben Stelle der Westindiensegler gebaut werden, dessen Modell in der kleinen Werfthalle besichtigt werden kann.
______________________________________
*) Quelle:  https://www.shz.de/19798036 ©2018

08.05.18 Endstation Anfang (1)

"...denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Was Hermann Hesse über die Wechselfälle des Lebens schrieb, kann vielleicht auch für das Leben der FEUERLAND gelten, das Expeditionsschiff des Flugpioniers, Forschers und Reiseschriftstellers Günther Plüschow. 


Wer heute zu Fuß, Rad Auto oder Bus an der Museumswerft vorbei kommt, wird vielleicht nicht einmal bemerken, dass dort ein weiterer maroder Schiffsrumpf steht. Aber heute lohnt es sich, genauer hinzusehen, denn über Nacht ist dort ein Schiff mit einer langen und großen Geschichte eingetroffen.

Für die Hintergründe müssen wir ein wenig ausholen, weil seine Ursprünge heute weitgehend vergessen sind. Dabei fassen wir eine lange und spannende Lebensgeschichte  in wenigen Zeilen zusammen, die den Protagonisten Günther Plüschow noch zu  Lebzeiten sehr berühmt machte. Aber seine herausragenden Leistungen sind heute weithin vergessen.

Die Geschichte beginnt vor 104 Jahren, als das Deutsche Reich nach Beginn des Ersten Weltkriegs seine ausländischen Stützpunkte gegen die gegnerischen Mächte verteidigen musste. Darunter auch das "Schutzgebiet Tsingtau" gegen das Kaiserreich Japan, und seinen Verbündeten, das Britischen Empire. Die deutschen Truppen, darunter auch der Marineflieger Oberleutnant zur See Günther Plüschow, müssen schließlich kapitulieren. Plüschow bekommt den Auftrag, wichtige Papiere auszufliegen und  nach Deutschland zu bringen. Er war schon zuvor als "Flieger von Tsingtau" bekannt geworden, weil er mit damals noch sehr jungen Jagdflugzeugen im Kampf imponierende Erfolge erreichte. Nach einer abenteuerlichen Reise erreichte er über den Pazifik und Nordamerika schließlich Europa, und wurde in Gibraltar von den Briten gefangen genommen. Er floh aus der Kriegsgefangenschaft und kam im Jahr 1915 zurück nach Deutschland und setzte seinen militärischen Dienst fort. Er war der einzige Deutsche der je aus britischer Kriegsgefangenschaft floh. Er übernahm wichtige Aufgaben bei den Marinefliegern  und schied 1919 aus dem Militärdienst aus.  Ihm zu Ehren wurde der Hafen der Marineflieger in Kiel Holtenau "Plüschowhafen" genannt.
Nach dem Kriegsende beginnt Günther Plüschow  eine neue erfolgreiche Laufbahn als Forscher und Reiseschriftsteller. Er unternahm drei Expeditionen nach Südamerika, wo er als Pionier der Fliegerei bis heute unvergessen ist. Die erste Reise unternahm er 1925 an Bord der Viermastbark PARMA, für die zweite ließ er sich in Büsum ein Schiff bauen, FEUERLAND, das ihn zusammen mit seinem Team nach Punta Arenas brachte. Den größten Teil seiner Ausrüstung und das Flugzeug, ein Doppeldecker Heinkel HD 24W  kamen per Dampfer PLANET ebenfalls dorthin. Während seiner Expeditionsflüge diente im die FEUERLAND als schwimmender Stützpunkt.
Seine dritte Reise begann er im Jahr 1930 und unternahm weitere Flüge über Argentinien, wo er 1931 in einen Teil  des Lago Argentino stürzte und zusammen mit seinem Begleiter Ernst Dreblow den Tod fand.


























Seit heute Morgen, 03.45 Uhr gibt es auf dem Gelände der Flensburger Museumswerft ein ansehnliches Erinnerungsstück, das nicht übersehen werden darf: Das Expeditionsschiff FEUERLAND, dessen maritimes Leben ebenfalls Stoff für spannende Geschichten liefert. Die wichtigsten Stationen seiner Lebensreise sind Büsum, Punto Arenas, Falkland Inseln, Argentinien, Hamburg und jetzt endlich Flensburg.
Die FEUERLAND, mittlerweile in die Denkmalliste von Schleswig Holstein aufgenommen, soll auf der Museumswerft Flensburg nach musealen Standards restauriert werden. Für dieses 1,4 Millionen Euro Projekt macht sich eine gemeinnützige GmbH stark, die zu diesem Zweck mit viel Elan Geld und Sachspenden zusammentragen will.

Mit dieser Summe soll der ausgetrocknete, Rumpf auf einem wurmstichigen Kiel mit gebrochene Spanten und geborstenen Laibhölzern wieder zu dem schmucken Segler werden, der er vor 90 Jahren war.

Für die Initiatoren ist Flensburg der Ort, wo sich das Schicksal der geschichtsträchtigen FEUERLAND entscheidet: Entweder schwimmt sie wieder als zugelassenes Traditionsschiff mit Liegeplatz im Museumshafen, oder sie wird endgültig abgewrackt.

Um über die besondere Bedeutung des Schiffes zu informieren, plant das Flensburger Schiffahrtsmuseum ab 19. August eine Sonderausstellung mit dem Titel "Die sieben Leben der FEUERLAND".

Bereits am Sonntag der Rumregatta wird der Flensburger Modellbauer Adi Born im Beisein von Arved Fuchs ein detailgetreues Modell der FEUERLAND an das Schifffahrtsmuseum übergeben.

Wie endet das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse?
"So wird vielleicht auch noch die Todesstunde/ uns neuen Räumen jung entgegen senden/ Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden/ Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!"
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Quellen: Internet (u.a.: WIKIPEDIA, Schloss Plüschow, Kiautschou/ Tsingtau, Plüschowhafen). Presseinformation 

05.10.17 Verdienter Orden für Arved Fuchs

Foto: Bernhard-Michael Domberg
Arved Fuchs, Mitglied im Museumshafen Flensburg, wurde für seinen Einsatz für den Umweltschutz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.


Die Kieler Nachrichten informieren über die verdiente Würdigung:

"Fuchs erhält den Orden für seine Verdienste um den Umweltschutz. „Mit seinen Dokumentarfilmen, Fotoreportagen und Büchern ist er zu einem der herausragenden Umweltschützer der Bundesrepublik geworden“, begründet die Ordenskanzel des Bundespräsidenten in Berlin die Ehrung des Bad Bramstedter Expeditionsleiters. Außerdem habe sich Fuchs durch sein jährlich veranstaltetes Jugendcamp „Ice – Climate – Education“ hervorgetan, in dem er Jugendliche zu „Klimaschutzbotschaftern“ qualifiziert.
Das Bundesverdienstkreuz am Bandes des Verdienstordens ist die zweite Stufe der Orden nach der Verdienstmedaille. International wird der Verdienstorden mit dem Ritterkreuz gleichgesetzt.
„Ich freue mich sehr über diese Ehrung“, war Fuchs erste Reaktion. „Ich nehme sie stellvertretend für die globalen Bemühungen um den Klimaschutz entgegen und für die junge Generation, die sich für die Umwelt engagiert.“
DAGMAR AAEN, der stäbige Haikutter von 1931, mit dem Arved seine Expeditionsreisen unternimmt liegt im Flensburger Museumshafen am Bohlwerk- wenn es nicht gerade mal wieder unterwegs ist. Die letzte große Reise vor zwei Jahren führte ihn bis zur Antartischen Halbinsel südlich von Kap Hoorn.  


DAGMAR AAEN auf der Förde. Hier sieht man sie immer wieder mal, bei Veranstaltungen auch gerne unter Segeln. 

10.09.17 ALEXANDRA auf Schiet

Foto: Holger Petersen /shz

















Wer ist da noch nicht auf Grund gelaufen? Der halbe Museumshafen hat da schon fest gesessen; selbst das rote Expeditionsschiff von Arved Fuchs ist da schon aufgelaufen. Die Passage rund um die Ochseninseln hat es in sich. Gestern um 17:30 Uhr hat es den Salondampfer ALEXANDRA erwischt. Die Fahrrinne ist sehr eng und die Sände reichen bis nahe heran. Bei langsamer Fahrt, so der Kapitän des einzigen seegehenden Passagierdampfschiffs Deutschlands, rutschte das 113 Jahre alte Schiff so sanft auf Grund, dass er es zunächst nicht bemerkte. Bei leichter Strömung fuhr es sich jedoch so sehr fest, dass es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Glücklicherweise waren die Seenotretter zufällig in der Nähe und so konnten der Rettungskreuzer NIS RANDERS und das Rettungsboot ONKEL WILLI schon etwa binnen einer halben Stunde zur Stelle. Mit gemeinsamer Kraft von ALEXANDRA und NIS RANDERS  war der alte Dampfer um 19:15 Uhr wieder frei und mit ihm die 13 Mann Besatzung und 21 Passagiere.
Soweit bekannt, nahm der Museumsdampfer keinen Schaden. Das werden geplante weitere Untersuchungen hoffentlich bestätigen. Heute, am Tag des Offenen Denkmals hieß es jedenfalls "open ship". Viele Besucher folgten der Einladung.

20.07.17 Zugpferd vor dem Wind


Das Besanstagsegel setzen wir gerne bei leichtem Raumschot-Wind. Bei halbem Wind auch gerne gemeinsam mit dem Code-Zero, aber immer zusammen mit dem Topp-Segel. So kommen wir bei Wind unter drei Beaufort auf etwa  140 qm am Wind oder sieben qm/Tonne Verdrängung. Raumschots können uns die Leichtwind-Segel leider nicht helfen - sie fallen immer wieder ein und sind dann ohne Wirkung.

Backstags segelnd bei Schwachwind mit
großem Klüver, Fock, Topsegel, Großsegel
Besanstagsegel und Besan
Die letzten drei Segeltage boten wieder ein Wetter wie aus dem Katalog für Luxusangebote. Auf Ostkurs zum Ankerplatz bei Westwind und vier bis fünf Beaufort, am Ankerplatz schwacher Wind und zurück auf Westkurs bei Wind aus Ost um fünf. Dazu ein paar Böen als Zugabe damit es nicht eintönig wird. Wind aus der Richtung schräg achtern ist ideal für Gaffelsegler. Aber mit welcher Segelführung wenn der Wind backstags weht?

Unsere Gaffelketsch WIEBKE BOHLEN hat keine losen Backstagen. Das ist sehr bequem bei Wenden und Halsen, zumal  wir meist zu zweit sind. Diese Erleichterung bringt aber auch mit sich, dass der Großbaum nicht weiter als etwa 60 Grad von der Mittschiffslinie ausgefahren werden kann. Exakt vor dem Wind zu segeln fordert sehr schnelle Reaktion an der Pinne, wenn das Boot vor dem Wind giert. Das kann man mal eine Weile so machen, wenn es nicht zu vermeiden ist. Aber meistens kreuzen wir stattdessen vor dem Wind und halsen, um den Kurs zu ändern.









WIEBKE BOHLEN mit "großem" Klüver und Fock am Wind.
Leider zeigt sie kein Foto bei raumem Wind segelnd.
Foto: Achim Staugaard
Kreuzend bleiben die Segel sicher auf ihrer Seite. Winddreher können durch Anluven oder Abfallen leicht ausgesegelt werden und einen Bullenstander benötigen wir dann auch nicht¹). Wir haben Windfähnchen am Achterliek der Gaffelsegel. Sie zeigen auch beim Kreuzen vor dem Wind ob die Strömung am Segel gut ist. Wenn die schmalen leichten Bändchen beginnen querab zu flattern, sind die Schoten zu dicht gestellt. In den Vorsegeln helfen Windfäden beim Vorliek. Die kann der Rudergänger jedoch nicht gut sehen. Stattdessen achtet er auf die Schoten. Sobald sie etwas lose kommen, fallen wir ab, bis sie wieder steif stehen. Oder wir holen die Schot etwas dichter und bleiben auf Kurs. Generell ziehen die Segel besser, wenn sie raumschots "offen" gefahren werden, d.h. nicht zu dicht geschotet sind. 
Am Wind mit Arbeitsklüver und Baumfock
Foto: Arved Fuchs

Nimmt der Wind zu, will das Boot anluven. Wird zum Ausgleich das Ruder stärker gelegt, benötigen wir entsprechend viel mehr Kraft an der Pinne. Gleichzeitig wächst der Strömungswiderstand und wir werden langsamer als unvermeidbar. Wenn die größte wirksame Segelfläche vor dem Großmast gesetzt ist, lässt die Neigung zum Anluven nach. Das können wir erreichen, indem wir erstens auf den Besan und/oder auf das  Toppsegel verzichten, das Großsegel mit Reff fahren und möglichst große Vorsegel setzen.
Noch im geschützten Hafen. In der Inneren Förde erwarteen
wir böigen achterlichen Wind (6 Bft). Da wir auf dem Weg
zurück kreuzen müssen, haben wir den Arbeitsklüver
gesetzt.
Foto: Hark Hoyer
Das ist bei uns der große Klüver mit 30 qm (ab drei Beaufort) oder der Code Zero mit 40 qm, wenn der Wind noch schwächer weht. Der große Klüver ist aus schwerem Tuch (480 g/qm) genäht, weil wir ihn je nach Seegang und Wellen auch mal bis sieben Beaufort stehen lassen. Besucher fragen immer wieder nach der Segelführung unter wechselnden Bedingungen. Manche hoffen auf eine Tabelle, in der sie für jede Windstärke und Wellenhöhe die passende Empfehlung ablesen können. Offen gestanden hätten wir sowas anfangs auch gerne gehabt. Bislang haben wir jedesmal abgewogen, welche Segel wir setzen. Denn zu guter Letzt kommen ja auch noch andere wichtige Fragen hinzu. Beispiele: Wie bekommen wir die Segel wieder runter, wenn der Wind zunimmt? oder beim Segeln in der Nacht: Wird ein Segelwechsel in der Dunkelheit notwendig?

Backstags segeln wir mit dem großen Klüver aber ohne Fock. In der Abdeckung des Großsegels ist ihre Wirkung gering bis null. Außerdem bekommt der große Klüver im Abwind eine mehr oder minder großen Beule
ins Profil.

Großer Klüver und Baumfock ergänzen sich am Wind.
Bei raumem Wind steht die Fock aber nicht so gut.


Weht der Wind stärker als fünf Beaufort kommt der Arbeitsklüver (18 qm) ran. Dann kann auch die Fock (20 qm) mithelfen. Sie zieht aber besser, wenn ihr Holepunkt weiter mittschiffs ist als am Wind. Nimmt der Wind noch mehr zu, fällt der Besan, dann kommen Reffs ins Groß. Über sieben Beaufort haben wir den Sturmklüver gesetzt. Zuerst mit gereffter Fock und gerefftem Groß, dann wird das Großsegel komplett weggenommen. Bei Wind über acht bis neun waren wir glücklicherweise immer irgendwo in Sicherheit, entweder im Hafen oder an einem sicheren Ankerplatz. Allgemeine Empfehlungen können wir mangels eigener Erfahrung für diesen Fall also nicht geben. Außer der: immer den Seewetterbericht aktuell und aufmerksam verfolgen und zusätzlich eigene Überlegungen anstellen. Die offiziellen Angaben beziehen sich auf die offene See, in Küstennähe kann alles ganz anders aussehen, besonders wenn die Ufer steil und die Berge hoch sind.

Diese Erfahrungen stammen aus zwanzig Jahren Segeln auf unseren Boot. Jetzt versuchen wir das Segeln bei Starkwind oder Sturm zu vermeiden, besonders wenn das Revier eng und die Zahl der Boote ringsum groß ist. Das überlassen wir gerne Jüngeren, wenn auch mit ein bisschen Wehmut.

____________________________
¹) Bobby Schenk, der viel gefahrene und sehr erfahrene Segler empfiehlt dagegen, den Bullenstander immer zu setzen, also auch beim Segeln am Wind. Das ist sicherlich ein guter Rat, wenn zwischen den Wenden oder Halsen länger auf einem Kurs gesegelt wird, als meistens hierzulande möglich. Und ein bisschen Konzentration muss die Crew nämlich schon mitbringen. Sonst sollte man vielleicht besser auf die Segel ganz verzichten.  



08.02.17 Doch was zu melden

Ein Blick auf das Foto von heute macht klar: Am Bohlwerk ist absolut Nichts los, was eine Meldung lohnt. Außer vielleicht, dass heute, zum ersten Mal in diesem Jahr, eine nennenswerte Menge Schnee gefallen und sogar liegengeblieben ist. Gestern sah es genauso aus, nur ohne Schnee und Vorgestern auch, aber nasser.

Am Bohlwerk liegen SIGANDOR, RYVAR, MEJSEN, GRETA, FORTUNA, WIEBKE BOHLEN, PIROLA, DAGMAR AAEN und FULVIA. BODIL ist nicht weit entfernt auf der Werft in Egernsund. Der Winter ist für die einen Ruhezeit, für andere Zeit in Ruhe am Boot zu arbeiten.
,
Wir müssen schon ein paar hundert Meilen weiter nach Norden blicken, um eine interessante Gschichte zu finden. DAGNAR AAEN und das kalte Wetter sollen dabei den Einstieg liefern.
Der rote Haikutter, das Expeditionsschiff von Arved Fuchs hat unter seiner Leitung 1993 die sogenannte Nordwest-Passage bezwungen. Die arktischen Gewässer nördlich von Kanada waren damals noch durch dichte Eisfelder teilweise blockiert. Das Eis, in dem auch die bekannte Franklin Expedition tragisch scheiterte, hätte beinahe auch das Schicksal der DAGMAR AAEN besiegelt. Schließlich konnte die Crew "mit viel Geduld" das Schiff aus dem tödlichen Eispress befreien und die Beringstraße erreichen. Damit war die Reise auf den Spuren von Roald Amundsen am Ziel angekommen. Der norwegische Polarforscher hatte diese anspruchsvolle Reise 90 Jahre zuvor als erster geschafft. Sie dauerte drei Jahre. Das Expeditionsschiff von Amundsen war GJØA, mit 21 Metern Länge nur drei Meter kürzerer Fischutter als die DAGMAR AAEN aus dem Flensburger Museumshafen. Bei der Exedition war das Schiff schon 28 Jahre alt. GJØA blieb erhalten und kann immer noch im Fram Museum in Oslo besichtigt werden. In diesen Tagen wird sie von Bootsbauern des Hardanger Fartøjvernsenter restauriert. Ein aktuelles Video zeigt die alt überkommene Handwerkstechnik. Hier werden neue Balkweger eingebaut.



Die Arbeit wird unterstützt durch moderne Digitalisierungsmethoden, die neuerdings immer stärker in Archäologie, Restauration oder Modellbau Eingang finden. Das Stichwort ist Modellierung. Hierbei werden digitale Fotografien durch Programme in dreidimensionale Datenmodelle umgewandelt. Die können dann wahlweise visualisiert oder mit Volumendruckern in reale Modelle umgewandelt werden. Das Modell von GJØA wurde aus 151 Digitalfotos mit der Software AGISOFT herstellt. Es kann auf dem Bilschirm aus allen Richtungen betrachtet werden. Je nach Rechnerleistung sollte man den Cursor etwas langsamer bewegen als gewohnt um harmonische Bewegungen zu erhalten. Natürlch reicht es nicht, einfach mal die Handykamera auf ein Schiff zu halten. Aber auch der Aufwand für die Anschlußarbeiten wird vermutlich im Laufe der nächsten Jahre noch erheblich geringer werden.

Unser Flensburger Modellbauer-Freund Adi Born hat im letzten Jahr ein Modell der GJØA nach alter Väter Brauch von Linienrissen auf Papier ausgehend hergestellt. Es ist, wie von ihm gewohnt, sehr schön, handwerklich perfekt und sehr detailversessen gebaut worden. Wie schön, dass so etwas trotz rasantem Fortschritt immer noch möglich ist! 

Modell der GJØA von Adi Born

16.08.16 DAGMAR AAEN ist zurück

Leider nicht wirklich gut zu erkennen:
DAGMAR AAEN heute um 14 Uhr südlich von Sonderburg
auf dem Weg nach Flensburg
Heute ist der rote Haikutter DAGMAR AAEN des Berufsabenteurers Arved Fuchs zu seinem ständigen Liegeplatz am Bohlwerk zurückgekehrt. Es ist das Ende einer ein Jahr dauernden Reise, die ihn und seine Crew bis zum Rand der Antarktis führte. Wir haben in den HAFENMELDUNGEN einzelne Stationen der Expedition aufgezeichnet. Wer an mehr Berichten Interesse hat findet sie auf der Internetseite von Arved Fuchs Expeditionen. Am 18.08. von 18:45 bis 19:30 Uhr erzählt er in NDR DAS! über seine Reise und neue Pläne.

16.12.15 DAGMAR AAEN rund Kap Hoorn


Foto: Arved Fuchs Expeditionen
Gestern hat Arved Fuchs samt Crew auf dem roten Haikutter DAGMAR AAEN das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas gerundet. Für Arved war es jetzt die vierte Reise zum Schicksalsfelsen der großen Blauwassersegler auf dem Weg zwischen den großen Ozeanen Pazifik und Atlantik. Dort, wo meist heftige Stürme aus West toben, wehten vergleichsweise komfortable vier Beaufort. Einen ausführlichen Bericht gibt es im Internet-Logboch der DAGMAR AAEN zu lesen. Mittlerweile ist der Kutter wieder zum im Beagle-Kanal zurückgekehrt.


04.12.15 Termine, Termine!

Passend zu dem brennend aktuellen Thema "Flüchtlinge" erinnert das Schifffahrtsmuseum an die Eröffnung der Ausstellung "Bootsflüchtlinge" am 10. Dezember und schreibt dazu: 

Täglich erreichen uns Meldungen über Flüchtlinge. Viele von ihnen haben lebensgefährliche Fahrten über das Mittelmeer hinter sich. Die Ausstellung zeigt, auf welchen Wegen und warum Flüchtlinge aus und über Afrika der afrikanischen Nordküste zustreben, um von dort aus nach Europa überzusetzen. Die Wanderausstellung wurde vom Asyl-Arbeitskreis Braunschweig gemeinsam mit Amnesty-Wolfenbüttel erstellt. Zur Ausstellung wird die Installation "Refugees" des dänischen Künstlers Jens Galschiøt gezeigt. Zur Ausstellungseröffnung anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am Do, 10. Dezember um 19.30 Uhr spricht Stefan Schmidt, Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein in einem Kurzvortrag über die aktuelle Flüchtlingslage.
Die Ausstellung Bootsflüchtlinge wird bis zum 03. Januar 2016 gezeigt. 

Glücklicherweise gibt es auch noch andere Themen.
Wer die Fahrten der DAGMAR AAEN verfolgt, wird sich vielleicht anlässlich der gegenwärtigen Expedition für eine Serie von Fernsehausstrahlungen über die Reisen von Arved Fuchs mit seinem roten Haikutter aus dem Museumshafen interessieren:   
19.12.15
21:05 bis 22:05 (Arte)
Abenteuer Polarkreis
31.12.2015
09:40 bis 10:20 (Arte)
Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Aufbruch aus dem Eis"
10:20
bis 11:05
(Arte)
Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Auf nach Nova Scotia"
11:05
bis 11:50
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Kurs auf Neufundland"
11:50
bis 12:35
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Zurück in die Alte Welt"
12:35
bis 13:20
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Raue See vor Schottlands Inseln"
01.01.2016
19:15
bis 20:15
(ZDF)

Terra X: Abenteuer Polarkreis
11.01.2016
07:45
bis 08:30
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Aufbruch aus dem Eis"
12.01.2016
07:45 bis 08:30
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Auf nach Nova Scotia"
13.01.2016
07:45
bis 08:30
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Kurs auf Neufundland"
14.01.2016
07:40
bis 08:25
(Arte)

Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Zurück in die Alte Welt"
15.01.2016
07:40
bis 08:25
(Arte)
Mit Arved Fuchs durch den Nordatlantik - "Raue See vor Schottlands Inseln"

29.11.15 DAGMAR in Ushuaia angekommen

Liegeplatz der DAGMAR AAEN in Ushuaia, Argentinien
Bild: marinetraffic.com 
Die große Reise von Hamburg nach Ushuaia im Süden von Feuerland ist nun glücklich zuende gegangen. Das Expeditionsschiff von Arved Fuchs aus dem Museumshafen Flensburg ist am wichtigsten Etappenziel angekommen. Die Reise begann am 07. August und führte über Falmouth am Westausgang des Englischen Kanals nach Vigo im Westen von Nordspanien, nach Lagos in Portugal, mit einem ungeplanten Zwischenstopp in Figueira de Foz, ebenfalls in Portugal. Von dort aus ging es nach Arrecife auf Lanzarote (Kanarische Inseln). Jetzt kam der Sprung zur Afrikanischen Westküste,. Die Route führt über die Kapverden  zu den dem Kontinent vorgelagerten Bissagos-Inseln. Am 09. Oktober überquert sie den Äquator und erreicht zehn Tage später die brasilianische Inselgruppe Fernando de Noroñha. Wieder zehn Tage später läuft sie in Natal an der Brasilianischen Ostküste ein. Die nächste Station ist Rio de Janeiro. Dort liegt sie nahe der berühmt-berüchtigten Copacabana, bis sie weiter südwärts nach Punta del Este, wo sie am 16. November ankommt. Die Reise verlief, soweit bekannt, mit nur geringen Störungen und die Besatzung ist wohlauf. Am Wochende wird Arved Fuchs zu seiem Schiff reisen um die Fahrten am Südende des Amerikanischen Kontinents selber zu leiten. Ein ganzer Themenkatalog wartet auf seine Bearbeitung. Ein Höhepunkt wird der 400ste Jahrestag der ersten bekannten Rundung von Kap Horn in der modernen Geschichte sein. Ein anderer betrifft die Erinnerung an den leider weithin vergessenen deutschen Flugpionier Gunther Plüsschow. 
Wer die Stationen der Reise mit verfolgen möchte, kann das im Internet Tagebuch der DAGMAR AAEN nachlesen. Auch die HAFENMELDUNGEN haben über die Reise berichtet.
 

16.11.15 DAGMAR in Punta del Este

Der rote Haikutter DAGMAR AAEN, Expeditionsschiff von Arved Fuchs aus dem Museumshafen Flensburg, ist heute in Punta del Este in Uruguay an der Mündung des Rio de la Plata angekommen. Ihr letzter Hafen war Rio de Janeiro in Brasilien. An ihrem neuen Ort ist es teils heiter, teils wolkig bei 16°C, der NE weht mit 4 bft.
Hier in Flensburg ist es zu Zeit regnerisch bei 12°C und der SW weht mit ca fünf bft. Es soll Böen um acht bft geben. Bleibt also schön da, wo ihr seid. Wir wünschen einen erholsamen Aufenthalt!

04.11.15 Fernweh


Bild: © Arved Fuchs Expeditionen/ Aktuelle Nachrichten (Marcel)




















Die Internetseite mit den Reiseberichten der DAGMAR AAEN zeigt heute in einem kurzen Video Bilder der Reise über den Südatlantik. Für alle, die ein wenig Fernweh tanken möchten, ein absolites Muss, zumal wem der hiesige Nebel aufs Gemüt schlägt. Das Bild zeigt einen Schnappschuss aus der gut zwei minütigen Aufnahme.
Nicht zu empfehlen für Leser der HAFENMELDUNGEN, die gerade eine Sinnkrise ihres Lebens durchlaufen. Zu sonstigen Risiken und Nebenwirkungen sollte ein Therapeut oder Seelsorger konsultiert werden.

25.10.15 DAGMAR AAEN erreicht Marceió

Marceió, Praha de Avenida
Bild: Google earth
Nach der Querung des Südatlantik bis zur brasilianischen Inselgruppe Fernando de Noroñha war das Brasilianische Festland nur noch einen Katzensprung weit entfernt. Mit der Ankunft in der Großstadt Marceió hat DAGMAR AAEN jetzt endgültig den Kontinent erreicht.

Um genau zu sein, ist sie dem Festland nur so nahe gekommen, wie nicht zuvor auf dieser Reise. Als sie heute morgen um 08:45 Uhr die brasiianische Großstadt Maceió erreichte und in die Praia da Avenida einlief, sind sie ohne festzumachen nach drei Stunden weitergereist. Warum, wissen wir nicht. Aber vielleicht war es ihnen nach der langen Zeit in der relativen Ruhe an Bord im Zentrum der Millionenstadt einfach zu hektisch. Wer schon mal wochenlang der Zivilation entronnen war, kann das gut nachempfinden. Maceió ist Hauptstadt des Bundesstaates Alagoas im Nordosten Brasiliens.
Die Route der Ocean Change Expedition
Bild: Arved Fuchs Expeditionen



Vielleich sollte ein Crewmitglied an Land gebracht oder ein anderes aufgenommen werden. Vielleicht auch sollten Ersatzteile aufgenommen werden.Oder es gab für DAGMAR keinen guten Liegeplatz. Schließlich machen in der Praia da Avenida auch Kreuzfahrtschiffe fest.   Am Wetter wird es nicht gelegen haben. Es ist mittags bewölkt bei 27°C.  Der Ostwind weht mit vier Beaufort Stärke.



DAGMAR AAEN ist im Rahmen der Ocean Change Expedition unterwegs nach Patagonien und zur Antarktischen Halbinsel. Und im nächsten Frühjahr jährt sich der Tag der ersten Rundung von Kap Hoorn zum 400sten Mal. Da will DAGMAR AAEN und ihre Crew dabei sein. Und das Team vom Sender ZDFinfo auch. Es soll eine Dokumentation zum Thema Kap Hoorn erstellen.