Seit 14:00 Uhr laufen die Pumpen mit denen das Wasser aus dem Rumpf des im Hafen am Deutschen Schifffahrtsmuseum gesunkenen hundertjährigen Frachtseglers.
Zuvor wurden 20 Luftsäcke an Gurten befestigt, die in den letzten Tagen durch Taucher unter dem Rumpf hindurch geführt wurden. Dafür musste der Schlick auf dem Hafengrung an den jeweiligen Stellen entfernt werden. Die Arbeiten erforderten mehr Zeit als geplant.
Das Online Portal von Nord24 hat soeben ein Video veröffentlicht zum Stand der Bergung der hölzernen Dreimastbark. Darin informiert der Leiter der Aktion von Möller Survey über die Risiken:
Dieses Tagebuch wird für Liebhaber und Freunde traditioneller Segelschiffe geschrieben. Es gibt ausschließlich persönliche Eindrücke und Gedanken wieder. Daher ist es unvollständig und subjektiv. Für Irrtümer bitte ich um Nachsicht. Vielleicht findet ihr Zeit, einen Kommentar an die Mailanschrift in "Impressum/Kontakt" zu schreiben. Dafür schon im voraus herzlichen Dank! Alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.
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18.09.19 SEUTE DEERN soll morgen schwimmen
Vor fast drei Wochen sank die hundert Jahre alte und sanierungsbedürftige Dreimastbark des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven an der Pier des Alten Hafens. Morgen soll sie wieder aufschwimmen.
Seit Anfang des Monats wurde die Bergung des Dreimasters aus dem Jahr 1919 geplant und vorbereitet. Unmittelbar nach dem nächtlichen Unglück wurde Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantzhof in der Kreiszeitung mit der Hoffnung zitiert, das Wahrzeichen der Stadt an der Wesermündung bergen und restaurieren zu können. Schon bald danach liefen die Vorbereitungen an. Zunächst wurden Teile der schweren Takelage entfernt. Das sollte ein Kentern bei der Bergung verhindern. Zudem wurde der Rumpf unter Wasser mit einem Tauchroboter per Kamera untersucht, um den Zustand des desolaten Rumpfes genauer zu erfassen. Auch das eine Sicherungsmaßnahme, um weiteren Schaden an dem Wahrzeichen der Stadt zu verhindern. Dass die SEUTE DEERN schwer heruntergekommen war, ist schon vorher bekannt gewesen. Gelder wurden für ihre Sanierung bereitgestellt. In der Presse wurden wurden große Beträge genannt, 1,4 Millionen Euro allein für die Planung, 30 Millionen für die Sanierung. Jetzt werden zusätzlich über eine Million für die ungeplante Bergung genannt.
Mittlerweile ist die eigentliche Bergung angelaufen. Taucher haben Hebegurte durch den Schlamm unter dem Rumpf gezogen, an denen morgen Luftkissen für den notwendigen Auftrieb angebracht werden. Zudem wurden die Leckstellen im Rumpf so weit möglich geschlossen. Während das Wasser durch Pumpen aus dem Rumpf geschafft wird, soll das Schiff aufschwimmen. Kritisch bleibt die Gefahr, dass das "Süsse Mädchen" während des Manövers kentert. Schließlich konnte der Rumpf soweit er im Schlamm steckt nicht untersucht werden und auf eine Besichtigung von innen durch Taucher wurde verzichtet um sie nicht zu gefährden.
Wie es nach einer erfolgreichen Bergung weitergeht ist indessen noch unklar. Man will überlegen, ob die zugesagten Mittel tatsächlich in voller Höhe bereitgestellt werden. Darüber werden die Stiftung Deutsches Schiffahrtsmuseum und die Politik entscheiden. Der Ausgang ist ungewiss.
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| SEUTE DEERN Foto: buten un binnen |
Mittlerweile ist die eigentliche Bergung angelaufen. Taucher haben Hebegurte durch den Schlamm unter dem Rumpf gezogen, an denen morgen Luftkissen für den notwendigen Auftrieb angebracht werden. Zudem wurden die Leckstellen im Rumpf so weit möglich geschlossen. Während das Wasser durch Pumpen aus dem Rumpf geschafft wird, soll das Schiff aufschwimmen. Kritisch bleibt die Gefahr, dass das "Süsse Mädchen" während des Manövers kentert. Schließlich konnte der Rumpf soweit er im Schlamm steckt nicht untersucht werden und auf eine Besichtigung von innen durch Taucher wurde verzichtet um sie nicht zu gefährden.
Wie es nach einer erfolgreichen Bergung weitergeht ist indessen noch unklar. Man will überlegen, ob die zugesagten Mittel tatsächlich in voller Höhe bereitgestellt werden. Darüber werden die Stiftung Deutsches Schiffahrtsmuseum und die Politik entscheiden. Der Ausgang ist ungewiss.
06.09.19 Das gab's nur einmal...
... das kommt nicht wieder/ das war zu schön um wahr zu sein./ So wie ein Wunder fiel auf uns nieder/ vom Paradies ein gold'ner Schein.
Heute endete das Wunder. Nach vier Tagen reiste Königin Margarethe II. mit ihrer Yacht in Richtung Kopenhagen ab.
Am Tag ihrer Ankunft vor vier Tagen sagte sie in einer Rede wie sehr es sie berührt, dass so viele Menschen zu ihrer Begrüßung erschienen sind und dass sich so viele in Deutschland Geborene Dänemark zugehörig fühlen. Zum Abschied heute haben sich trotz des Regenwetters wieder Viele auf der Schiffbrücke eingefunden, darunter viele Kinder mit Dannebrog-Fähnchen aber auch ältere und alte. Man spricht dänisch und deutsch, harrt ruhig auf die Ankunft der Königin. Sie soll mit einer größeren Eskorte anreisen, hört man. Die Zeitung hat 16:30 Uhr als Termin angekündigt, aber es wird dann doch noch etwas später. Vielleicht ist es bei Königinnen so, wie bei anderem lieben Besuch. Man mag sich nicht trennen und so vergeht die Zeit.
Die Gangway liegt schon bereit, die Königin kann kommen. Am Fuß der langen Treppe steht eine blonde Soldatin in schmucker Uniform und hält mit der Hand am Rapier Wache. An Deck Offiziere mit weißen Mützen und Seesoldaten in weißen Hosen zu schwarzblauen Uniformjacken. Man kann ja zum Militär stehen wie man will, aber solche Uniformen machen schon Eindruck. Das auf Ironie getrimmte Kleinhirn lässt das Wort "Operette" durch die Synapsen zittern, aber das Gefühl sagt, sieht so aus, trifft es aber nicht den Kern der Sache. Die spürbare Vorfreude vieler Wartender spricht dagegen. Das hier ist nicht eine beliebige Show.
Jetzt zucken blaue Lichter über die Fassade des Hotels "Hafen Flensburg". Die Vorauseskorte der Polizei mit sieben Motorrädern kündigt sich an, gefolgt von einer Kolonne großer schwarzer Limousinen. Im Fond, die Scheibe ist herabgelassen, eine Dame mit großem Hut. Nein, das ist sie doch wohl noch nicht. Dann verstellen andere Schaulustige die Sicht. Jetzt sammeln sich an Deck immer mehr Besatzungsmitglieder und nehmen Haltung an. Und dann steigt die Königin auf die Gangway und begrüßt die Wartenden an Deck und an Land. Dänische Lieder werden gesungen, viele Stimmen fallen ein. Das sind keine einstudierten Chöre, da singen Leute wie Du und ich. In den Augen mancher alten Männer und Frauen glitzern Tränen. Ein Mann in der Menge reckt seine Mittelfinger hoch. Andere raunen sich zu: "Einfach ignorieren".
Als die Königliche Yacht schließlich den Hafen verlässt, leert sich der Platz auf der Schiffbrücke nur langsam. Der Staatsgast ist abgereist. Einen solchen Besuch werden wir wohl nicht noch einmal erleben.
Heute endete das Wunder. Nach vier Tagen reiste Königin Margarethe II. mit ihrer Yacht in Richtung Kopenhagen ab.
Als die Königliche Yacht schließlich den Hafen verlässt, leert sich der Platz auf der Schiffbrücke nur langsam. Der Staatsgast ist abgereist. Einen solchen Besuch werden wir wohl nicht noch einmal erleben.
03.09.19 Tag der Symbole
Was nur alle vierzig Jahre passiert, verdient größere Beachtung als das Tagesgeschäft. Heute ist so ein Tag: Die Königin von Dänemark wird mit der Königlichen Yacht in den Flensburger Hafen einlaufen um hier vier Tage lang zu verweilen.
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Gestern wurden die Parkplätze an der Schiffbrücke komplett gesperrt. Heute morgen geschäftiges Treiben im Hafenquartier. Schon kurz nach neun holt ein Nachbar mit ein rotem T-Shirt (Aufdruck "Danmark") gewandet, eilig sein SUP-board, um vermutlich ihre Dänische Majestät beim Einlaufen in den Flensburger Hafen auf eigenem Kiel zu begrüßen. Die Bea (Beste Ehefrau von allen) des Hafenmelders ist schon mit rotem Rock und und passendem Top mit der Kamera auf dem Weg zum Hafen. Der Hafenmelder muss die Stellung halten: Die im Versandhandel bestellten roten Sandalen kommen wieder mal zu spät, könnten aber heute noch kommen.
Flensburg voller Symbole. Die Königin - Symbol der Identität unseres Nachbarn im Norden, Der Besuch - Symbol ihrer Verbundenheit. Das Rot - Symbol der Nation. Symbole sogar vom Himmel gespendet: Es regnet. Wie sangen wir als Kinder? Gott segnet, die Erde wird nass! Zeus näherte sich Danae als goldener Regen. Der Boden braucht Nässe so sehr wie Menschen royale Huld besonders wenn kein Gold vom Himmel fällt wie in der mythischen Geschichte.
Und dann - ja dann erscheint die Royale Yacht im Hafen, fast 80 Meter lang, strahlend weiss mit goldener Bugzier und Seesoldaten an Deck, in adretten Uniformen. Der Regen hat aufgehört, die Menge an der Hafenkante klappt die Schirme zu. Und jetzt: DIE KÖNIGIN! Ein Kommando - die Soldaten salutieren Ihre Majestät schreitet über die Gangway an Land und lächelt. Kinder mit Dannebrog - Fähnchen winken und jubeln.
Mehr Fotos gibt's auf Facebook
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Gestern wurden die Parkplätze an der Schiffbrücke komplett gesperrt. Heute morgen geschäftiges Treiben im Hafenquartier. Schon kurz nach neun holt ein Nachbar mit ein rotem T-Shirt (Aufdruck "Danmark") gewandet, eilig sein SUP-board, um vermutlich ihre Dänische Majestät beim Einlaufen in den Flensburger Hafen auf eigenem Kiel zu begrüßen. Die Bea (Beste Ehefrau von allen) des Hafenmelders ist schon mit rotem Rock und und passendem Top mit der Kamera auf dem Weg zum Hafen. Der Hafenmelder muss die Stellung halten: Die im Versandhandel bestellten roten Sandalen kommen wieder mal zu spät, könnten aber heute noch kommen.
Flensburg voller Symbole. Die Königin - Symbol der Identität unseres Nachbarn im Norden, Der Besuch - Symbol ihrer Verbundenheit. Das Rot - Symbol der Nation. Symbole sogar vom Himmel gespendet: Es regnet. Wie sangen wir als Kinder? Gott segnet, die Erde wird nass! Zeus näherte sich Danae als goldener Regen. Der Boden braucht Nässe so sehr wie Menschen royale Huld besonders wenn kein Gold vom Himmel fällt wie in der mythischen Geschichte.
Und dann - ja dann erscheint die Royale Yacht im Hafen, fast 80 Meter lang, strahlend weiss mit goldener Bugzier und Seesoldaten an Deck, in adretten Uniformen. Der Regen hat aufgehört, die Menge an der Hafenkante klappt die Schirme zu. Und jetzt: DIE KÖNIGIN! Ein Kommando - die Soldaten salutieren Ihre Majestät schreitet über die Gangway an Land und lächelt. Kinder mit Dannebrog - Fähnchen winken und jubeln.
| Schiffbrücke bereit zum Empfang |
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| KDM DANNEBROG dreht ein zum Anlegen |
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| Gleich wird sie angekommen sein ... |
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| ... und das Begrüßungskommitee muss nicht länger warten |
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02.09.19 Nicht perdü
Jeder denkt sie sind perdü, aber nein noch leben sie (Max und Moritz, sechster Streich)
Man kann sich kaum etwas Toteres vorstellen, als einen Bahnhof, in dem keine Züge ankommen oder abfahren. Mit Häfen ist es ganz ähnlich. Man könnte meinen, ohne Bens Fischhütte wäre im Museumshafen überhaupt nichts mehr los. Aber weit gefehlt. Bei den Lüttfischern geht noch was.
Erst vor zwei Tagen fragte uns ein Nachbar, ob es am Bohlwerk noch sowas wie Vereinsleben gibt. Als ehemalige langjährige Mitglieder konnten wir darauf nicht verbindlich antworten. Aber der Blick in die Aktuellen Schiffsmeldungen zeigt, dass es, abgesehen von den Großveranstaltungen, bisher in diesem Jahr erheblich weniger Schiffsbewegungen im Museumshafen gab, als im letzten Jahr. Allein im Juli waren es 75% weniger Ab- und Anlegemanöver. Nimmt man die Manöver bei Tagesausflügen hinzu, war der Unterschied noch größer, denn pro Boot gibt es nur eine Meldung pro Tag. Und im gerade verstrichenen August war der Unterschied minus 68%. Aber auch sonst sieht man nur wenig Aktivität auf und an den Schiffen. Die meisten liegen da wie bestellt und nicht abgeholt.
Das gilt aber nur für die unmittelbar am Bohlwerk liegenden "großen" Boote.
Anders ist es am abseits gelegenen Anleger der Lüttfischerjollen. Wie es aussieht, gibt es hier zuwenig Platz für alle; einige liegen schon geraume Zeit am Ponton der Museumswerft gegenüber.
Und heute bekamen wir dazu noch eine erfreuliche Mail mit aktuellen Bildern von den Jollenseglern:
Man kann sich kaum etwas Toteres vorstellen, als einen Bahnhof, in dem keine Züge ankommen oder abfahren. Mit Häfen ist es ganz ähnlich. Man könnte meinen, ohne Bens Fischhütte wäre im Museumshafen überhaupt nichts mehr los. Aber weit gefehlt. Bei den Lüttfischern geht noch was.
Erst vor zwei Tagen fragte uns ein Nachbar, ob es am Bohlwerk noch sowas wie Vereinsleben gibt. Als ehemalige langjährige Mitglieder konnten wir darauf nicht verbindlich antworten. Aber der Blick in die Aktuellen Schiffsmeldungen zeigt, dass es, abgesehen von den Großveranstaltungen, bisher in diesem Jahr erheblich weniger Schiffsbewegungen im Museumshafen gab, als im letzten Jahr. Allein im Juli waren es 75% weniger Ab- und Anlegemanöver. Nimmt man die Manöver bei Tagesausflügen hinzu, war der Unterschied noch größer, denn pro Boot gibt es nur eine Meldung pro Tag. Und im gerade verstrichenen August war der Unterschied minus 68%. Aber auch sonst sieht man nur wenig Aktivität auf und an den Schiffen. Die meisten liegen da wie bestellt und nicht abgeholt.
Das gilt aber nur für die unmittelbar am Bohlwerk liegenden "großen" Boote.
Anders ist es am abseits gelegenen Anleger der Lüttfischerjollen. Wie es aussieht, gibt es hier zuwenig Platz für alle; einige liegen schon geraume Zeit am Ponton der Museumswerft gegenüber.
Und heute bekamen wir dazu noch eine erfreuliche Mail mit aktuellen Bildern von den Jollenseglern:
"Hallo Ihr beiden, es ist vollbracht...der Fischerjollenanleger, der seit einem Jahr kräftigen Zulauf bekommt, hat sich am Freitag und Samstag wie die Krabben über das Bootshaus hergemacht.Die Hütte stahlt nun wieder in Ihrem elegant schwarzen Kleid.Zeitweise waren ca. 8 Menschen rund um die Hütte beschäftigt lose Substanz zu entfernen, die Türen zu weißen und neue Teerfarbe auf die zum Teil Morschen Bretter zu streichen... frei nach dem Motto Arbeit zieht Arbeit nach sich, hat sich leider herausgestellt, daß es einige morsche Stellen gibt, die zum Teil ausgebessert wurden. Wie im wahren Leben kommen wir nicht drumrum die Seite zur Wasserschutzpolizei komplett zu erneuern.Bei strahlendem Wetter war es eine Freude das Bootshaus zu pflegen. Alles im Allen eine tölle Aktion, die allen Nutzern zu Gute kommt und am Freitag Abend in eine Geburtstagtparty mündete."
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