06.04.17 Termin für Kartonmodellfreunde

 
Den kommenden Sonntag werden die Freunde des Kartonmodellbaus ohnehin schon im Kalender haben, aber auch Interessierte sind willkommen:
Am kommenden 9. April 2017 findet von 10:00 bis 17:00 Uhr im Flensburger Schifffahrtsmuseum der sechste "Tag des Kartonmodellbaus"statt.  Veranstalter ist wieder die "Kartonmodellbaugruppe zwischen den Meeren", ein lockerer Zusammenschluss von mehr als 25 Kartonmodellbauern aus Flensburg und ganz Schleswig-Holstein, die sich dem Schifffahrtsmuseum angegliedert haben.

Die Kartonmodellbaufreunde wollen an die erfolgreichen Kartonmodellbautage anknüpfen und haben zahlreichen Mitmacher aus nah und fern eingeladen. So wird dem Besucher an diesem Tag wieder ein breites Angebot an Kartonmodellbau geboten. Neben Einsteigern werden "Profibauer" an diesem Tag aktiv ihre Modelle erstellen und zahlreiche fertige Schiffe, Flugzeuge, Figuren, Fahrzeuge, Häuser usw. präsentieren. Die Liste der Anmeldungen ist bereits jetzt schon ziemlich lang, 30 Modellbauern und Verlage aus Rostock, Hannover, Bremen Hamburg und aus ganz Schleswig-Holstein.
Das Käuzchen ist auch ein
Kartonmodell
Der Tag wendet sich auch an junge und ältere Menschen, die gerne mit Geschick und geringen Mitteln zauberhafte und realistische Modelle erstellen möchten. Vielen sind Schiffs- und Flugzeugmodelle bekannt, aber es gibt nahezu keinen Bereich aus Technik und Natur, der nicht von den Freunden des Kartonmodellbaus in realistischen Volumenmodellen nachgebildet wurde. Beispielsweise Vögel, Architekturmodelle, Fahrzeuge, Pflanzen, hustorische Szenen... Wer also sein räumliches Vorstellungsvermögen trainieren möchte, ist beim Kartonmodellbau an der richtigen Adresse. Diese Tätigkeit ein ideales Hirntraining für den Entwurf von räumlichen Objekten am Computer.
Kartonmodellbau ist seit mehr als einem halben Jahrtausend als ernst zu nehmende Entwurfstechik bekannt. Heute werden hauptsächlich sehr präzisen, professionell hergestellte Vorlagen verwendet.

Sechs Firmen haben zugesagt und werden ihre Modellbaubögen anbieten. Die Veranstalter haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass für jeden etwas dabei ist. So sind Modellbaubögen mit einfachen Modellen, bis hin zu Modellbaubögen der Extraklasse dabei. Erstmals präsentiert der Annette Scholz Verlag seine Modelle. Als örtlicher Händler ist die Firma "Imlau Modellbau" dabei, die zusätzliches nützliches Zubehör vorrätig halten wird. 
Die "Kartonmodellbaugruppe zwischen den Meeren" bietet auch diese Mal Interessierten einen Mitmachertisch an, an dem fast alles aus Karton ausprobiert werden kann.

Der "Tag des Kartonmodellbaus" wird durch ein Vortragsprogramm ergänzt. Im Laufe des Tages stellen dann die teilnehmenden Firmen ihre Neuigkeiten vor.
Kontakt:
Karl Nielsen

0461/505 48 964

02.04.17 Ein Frühlingstag

BODIL am Takeldalben
So kann man das Gaffelsegel nur bei Wind von vorn
anschlagen













Auch heute ist das Wetter Frühling pur.
Leichte Bewölkung, Sonnenschein und schwacher Wind laden ein, die Boote endlich segelfertig zu machen. Entsprechend sind Viele an Bord aktiv. Da wird gemalt, getakelt, geschliffen oder auch nur einfach abgeplant. Besonders fällt der Haikutter BODIL auf. Hier wird das Großsegel angeschlagen. Wer seinem Kopf eine schmerzhafte Begegnung mit Baum oder Gaffel ersparen möchte, näht die Schratsegel bei Wind von vorn an. Nun weht der Wind heute zufällig aus West. Also hängt sich der ehemalige Fischereisegler mit einer Vorleine an einem der Dalben in den Wind, wie eine kleine Jolle. Das ist praktisch, seemännisch und sieht zudem auch noch spannend aus.

In der Box nebenan erwacht DAGMAR AAEN aus dem Winterschlaf. Zwei Jahren Expedition nach Feuerland und zur Antarktischen Halbinsel machen einen Werftaufenthalt notwendig. Das Geräusch des Callesen Diesels klingt heutzutage ungewohnt, noch vor wenigen Jahren war der "Stolperrhythmus" des Dreizylinders in allen Ostseehäfen gewohnte Klangkulisse. Für den Rückweg hat sich Skipper und sin Fru eine Viking-Jolle im Schlepp mitgenommen. Der Rest der Besatzung muss an Bord bleiben und auf der Werft arbeiten.

 

Auch auf anderen Boote gibt es bei dem schönen Wetter genug zu tun:

Klüverfall und -Schoten der  Kreuzeryacht
WIEBKE BOHLEN laufen klar
Der Großmast des Loggers PIROLA wird geschliffen










Auch Skjutse FROUWE FORTUNA ist aufgewacht
Die Jagt MEIJSEN af RIBE zeigt sich wieder
hüllenlos















Währenddessen ist BODIL schon wieder segelfertig und macht einen Probeschlag im Hafen. Und in 54 Tagen ist schon wieder Rumregatta.



02.04.17 Lose-lose

Das hätte man sich ja denken können. Der halbfaktische Bericht von gestern war nur dem Datum geschuldet, nicht der gebotenen journalistischen Sorgfaltspflicht. Das unterscheidet die HAFENMELDUNGEN von den Bulletins des Weissen Hauses in Washington (DC.): Wir mogeln nicht im Bericht und wenn doch, beharren wir nicht auf dem Fake.
Also noch mal in Reinschrift: Die neue Sicherheitsrichtlne (SiRi) wurde nicht zurückgezogen, die Notifizierung durch die Europäische Kommission läuft immer noch und wenn kein Wunder geschieht, wird die ungeliebte Richtlinie noch in diesem Sommer in Kraft treten. Optimisten unter den Traditionsschiffern hoffen jedoch immer noch, dass der Kelch an ihnen vorüber geht.

Zwar konnte der urspüngliche Entwurf der Novelle in einigen Punkten entschärft werden. So beispielsweise die Forderung, in Holzrümpfe Stahlschotten nachträglich einzubauen. Das hätte die eigentlich zu schützende historische Substanz der Schiffe auf immer zerstört. Und die finanzielle Substanz vieler Eigner sowieso. Aber es bleiben weiterhin erhebliche Mehrkosten an den Kulturbewahrern und Hafenfestbeseglern hängen. Die denken nun über neue Protestformen und -Aktionen nach, mit ungewissem Erfolg.

Wenn die SiRi mit ihren Auflagen jedoch unumgänglich und die Sicherheit der Menschen an Bord nicht anders zu schützen ist - an anderer Stelle wären finanzielle Entlastungen immer noch denkbar. Als Beispiel fällt uns ein, dass viele sicherheitsrelevante Geräte durch autorisierte Unternehmen zertifiziert werden müssen. Das Ergebnis sind in der Regel erheblich höhere Preise für die Ausrüstung, wenn sie den erforderlichen Siegel trägt. Daneben gibt es im Markt weiterhin nicht zertifizierte Geräte wie sie von Yachtausrüstern angeboten werden. Wenn es um den Schutz von Menschenleben auf See geht, dann sollte doch die Sicherheit an Bord von Yachten und Traditionsschiffen unterschiedlos wirkungsvoll gesichert werden. Oder müssen wir davon ausgehen, dass ein Funkgerät für Yachtsegler leichter versagt als das zertifizierte? Dasselbe gilt für Signalgeräte. Warum muss eine Schiffsglocke ein Mehrfaches kosten, wenn sie einen Siegel trägt? Wird sie im Nebel besser warnen, als eine unzertifizierte mit denselben physikalischen Eigenschaften? Wäre es so, müsste an dieser Stelle nachgebessert werden. Die anfallenden Prüfkosten wären durch erheblich höhere Stückzahlen leicht zu marginalisieren. Vielleicht lohnt es, auf dem Gebiet der Kompensation noch einmal nachzudenken und dem BMVI vorzuschlagen.

01.April 17 Win-Win

Wie wir soeben erfahren, hat das BMVI  (Bundesministrium für Verkehr und Infrastruktur) die Neufassung der Sicherheitsrichtline (SiRi) zurückgezogen und damit die bereits beantragte Notifizierung der Novelle in Brüssel gestoppt. Die Neuregelung und Verschärfung der Ausrüstungs- und Befähigungsvorschriften wurde lange Zeit von Interessenvertretern der Traditionsschiffer und der Tourismus-Lobby der Küstenländer vehement bekämpft. Man fürchtete das Ende der Traditionsschiffahrt mit den romatisch aussehenden Seglern und damit das Ende der beliebten Hafenfeste.
Hintergrund für die unerwartete Entscheidung, die Neufassung der Siri zu stoppen, ist die Zustimmung der Länderkammer zur der Mautgebühr für ausländische Kraftfahrzeuge. Diese Zustimmung galt lange Zeit als äußerst fraglich, weil die meisten der SPD-regierten Bundesländer Nachteile im Grenzhandel und -Tourismus befürchteten. Zur Überrraschung vieler Kommentatoren gab es dennoch kurzfristig einen Sinneswandel und einige Leitartikler vermuteten massive Zuwendungen an die notorisch klammen Länderkassen im Rahmen des Länderfinanzausgleichs. Nun stellt sich heraus, dass dies nur ein Teil des Deals war. Nachdem sich die Verhandlungen zwischen BMVI und Bundesfinanzministerum einerseits und den Ländern andererseits über die Höhe des Finanzvolumens keine Einigung erzielt werden konnte, gab der Verzicht auf die Neufassung der ungeliebten Siri den Ausschlag. Das BMVI verzichtet auf die SiRi und die Länder erleiden keine Einbußen im Tourismus.
Traditionsschiffer, die ihre Existenz und die ihrer Schiffe schon am Boden zertört sahen, können aufatmen. Wie so oft, hat auch diesmal in letzter Sekunde die Vernunft gesiegt.

31.03.17 Bugspriet oder Klüverbaum

MARIE wird für die Saison aufgeriggt
Foto: Vera
WIEBKE BOHLEN hat den Klüverbaum noch an Deck liegen.
Er kann jederzeit herausgefahren werden, das ganze stehende
Gut ist angeschlagen
Auch im Yachthafen nebenan werden die Boote auf die Saison vorbereitet. Während im Museumshafen nur die Jollen an Land überwintern, werden hier auch größere Yachten im Herbst an Land geholt und im Frühjahr wieder zu Wasser gelassen. So auch MARIE, ein Nachbau der DYARCHY von Laurent Giles. Auch sie noch mit Gaffeltakelung und einem veritablen Bugspriet. Der lässt sich nicht so einfach zum Lackieren komplett an Deck ziehen wie der Klüverbaum der WIEBKE BOHLEN. Zum Ausgleich kann das Vorgeschirr der MARIE in aufrechter Haltung angeschlagen werden. Bei der WIEBKE BOHLEN dagegen muss sich die Bootsfrau an Deck über den Bug hinaus beugen um Rackring, den Nockbeschlag und das Vorgeschirr anzubringen (Das musst der Bootsmann auch,wenn er es macht). Hört sich kompliziert an, ist aber nach dem zweiten mal Routine.

Während des Segelns bleibt der Beschlag samt dem stehenden Gut an der Nock des Klüverbaums, auch wenn er an Deck genommen wird. Das hat zwei Vorteile: Man findet in vollen Häfen leichter einen Liegeplatz. Das hat uns in der Urlaubszeit schon mehrfach eine Übernachtung im Hafen möglich gemacht. Zudem stampft das Boot bei sehr grober See weniger, wenn der "Spargel" an Deck liegt. Fährt man mit einer kleinen Crew, sollte man scih dazu aber rechtzeitig entschließen und nicht erst dann, wenn der Bug schon ständig unterscheidet und grünes Wasser an Deck kommt.