16.05.18 RAKEL: Neues Leben aus Ruinen?

Wer hätte das gedacht! Seit das ehemalige Fischereifahrzeug aus der Werft des berühmten norwegischen Schiffsbauers Colin Archer am 22. Juni 2013 auf der Fahrt von Bremerhaven nach Helgoland in Seenot geriet, stand ihr Schicksal in den Sternen. Jetzt könnte das Schiff eine neue Chance bekommen

RAKEL heute in Egernsund. 
Da fährt man arg- und ahnungslos zu seiner Werft nach Egernsund, um einen Termin für die alljährliche Reinigung und Kontrolle zu vereinbaren. Kurz vor der Werft sehen wir den Rumpf der RAKEL, die seit mehr als vier Jahren zwischen Hoffen und Bangen auf eine vollständige Restauration wartet. Nachdem auf der Werft von Christian Johnson wichtige strukturelle Verbesserungen an dem sanierungsbedürftigen Rumpf vorgenommen wurden, ging dem damaligen Eigner das Geld aus. Das Schiff war zu diesem Zeitpunkt nicht schwimmfähig und belegte einen Platz auf der meist gut ausgelasteten Helling. Nach einigem Hin und Her wurde der Rumpf durch kräftige Kunststoffplanen soweit abgedichtet, dass es wieder zu Wasser gelassen werden konnte. Seitdem liegt es in Egernsund auf. Verschiedene Versuche die Restaurierung fort zu setzen und das Schiff mit einem neuen Betriebskonzept wieder in Fahrt zu bringen, scheiterten. Wir berichteten in mehreren Artikeln über diese wechselvolle Phase im Leben des mittlerweile 122 Jahre alten Seglers.
Wir sehen also diese traurige Schiffsruine und bedauern wie schon vorher oft unsere Unfähigkeit, dem alten Segler zu helfen. Aber kurz danach erfahren wir, dass er jetzt wohl eine neue Chance bekommt und in seinem langen, wechselvollen Leben ein neuer Abschnitt beginnen soll. Was ist geschehen?

Das, was von dem alten Schiff noch vorhanden ist, hat erneut den Eigentümer gewechselt. Der will  den Rumpf noch in diesem Sommer nach Lübeck verholen, um dort die Restauration zu vollenden. Als wir ihm heute begegneten, montierte er gerade die Schraubenwelle eines alten Fischkutters. Der soll den Rumpf der RAKEL nach Lübeck schleppen. Zuvor soll RAKEL Auftriebstanks bekommen, die ihn notfalls über Wasser halten sollen. Das sei eine Forderung des Hafenmeisters in Lübeck, erfahren wir.

Wir wünschen dem Schiff und seinem neuen Eigner viel Erfolg! Auch wenn die Voraussetzungen sehr unsicher scheinen: Auch der wunderbar wiedererstandene Finkenwärder Hochsee-Ewer PROVIDENTIA HF42 wurde gerettet, nachdem er einmal kurz vor seinem unabwendbar scheinenden Ende zu stehen schien. Das war auch in Egernsund. Vielleicht gibt es ja einen "Genius Loci", der diesmal RAKEL unter die Arme greift.

15.05.18 Mother's Litte Helpers (7): Von Hand schleifen

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die das Leben einfacher machen. Sie müssen nicht unbedingt Geld kosten. Hier zwei Helferlein, die uns immer wieder nützlich sind.

An einem Holzboot gibt es immer was zu schleifen. Mal muss der Lack erneuert, mal ein neues Bauteil geglättet werden. Grobe Unebenheiten werden mit dem Hobel geglättet, alte Farbschichten mit dem Kratzer abgezogen. Danach kommt schleifen, schleifen, schleifen.

Dafür gibt es verschiedene mehr oder minder teure Elektrogeräte. Alle brauchen Schleifpapier, das meist mit einer Klettverbindung an den Geräten befestigt wird. Es dauert oft nicht lange, und die Aufnahme am Werkzeug will partout nicht mehr die zugehörigen Schleifblätter festhalten. Ergebnis: die Blätter fliegen weg und eine neue Aufnahme muss her. Das passiert natürlich besonders gerne während die ersten dunklen Wolken am Horizont aufziehen oder ein wichtiger Besuch unmittelbar bevorsteht.
Das alleine ist schon Grund genug, sich nach einer Alternative umzusehen. Dazu kommt der teilweise nervtötend schrille Ton der meisten Elektrowerkzeuge.

Deshalb wird bei uns an Bord größtenteils alles von Hand geschliffen. Das ist zwar körperlich anstrengend, aber ein Besuch im Fitness Studio treibt auch die Schweißperlen auf die Stirn. Leider ist es nicht einfach, gutes Schleifpapier billig zu bekommen. Was in Baumärkten angeboten wird ist meist viel zu dünn. Wenn es knittert, was immer wieder vorkommen kann, reißt es zuerst an den Kanten und zerfällt kurz danach in kleine Stücke, noch bevor die Schleifkörner stumpf geworden sind. Mit anderen Worten: Man  verwandelt pro Quatratmeter Oberfläche vermutlich auch einen Quadratmeter Schleifpapier in kleine Fetzen. Allerdings könnte man auch Schleifpapier für den Bedarf von Schreinern oder anderen Profis kaufen. Das ist aber entsprechend teuer. Wir haben gute Erfahrungen mit drei anderen Möglichkeiten gemacht:
  • Wir bestechen einen Möbeltischler und bekommen seine gebrauchten meterlangen Schleifbänder der Flachschleifmaschine. Die sind zwar schon etwas stumpf, aber das Trägermaterial ist sehr belastbar. Dazu sind sie erschwinglich, wenn der Tarif "eine Flasche guten Burgunders für drei Schleifbänder" akzeptiert wird. 
  • Wir kleben billiges selbstklebendes Tape auf die Rückseite des dünnen
    Rückseite von dünnem Schleifpapier, an den Rändern
    mit Silbertape verstärkt. 
    Schleifpapiers aus dem Baumarkt. Mit der Verstärkung hält es viel länger als ohne. Das lohnt also den Preis für das "Silbertape". Wir bekommen es hier beim Billigheimer.
  • Wir verzichten auf Elektrogeräte, schleifen von Hand, benutzen aber die dazu gehörigen Schleifpapiere mit dem Klettvlies auf der Rückseite. Sie halten erheblich länger als das "normale" Schleifpapier aus dem Baumarkt. Durch Sonderangebote bei ALDI oder LIDL ist es zudem unterm Strich auch erheblich billiger. Bewährt haben sich die runden Blätter für Exzenterschleifer.
Bleibt noch ein Vorteil den Elektrogeräte gegenüber dem konventionellen Schleifen mit der bloßen Hand haben könnten, wenn das Klettvlies lange genug durchhielte. Genügend große Aufnahmeflächen eignen sich besser zum Schleifen ebener oder schwach gerundeter Oberflächen. Wo die Hand den oft vorhandenen Beulen folgt, werden durch eine ebene Schleif-Fläche Erhebungen schneller abgetragen und im Ergebnis wird die geschliffene Fläche besser geglättet. Allerdings neigen rotierende Elektrogeräte dazu, dass sich das Schleifpapier unterschiedlich abnutzt. In der Rotationsmitte am wenigsten, an den Rändern am stärksten. Letzteres besonders, weil nahezu Jeder oder Jede mit zu viel Druck arbeitet und außerdem nur mit dem Rand des Tellers. Ergebnis: Das Schleifpapier ist nach kurzer Zeit unbrauchbar, obwohl der größte Teil seiner Fläche noch scharf ist.
  • Deshalb schleifen wir auch derartige Flächen von Hand, aber kleben das Schleifpapier
    Handelsübliches Schleifpapier mit Teppich-Klebeband auf
    ein Kantholz geklebt. Wichtig: Bis an den Rand kleben!
    mit doppelseitig klebendem Band ("Teppichklebeband") auf einen handlichen Holzklotz passender Größe. Bei großen Flächen kleben wir einfach mehrere Schleifpapiere nebeneinander, wie es gerade sinnvoll ist. Die Verlängerung der Standzeit ist nach unserer Erfahrung phänomenal. Besonders dann, wenn wir den Klotz mit dem Schleifpapier in kurzen Abständen immer wieder hart aufschlagen. Dann setzt es sich nicht zu.

13.05.18 Nun ist sie vorbei

Die 39. Rumregatta ist Geschichte - eine schöne Geschichte. Bei herrlichem Sommerwetter und frischem Wind gab es am Samstag auf der Flensburger Förde Segeln vom Feinsten.

BODIL nur mit Fahrtwind
Noch am Freitag bestimmt die Flaute, Feind jeden Seglers, auf der Flensburger Förde das Regiment. Anstatt wie die meisten Teilnehmer aus Flensburg zur ca. 20 Seemeilen entfernten dänischen Hafenstadt  Sonderburg zu segeln, um mit den meisten Teilnehmern der tags darauf startenden Rumregatta nach Flensburg zurück zu fahren, wollen wir auch in diesem Jahr den einlaufenden Schiffen und Booten entgegen segeln um möglichst viele schöne Fotos von dem Feld der alten, historischen, traditionellen oder auch nur so aussehenden Booten und Schiffen zu schießen.
Selbst die als besonders schnelle Seglerin bekannte ANA
bemüht ihren Motor.
Doch wie so oft im Leben gilt auch jetzt: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Ein J.W. von Goethe dichtete. Nach vier Stunden haben wir dennoch die Ochseninseln erreicht aber noch keinen Teilnehmer der Fjord Regatta gesehen. Erst am Nachmittag kommen sie, vom Dieselwind bewegt, mit rauschenden Bugwellen durch Holnis' Enge und streben unverzüglich Richtung Flensburg. Allen voran JENSINE aus dem Jahr 1852, laut dem  Schiffshistorischen Archiv Flensburg der "älteste hölzerne Segler Dänemarks im Originalzustand" (wenn man mal vom Dieselmotor absieht). Also nix mit Fotos von alten Seglern mit vielen Quadratmetern Leinwand an den Masten. Um Aufsehen zu vermeiden ("habt ihr einen Maschinenschaden?") packten wir schließlich ebenfalls die Segel ein und drückten den Startknopf. Das hat auch seine gute Seite, kann doch der Motor mal wieder zeigen, wozu er an Bord ist.
Zwischenhoch über Dänemark und Schleswig-Holstein lässt die Luft still stehen. "Tiefe Stille herrscht im Wasser, ohne Regung ruht das Meer", wie
Die alten Schiffe liegen auch unter dem Historischen Krahn
Wer als Letzter von rund einhundert Schiffen in den Hafen einläuft, muss festmachen, wo noch ein freier Platz ist. Aber es macht sich schon bemerkbar, dass in diesem Jahr weniger Traditionssegler nach Flensburg kamen, als sonst. Das Flensburger Tageblatt berichtet von 99 Seglern, die an der Regatta teilnehmen. Wir finden gleich am Bohlwerk einen guten Platz neben angenehmen Nachbarn und machten uns erst mal was zu essen. Nicht, dass es während der Rumregatta an Nahrung mangelt, aber
... und auch am übrigen Bohlwerk
die Skipperin kocht eben doch besser. Auf der hölzernen Anlegebrücke herrscht Hochbetrieb, denn zusätzlich zu den ohnehin meist sehr zahlreichen Gästen von Bens Fischütte, versammeln sich zahllose Besucher und Schiffsleute um mal zu gucken, wer alles gekommen ist. Über das  vielsprachige Stimmengewirr hinweg klingen die Melodien eines gemischten Chors junger Leute. A capella gesungene, tolle Melodien und ein endloses, fröhliches Repertoire. Langsam senkt sich die Dämmerung über den Hafen und auf Schiffen und Booten gehen unter Segeln die Lampen an, lassen hier die Leinen aus dem Dunkel aufscheinen und dort
Auch die Jollen sind gut vertreten.
die eine Ecke eines Deckshauses. An Bord der alten Fischkutter und Frachtsegler sitzen Gruppen junger und jung gebliebener Seefreunde und Sehleute zusammen.
Schon um Mitternacht lichtet sich die drangvolle Enge auf dem Bohlwerk und zwischen den Buden des Gaffelmarktes. Wer will, kann jetzt ruhig schlafen.

Am Samstag Morgen um sieben Uhr ist die Welt immer noch in Ordnung. Wenige
Fotografen sind an der Kaikante auf der Suche nach einem interessanten Motiv unterwegs.
Begegnung auf der Regattabahn
Auf dem Gaffelmarkt bauen die erste Gastronomen Tische und Bänke auf. Um neun Uhr ist Skipperbesprechung die wir diesmal wieder schwänzen. Wir sind bekennende Regattamuffel und wollen das auch nicht ändern. Aber schon bei der Begrüßung auf dem Motorgüterschiff GESINE haben wir eine Startnummer bekommen, die wir jetzt wunschgemäß auf Steuerbord befestigen. Man kann ja nie wissen. Schließlich hat so eine Wettfahrt auch ihre interessanten Seiten. Nehmen wir beispielsweise den Start. Bei Regatten, die unter Wettkampfbedingungen stattfinden, fällt an der Startlinie oft die Entscheidung über Sieg
Beim Kreuzen wird es manchmal eng ...

und Niederlage. Als Erster über die Startlinie: Der einzige Moment, wo die Chancen unterschiedlicher Schiffe noch gleich verteilt sind und allein Taktik und Gefühl für das eigene Schiff zählt.  Die Rumregatta ist glücklicherweise nur eine "unernste" Geschwaderfahrt auf der bekanntlich nicht der Erste, sondern der Zweite den begehrten Preis erhält. Nur hat sich das bei manchen Teilnehmern auch nach mehrmaliger Teilnahme immer noch nicht rumgesprochen. Vielleicht weil zu oft vom Rum gesprochen wird, wenn wir
... manchmal auch nicht
uns mal diesen Kalauer erlauben dürfen.
Es gibt Schiffe die auch unter guten Skippern schlecht abschneiden, und es gibt andere,  die immer Erste werden (oder Zweite, respektive) ohne damit ein Werturteil über die Skipper zu fällen.
Wie gesagt, unser Vergnügen ist, möglichst als Erste über die Startlinie zu gehen. Ob uns das heute wieder einmal gelungen ist, wissen wir leider nicht, notiert wird nur, wann die Ziellinie überfahren wird. Weil der Wind beim Start aus Ost weht, starten wir auf der Westseite, segeln auf Backbordbug, haben also das Wegerecht schon gleich beim Start. Ab der ersten Wende müssen wir bis Holnis Enge kreuzen.
Ideal für halben bis raumen Wind: Das Besanstagsegel
Foto: Johannes Bieniek
Dort, Beim Runden der Tonne 12 fällt uns auf, dass wir jetzt doch die Hälfte der Regatta mitgesegelt sind. Wie es dazu kam? Null Ahnung - sind wir doch eigentlich Regattamuffel. Zurück geht es heute erheblich schneller. Backstags mit vier bis fünf Windstärken. Ideal, für das Besanstagsegel. Sobald es steht, geht die Geschwindigkeit um fast einen Knoten rauf. Der Gedanke, jetzt auch noch schnell auf den großen Klüver zu wechseln, müssen wir seufzend verwerfen. Zu viel Zeit ginge dabei verloren. Aber die 15 qm mehr an Segelfläche wäre noch gut zu verkraften. Doch wir sind
Dazwischen auch die Jollen -
mit beachtlicher Geschwindigkeit.
nur zwei Alte plus einem netten Nachbarn an Bord, der aber noch nie auf einem Segelschiff war. Also lassen wir es dabei, sechs Knoten ist für uns auch schon ganz nett.
Bald ist die Ziellinie erreicht und weil wir nun doch so halb gegen unsere Absicht das Rennen mit gefahren sind, zeigen wir auch die Regattanummer 038 und werden mit einem kurzen tröten als Teilnehmer quittiert.
Die Teilnehmer der Rumregatta segeln extrem unterschiedliche Boote: Wikingerboote, Fischerboote, Frachtsegler, Zollkreuzer unterschiedlicher Größe und Baujahre. Um für ein Mindestmaß an Gerechtikeit zu sorgen, wird jedes teilnehmende Schiff oder Boot einer Klasse zugeordnet. Also, alle Wikingerboote gehören zur selben Klasse.
In diesem Jahr gehören wir mal wieder zur Klasse "Besonders schnelle, modifizierte Repliken". Das ist besonders nett, dadurch konnten wir in dieser exklusiven Gruppe mit dem anspruchsvollen Namen immerhin einen ehrenvollen fünften Platz belegen.

Heute, am Sonntag sind die ersten Teilnehmer der Rumregatta schon sehr früh abgereist, andere liegen auch abends noch an der Stadtpier. Mittags haben uns nette Nachbarn geholfen unsere Leinen an den außeren Festmacherpollern zu befestigen. Nun liegt das Boot wieder an seinem gewohnten Platz in der gewohnten Richtung. Die Rumregatta ist Geschichte; eine schöne Geschichte.

Abends am Samstag sendet der NDR im "Schleswig-Holstein- Magazin" einen Bericht über die Rumregatta und GRETA.

10.05.18 Zum Schluss ein Guss

Das Jahr ohne Rumregatta geht heute mit Gewitter und einem Wolkenbruch zu Ende. Der Gaffelmarkt hat auf der Schiffbrücke seine Hütten geöffnet und die ersten Bummler nehmen auf den Bänken und Sesseln bei den Schank- und Imbißhütten Platz. Von fern sind die wummernden Bässe der Lautsprecher von Vatertagsumzüglern zu hören und die ersten alkoholseligen Gäste an einem Weinausschank auf dem Bohlwerk lassen es sich gut gehen. Mittags scheint der Andrang der Besucher insgesamt noch recht überschaulich.

Große Betriebsamkeit bei den Lüttfischern; dort sind zahlreiche Gäste von fern und nah mit ihren Booten eingetroffen. Die weitesten Wege haben Gäste aus England und Polen zurückgelegt. Nun werden sie auf dem Slipweg der Musueumswerft zu Wasser gelassen. Großes Hallo auf dem Steg und in der Hütte, man hat sich ein Jahr lang nicht gesehen und es gibt viel zu erfragen und zu erzählen.

Der Elbfischkutter GRETA ist nun tatsächlich noch segelfertig geworden. Die Crew hat bis in die frühen Morgenstunden an dem Boot gearbeitet. Als jetzt ein Wolkenbruch , legen sie ab für den ersten Schlag nach Sonderburg. Dem Gewitteregen hat das alte Fischerboot nicht viel entgegen zu setzten, einige Nähte an Deck konnten zum Schluss doch nicht mehr kalfatert und versiegelt werden. Nun strömt das himmlische Nass in breiten Bahnen in das Boot. Das ist eine gute Gelegenheit, um die Bilgepumpen zu testen. Die gute Laune der Crew leidet darunter nicht im geringsten. Da hat auch Petrus ein Einsehen, der Regen lässt nach und bald reißen die Wolken wieder auf. Da sind die wackeren Segler schon längs aus dem Hafen verschwunden.


Die Gäste kommen
RAGNA noch nicht ganz dicht
ERIK STEUERMANN aus Haitabu schwimmt schon

Die Ladeluke bekommt noch einen Deckel während die Maschine mit frischem Öl versorgt wird. Bald kann es losgehen

Bewährung für das neue Deckshaus der GRETA
Es gibt kein schlechtes Wetter - wenn die Ausrüstung stimmt



09.05.18 GRETA Auf den letzten Metern

Skizze: © W. Kühn
Die Crew der GRETA hat den Ehrgeiz, den 104 Jahre alten Elbfischerkutter für die unmittelbar bevorstehende Rumregatta weitgehend wiederherzustellen. Nur noch wenige Meter trennen sie von der Ziellinie ihres Projekts.

Diese Ziellinie ist zugleich die Startlinie der "Flensburg Fjord Regatta". Am Freitag um 11:00 Uhr beginnt in der Sonderburger Bucht die Wettfahrt nach Flensburg, wo tagsdrauf die 29. Rumregatta startet. Was ist nicht alles an dem alten Rumpf renoviert und teils neu hergestellt worden? Werftaufenthalte in Egernsund bei Chr. Johnssons Badebyggeri und bei Robbe & Berking in Flensburg, dienten etlichen wichtigen Reparaturen an Rumpf und Deck. Aber Vieles blieb unerledigt. Für diese Rumregatta haben sich die GRETA-Freunde vorgenommen, ein neues Deckshaus samt Schiebeluk zu bauen, das Deck weitgehend dicht zu machen, und den Rumpf samt Rundhölzern gut unter Lack zu bekommen. Das alles unter freiem Himmel bei diesem feuchten Frühjahr - eine große Herausforderung. Und was soll man glauben: Heute sind sie nahezu fertig. Nachmittags ist der Rumpf zwar noch grau und nicht schwarz, aber zur Tagesschauzeit werden die ersten Planken mit dem schwarzen Decklack gemalt. Erfolg macht glücklich. Kein Wunder, dass die Crew gute Laune hat.
Viel bleibt noch zu tun, an dem Boot das schon bei der Gründung des Museumshafens im Jahr 1979 mit dabei war, darunter auch wichtige strukturelle Reparaturen. Aber nun ist erst einmal ein wichtiges Etappenziel erreicht worden. Gratulation und Glückwunsch dazu!

Nachtrag: Am Folgetag wird bekannt, dass die GRETA-Freunde bis um drei Uhr morgens im Einsatz waren. Die Fotos stammen von 21.30 abends