16.02.16 GRETA kommt voran

GRETAs neue Planken
Foto: S. Große-Aust
Der Elbfischkutter GRETA, Altbestand und Neuerwerbung des Museumshafens zugleich, macht gute Fortschritte. Wie unschwer zu erkennen, hat sie seit dem Besuch am 25.01.16 etliche neue Planken bekommen und einen neuen Achtersteven, zumindest was den oberen Teil betrifft.

Während das alte Schiff an Substanz neu gewinnt, nimmt der neue Förderverein Elbkutter GRETA e.V. ebenfalls Gestalt an. Wie nicht anders zu erwarten, sucht der Verein noch tat- und zahlungskräftige Mitglieder, um GRETA flott zu bekommen. Sie soll schon an der diesjährigen Rum-Regatta teilnehmen.
Anschließend soll das Schiff für den Nachwuchs des Museumshafens eingesetzt werden. Soweit das Ziel. Festzulegen wie es erreicht werden soll, wird vermutlich zu den ersten Schwerpunkten der Vereinsarbeit gehören.

Wer mitmachen möchte, sollte sich den Termin merken. Hier die Tagesordnung der Versammlung:





14.02.16 Kogge gehoben

Der holländische Nachrichtensender BNR Nieuwsradio berichtete vor vier Tagen über die sensationelle Bergung einer Hansekogge, die seit 600 Jahren auf dem Grund der Ijssel lag. Sie wurde bei der Vertiefung der Wasserstraße entdeckt. Das Wrack hat die Jahrhunderte im Sediment überdauert und scheint sehr gut erhalten zu sein. Der Steven und einige Spanten ragten sogar über den Grund hervor. Nur das Heck war teilweise abgebrochen und lag in einiger Entfernung vom Rumpf. Kurz und gut: Der Fund ist eine Sensation für Archeologen und Historiker. Das Schiff soll nach Lelystadt transportiert und dort konserviert werden. Das wird mehrere Jahre dauern. Anschließend wird es für die Öffentlichkeit zu besichtigen sein.

"Am 10. Februar, um die Mittagszeit, wurde das Schiff angehoben und anschließend auf einem Ponton abgesetzt. Dort wird das Wrack sofort mit Wasser besprüht. 'Ein aufregender Moment', sagt Reporter Martijn de Rijn, 'es lag sechshundert Jahre lang auf dem Grund der Ijssel und wenn man jetzt nicht dafür sorgt, dass es nass bleibt, wird es in wenigen Tagen trocknen und zu Pulver zerfallen, habe ich mir sagen lassen. Das Schiff ist 20 Meter lang und ich schätze, dass es sechs Meter breit ist, mit Planken so breit wie ein Baumstamm.'
Es hat fünf millionen Euro gekostet, das Wrack über den Wasserspiegel zu heben. Dafür bekommen die Leute einen ausgebaggerten Fluss und ein Schiffswrack aus dem Mittelalter. Kampen war im Mittelalter eine blühende Hansestadt und die Kogge war der wichtigtse Schiffstyp der Kaufmannsvereinigung. Jetzt, wo das Schiff wieder gehoben ist, wird es zusammensetzt, um es auch besichtigen zu können. Vor allem für deutsche Touristen ist es  bereits jetzt eine beliebte Attraktion."
(Übersetzung: HAFENMELDUNGEN)
Fundstelle mit den Kränen und dem Ponton
Bild: esys.org
http://www.bnr.nl/incoming/140547-1602/kogge-2.jpg/ALTERNATES/i/Kogge+2.JPG
Das historische Wrack hängt an Gurten in einem
Hebegerüst, dicht über dem Wasserspiegel
Bild:
BNR Nieuwsradio



11.02.16 Unterm Sternenhimmel

Septembernacht. Ein kühler Hauch kräuselt das Wasser. Der Blick streift über den Sternenhimmel. Kein Mondschein blendet, kein Dunst trübt den Blick. Hier der Kleine Bär mit dem Polarstern, dort das markante "W" der Kassiopeia. Etwas seitab Orion mit Gürtel und Schwert. Und natürlich der Große Bär. Quer überm Himmel das Band der Milchstraße. Unzählige Sterne funkeln und blinken wie Brillanten auf schwarzen Samt. Ein Satellit zieht eilig seine Bahn. Stille. Grenzen der Menschheit kommen in den Sinn "...Kindlicher Schauer treu in der Brust". 

Szenenwechsel.
Draußen prasselt kalter Regen aus niedrig ziehenden Wolken während wir drinnen bei angenehmen Wärmegraden in bequemen Sesseln liegend die unendliche Weite des Universums auf uns wirken lassen. Wir sind zu Besuch im Menke Planetarium Glücksburg. Eigentlich eine Pflichtadresse für jeden Segler, der weniger als zehn Sterne kennt, waren wir gestern zum ersten Mal dort. Der Weg ist leicht beschrieben: gegenüber der Hanseatischen Yachtschule und ein paar Meter vor dem Glücksburger Jachthafen. "Klein, aber fein". Die Formel wird oftmals zu unrecht strapaziert. Für dieses Planetarium trifft sie uneingeschränkt zu.
Wir erfahren, dass es 1969 vom Unternehmer Menke gegründet wurde, der auf dem selben Areal optische Geräte herstellte. Der jetzt durch modernste Digitaltechnik ersetzte Projektor ist noch dort zu sehen. Was wir zu sehen bekamen, hätte der, bei allem Respekt vor seiner wunderbaren opto-mechanischen Technik, niemals leisten können. Das Ganzkuppel Video-System arbeitet mit Bildern, die in Echtzeit generiert werden können. Dadurch sind Fahrten durch das Geschehen auf der kuppelförmigen Projektionsfläche sogar interaktiv gesteuert möglich. Neben der naturwissenschaftlich-korrekten Visualisierung sind auch sogenannte "full-dome" Projektionen von Unterhaltungsschows im Programm.
Der aktuelle Terminplan des Planetariums weist alleine für den kommenden Monat März 18 Veranstaltungen aus, darunter sind fünf, die sich speziell an Kinder wenden.

Hausherr des nördlichsten Planetariums Deutschlands ist die Fachhochschule Flensburg. Sie stellt auch den reibungslosen Betrieb sicher. Sie setzt, last, but not least, das Planetarium auch in der Ausbildung der FH ein. Dazu gehört selbstverständlich die Astronavigation, aber auch die Medientechnik.

Wer es nicht schafft gleich heute einen Termin zu buchen, um seine Sternenkunde zu verbessern: Hier der Sternenhimmel über Flensburg in Echtzeit. Aber unter uns - es ist überhaupt kein Ersatz für einen Besuch im Menke Planetarium. 


aktueller Sternenhimmel über Flensburg
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10.02.16 Förderung beschieden

Mit seiner Hoffnung, dass auch künftig im Museum Qualität mehr ist als Besucherzahlen ausdrücken, formulierte der Leiter des Flensburger Schifffahrtsmuseums Dr. Thomas Overdick seine Erwartung an das Projekt, dessen zweite Stufe heute in seinem Haus gestartet wurde. Es geht um  Museumsberatung und -zertifizierun, ein Vorhaben, das von der Landesregierung Schleswig- Holstein mit insgesamt 270 Tsd. Euro gefördert wird. Hierzu waren zahlreiche hochrangige Vertreter aus Politik, Kulturverwaltung und der betroffenen Museen und Verbände zusammengekommen. Die Förderzusage wurde von Ministerin Frau Anke Sporendonk an  die Projektträger übergeben, das ist der Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e.V., der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holstein e.V. und das Nordkolleg Rendsburg, in dem auch die Projektleitung beheimatet ist.

Keine Vergabe ohne Vorträge. Heute befassten sie sich mit der Bedeutung von Begriffen wie "Professionalisierung", "Vernetzung", "Self-Assessment", "Qualifizierung" und "Zertifizierung" auf dem speziellen Gebiet der Museen. Gerade die beiden letzgenannten sollen über den Tag hinausweisen und helfen, die Effizienz der Museumsarbeit zu sichern, Argumentationshilfen für die Kommunikation mit Sponsoren liefern, und ein Netzwerk von Museen in Schleswig-Holstein fördern. Dahinter steht auch das Vorhaben, das Netzwerk auf eine grenzübergreifende "Fehmarnbelt-Region" zu erweitern. Diese Arbeit läuft unter dem Namen "NORDMUS" und wird mit weiteren 1,19 Mio. Euro gefördert.

Als Projektthema kein komplettes Neuland, wird es für die beteiligten Museen bestimmt einige Änderungen bedeuten, wie Dr. Bernd Brandes-Druba hervorhob: "Es wird und darf nicht alles so bleiben wie es ist." Wenn er das sagt, wird es wohl so kommen, spricht er doch für die Sparkassenstiftung, von der das Fördergeld stammt.

Das Förderprogramm beginnt mit der Teilnahme an einem Fortbildungsprogramm über acht Tage, zu dem jedes teilnehmende Museum verpflichtet ist. Es umfasst Themen wie "Museumsleitbild und -Konzept, Sammlungskonzept", "Pressearbeit und Marketing" aber auch "Präventive Konservierung".

Anschließend wird ein Zertifizierungsteam die Museen aufsuchen und helfen, einen fachspezifischen Fragebogen zu bearbeiten und darauf aufbauend, eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten zu nutzen.


Diese Aktionsfülle wird sich über das Jahr 2016 erstrecken. Die Resultate sollen von zehn hochrangigen Juroren bewertet und - so die Erwartung - mit einem krönenden Zertifikat belohnt werden das sich die Zertifikanten in Form einer Tafel an die Fassade schrauben können.

Darum ging es heute: der Förderbescheid,
Ministerin Anke Sporendonk und die erfreuten Empfänger
Die geförderten Museen müssen sich an der Finanzierung mit je 1000 Euro beteiligen. Das, und der Aufwand in der Projektarbeit wird die Möglichkeit der Zertifikanten vermutlich heftig strapazieren und es ist zu hoffen, dass es sich letztlich für die Besucher der Museen positiv auswirkt. Denn ihre Zufriedenheit sollte doch das übergeordnete Ziel sein, auch wenn es heute nicht genannt wurde.

09.02.16 Freud und Leid

"Delfine tollen in der Flensburger Förde" ist das Titelthema des Flensburger Tageblatts von heute. Und tatsächlich zeigt das zugehörige Foto einen der springenden Delfine bei der Fahrwassertonne 15, unmittelbar vor der Hafeneinfahrt. Sie sollen von Anglern zufällig entdeckt worden sein. Hier ist das zugehörige Video in Youtube:






Wir nehmen an, dass sich viele Menschen über den Anblick der springenden Meeressäuger freuen. Gelten die intelligenten Tiere der Gattung Zahnwal doch selbst zu den Menschenfreunden. Es gibt Geschichten, in denen sie ertrinkenden Menschen geholfen haben sollen. Auf der Internetseite von N24 ist zu lesen: "Dass Delfine Menschen vor Haien schützen, ist bereits 2004 beobachtet worden. Damals ist ein Rettungsschwimmer mit seiner Tochter und deren beiden Freundinnen von einer Delfinschule abgeschirmt worden. Ein drei Meter großer Weißer Hai zeigte Interesse an den Menschen, doch für gut 40 Minuten umkreisten die Delfine schützend die bedrohten Schwimmer."

Des Einen Freud, des Anderen Leid. Leid vermuten besorgte Kommentatoren des Videos in Youtube bei den munteren Delfinen: "Ich finde es schlimm das die armen tiere so gejagt werden und das video noch öffendlich gemacht wird." Sowas sollte man aber auch wirklich unterlassen, das öffentliche Zeigen. Wo die armen Tiere doch ganz nackt sind. Ein bisschen mehr Respekt vor deren Privatsphäre wäre nicht zuviel verlangt, oder? Ob sie gejagt werden, wie der Tierfreund unterstellt, ist auf dem Video nicht zu erkennen. Wer selber schon einmal auf See Delfinen begegnet ist, hat eher den Eindruck, dass die Tiere den Schiffen folgen, als umgekehrt. Erstaunlich ist auch, dass kein Kommentator den Angelsport der Amateurfilmer infrage stellt. Aber da werden Tiere nur getötet. Na, so ist das eben in unserer Zeit.