01.08.14 GORCH FOCK in Flensburg


Das Schulschiff der Deutschen Marine GORCH FOCK vor der Marineschule

Heute wurden bei sonnigem Wetter in der Marineschule Mürwik 245 Marinekadetten vereidigt. Eigens zu diesem besonderen Anlass ist das Segelschulschiff der Marine, die Dreimastbark GORCH FOCK angereist. Zusammen mit der "Burg", wie das imposante Hauptgebäude der Marineschule genannt wird, bildet sie die passende Kulisse für diesen feierlichen Akt. Wer sich von der Wasserseite nähert, sieht den Rahsegler schon von weitem mit seinem weiß-stahlenden Rumpf und dem ockerfarbenen Rigg, über alle Toppen geflaggt vor dem imposanten Ziegelbau. Oben auf dem Treppenabsatz, vor dem Rempter stehen die Kadetten, erkennbar an ihren weißen Uniformjacken und -Mützen. Der Wind trägt Fetzen von Marschmusik über die Förde. Hinter den Baumen, die den Komplex einrahmen, ragt der Topp des Übungsmastes über die Wipfel. Er wurde errichtet, als tragische Unfälle nahelegten, die Kadetten vor Antritt ihrer Ausbildung, noch an Land, für die Arbeit im Rigg des Rahseglers auszubilden. Der Mast ist Teil eines neuen Ausbildungskonzepts, mit dem unter anderem die Sicherheit auf dem Schiff verbessert werden soll. Den Worten des Kommandeurs der Marineschule zufolge hat es sich ernorm bewährt, wie das Flensburger Tageblatt von heute berichtet.

Wir wünschen den Kadetten, der gesamten Mannschaft und dem Schiff allzeit gute Fahrt und immer eine glückliche Heimkehr.





29.07.14 DAGMAR AAEN in Reykjavik angekommen

Seit fünf Tagen war keine neue Position des Haikutters mehr festzustellen. Bis kurz vor Reykjavik führte die Kurslinie und dann war Schluss. Wir haben selber schon dieses Revier gesegelt und wissen, wie schnell und drastisch sich dort die Verhältnisse ändern können. Und die Erinnerung an die schrecklichen Havarie der FALADO von RHODOS im letzten Jahr ist noch frisch. 
Heute kam die Entwarnung. DAGMAR AAEN ist nach der Überfahrt  von Tórshavn in der Isländischen Hauptstadt angekommen. Und damit hat sich auch die Ursache der fehlenden Positionsbestimmung aufgeklärt. Hier ist der Link zum Tagebuch von heute. 


Wir wünschen weiterhin Mast- und Schotbruch!



29.07.14 Stau am Bau

Der Historische Krahn ganz unten
Wer seinen Schritten neuen Schwung verleihen wollte, dem konnte bisher zu einem Gang über das Bohlwerk geraten werden. Besonders älterere Besucher mit Rollatoren konnten von der zusätzlichen Beschleunigung profitieren, zu der ihnen die maroden Planken auf der hölzernen Anlegebrücke verhalfen. Damit ist seit heute Schluss. Die Flensburger Hafen GmbH als Eigentümer hat sich endlich dazu bequemt, der gebotenen Verkehrssicherungspflicht Genüge zu tun und den gefährlichen Gehweg repariert. Nun künden nur noch helle Planken von den Stellen, die bisher für manche Überraschung gut waren.

Jetzt wartet noch der Historische Krahn auf seine Reparatur. Einer der tragenden Ständer ist am unteren Ende komplett  verfault. Auch wer kein studierter Statiker oder Holzbauingenieur ist wird erkennen, dass es für sowas kein Sicherheitszeugnis geben kann. Damit bleibt im Falle eines (Um-)falles das Risiko beim Opfer und bei dem Besitzer des Bauwerks hängen. Man muss nicht unbedingt Sicherheitsfanatiker sein, um bei diesem Zustand an das Wort "Absperrung" zu denken.

Apropos "Absperrung". Das Stichwort sorgt mittlerweile seit Jahren für Gesprächsstoff im Museumshafen-Verein. Auch in diesem Jahr sollte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. "Nach der Rum-Regatta" war als Beginn der überfälligen Maßnahme angekündigt worden. Leider hat keiner nach der Jahreszahl gefragt. Aber vielleicht könnte man jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe erwischen. Das wäre dann aber eine Sperrung wegen Baufälligkeit. Gründe, die überfällige Maßnahme auszusetzen, hat es immer wieder gegeben. Mal war es, weil ein Vorstand das einfach nicht wollte, da es nicht mit seiner Vorstellung von einem öffentlichen schwimmenden Museum zusammenpasste, mal  musste man auf eine ästhetisch akzeptable Gestaltung warten, dann war es angeblich nicht erlaubt, weil öffentliche  Wege nicht gesperrt werden dürften. So gingen die Jahre ins Land. Vielleicht ist es diesmal Rücksicht auf den Betreiber der Haifischbar, dessen Gäste sollen doch ungehindert kommen und gehen können. Jetzt, wo die Planken stolperfrei sind.
Fragt man Gäste des Museumshafens, die mit ihren Schiffen hier festmachen, ob sie denn gerne wiederkommen wollen, so winken sie häufig ab. "Zu laut hier", erfährt man als Grund und "nachts kommen immer ungebetene Leute an Deck". Kein Wunder, dass jedes Jahr weniger Schiffe den Museumshafen Flensburg besuchen.
So sah das noch gestern aus. Heute sind schon alle Planken dran

Aber nun wieder was Positives: Die Lüttfischerhütte ist wieder repariert. Auf ihrer Südseite leuchtet frisches Lärchenholz. Es wird vermutlich auch wieder schwarz gemalt werden, wie die übrigen Außenwände. Aber ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, die Planken erst mit Schutzfarbe zu imprägnieren und danach anzunageln? Nun, vielleicht beim nächsten Mal. Mit guten Ideen muss man sparsam umgehen, sonst gibt es bald keine mehr.

Was für Mykologen, nichts für Holzschiffe





 Im letzten Herbst hat der Orkan Christian, der "Jahrhudertsturm",  Dalben im Museumshafen geknickt. Sie waren seit Jahren von ihrem Besitzer, der Flensburger Hafen GmbH, vernachlässigt worden. Schiffe verloren ihren Halt und schlugen in den Böen gegeneinander. Warum damals nur die gebrochene Dalben ersetzt wurden, und nicht alle, die schon weit vorgeschädigt waren, bleibt offen. Und warum man jetzt aber nicht die ruhige Sommerzeit nutzt, um das Versäumte nachzuholen, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Mit dem Ende des Sommers füllt sich der Hafen wieder. Und mit dem kommenden Herbst steigt auch wieder die Sturmgefahr. Aber gemach! So schlimm wie Christian kann der nicht werden. Das Jahrhundert ist schließlich noch nicht rum.


27.07.14 Weisheit

Weisheit ist eine Kardinaltugend, informiert uns das kenntnisreiche WIKIPEDIA und fügt hinzu "(sie) bezeichnet vorrangig ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft, sowie die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren".
Wer das Leben seines Kindes unter ein besonders sinnvolles Omen stellen möchte, kann geneigt sein, ihm den Namen dieser Tugend zu geben. Im  türkischen Sprachraum ist diese Namenswahl verbreitet und auch deutsche Eltern befassen sich mit damit. In einem Forum für Babynamen wird gefragt: "Was halten Sie denn von dem Mädchennamen Bilge? Bei werdenden Müttern wie Vätern ist dieser Name gleichermaßen beliebt". Hier geht es aber doch wohl mehr um den Wohlklang als um ein hierzulande nachvollziehbares Lebensmotto. Zwar ist Bilge im türkischen Sprachraum sowohl Mädchen- als auch Jungenname und bedeutet "Weisheit" oder "Wissen". Wer könnte einem Kind fürs Leben Besseres auf den Weg geben? Sollte der oder die Kleine jedoch im deutschen Sprachraum aufwachsen, könnte eine andere Namenswahl dem jungen Menschen einigen Ärger ersparen.

Hierzulande ist Bilge der tiefsten Raum eines Schiffes. Sammelpunkt von Leckwasser, Schwitzwasser und allem Möglichen und Unmöglichen, das in einem Schiff nach unten fällt und sich damit der allgemeinen Wahrnehmung entzieht. "Die Bilge lenzen" steht umgangssprachlich für "Wasser abschlagen". Soweit zu Bilge als Kindername und zur Einleitung in das Thema.

Dazu ist ein Artikel von Jens Albert, Pressesprecher der Wasserschutzpolizei in Flensburg recht informativ. Unter der Überschrift "Bilgepumpen in Sportbooten" weist er darauf hin, dass der so genannte "Bilgewächter" der Schiffe deaktiviert werden muss, um eine unabsichtliche Verschmutzung des Hafenwassers mit Öl zu vermeiden. Der Bilgewächter ist ein Schalter, der die Pumpe automatisch aktiviert, wenn zuviel Wasser eingedrungen ist. Wenn dabei Öl in das Wasser gelangt, begeht der Schiffseigner eine Straftat und die kann mit Geldstrafe oder Freiheitsentzug bis fünf Jahren bestraft werden. Dazu kommen die Kosten für Einsatz- und Entsorgungskosten.  Das alleine wäre schon Grund genug, sich um die Bilge zu kümmern.

Wird die Bilge nicht regelmäßig entleert und gereinigt, kann sie Quelle übler Gerüche werden. Unrat, der sich in der trübe schwappenden Brühe sammelt, kann die Pumpen verstopfen und zu einer wirklichen Gefahr für das Schiff werden. Wer jemals bei schwerem Wetter kopfunter versucht hat, die Siebe der Pumpen zu reinigen, möchte das nicht wirklich gerne wiederholen. Seit wir unser Schiff fahren, beobachten wir den Wasserstand in der Bilge sehr sorgfältig. Sie wird regelmäßig entleert. Da wir einen Hang zu Messwerten haben, schreiben wir die Menge auf. Dieses "Bilgeprotokoll" führen wir seit elf Jahren und die Tagesmenge ist ein guter Hinweis auf den Zustand des Rumpfes. Steigt sie einmal an, suchen wir nach der Ursache. Wir hoffen, dadurch einem möglichen Schaden so früh wie möglich zu begegnen. Mit diesem Wissen, um nicht gleich von Weisheit zu sprechen, sind wir bisher sehr gut gefahren.

In Flenburg kann Bilgewasser bei der Firma asse Kanal GmbH am Kielseng 11 kostenlos abgegeben werden. 

23.07.14 Buckelwal im Aabenraa Fjord


Gestern berichtete das Flensburger Tageblatt, der Buckelwal sei auf dem Weg nach Norden, zum Skagerak.  Wo er gesichtet wurde, verschweigt das Blatt, verweist aber auf die dänisch-sprachige Internetseite hvaler.dk . Diese veröffentlicht heute eine Sichtung im Aabenraa-Fjord. Der ist nordwestlich von der Insel Alsen (Übersetzung von HAFENMELDUNGEN):
"Wir haben folgende Meldung mit Bild von Cathrine Thuesen erhalten:

Wir haben heute um 12:50 einen Wal im Aabenraa-Fjord gesehen. Unsere Position war
55°02'05"N, 9°29'55"E als wir den Wal in gut 100 Metern nordwestlich gesehen haben. Wir sahen ihn dreimal im Abstand von drei bis vier Minuten- Danach schwamm er nach Südosten, in Richtung Varnæs bis wir ihn gegen 13:07 aus den Augen verloren. Er war so nahe, dass wir seine Atemstöße klar und deutlich hören konnten. Seine Farbe war grau, und wesentlich heller, als wir erwartet hatten. eine Länge schätzen wir zwischen 10 und 15 Meter, aber wir waren weit entfernt und er sprang zu dieser Zeit aus dem Wasser."

Der Wal wurde im Bereich des östlichen Ausgangs  des Aabenraa-Fjords gesehen