15.06.18 Kieler Woche in Flensburg

Morgen beginnt die alljährliche Kieler Woche, das Segelevent der Superlative. Natürlich in Kiel, nicht in Flensburg.  Deswegen hatten wir, wie auch  ein paar wenige andere Segler, den schönen Flensburger Hafen und die schönste Förde Flensburgs für uns allein.



Auf dem Wasser begegnen wir PIROLA. Sie hatte etwas früher abgelegt und war schon wieder auf dem Weg zurück zu ihrem Liegeplatz. Wir bummelten noch ein paar Stunden länger auf dem Wasser. Als wir zum Hafen zurück kamen, stand die Sonne schon im Westen und strahlte die Schiffe im Museumshafen wie auf einer Theaterbühne an.


FULVIA af ANHOLDT
CATHARINA









PIROLA, DANA und BODIL (von links)
BETTY, THOR, AURORA von ALTONA und FORTUNA
















Morgen beginnt die Kieler Woche. Natürlich in Kiel, nicht in Flensburg. Gott sei Dank.

P.S. am Tag danach. Die Kieler Woche hat begonnen und, als wär's bestellt, das zu diesem Anlass übliche Regenwetter. Schön, dass wir gestern die Chance nutzen konnten. Ist aber schon bemerkenswert. Trotz weltweit vernetzter gigantischer Rechnerkapazität sind die Wetterfrösche oft nicht in der Lage, das Wetter auch nur drei Tage im voraus zu erkunden. Ist es nicht tröstlich schon Jahre vorher zu wissen, dass es zur Kieler Woche regnet - ganz ohne IT, KI oder IQ, einfach nur aus Erfahrung.

12.06.18 Zu trocken: gesunken.

Wat den Een sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall. Das Sommerwetter im Mai und die Folgen.


Der Kutter Möwe sank am Sonntagmorgen.
Foto: Müller/boyens-medien



















Das trockene Sommerwetter der vergangenen Tage erfreute die Sonnenanbeter, machte aber Landwirten und Gärtnern zu schaffen. Hitze und Wind trieben auch Eignern alter Holzschiffe Sorgenfalten auf die Stirn. Wenn dann auch noch das Hafenwasser wochenlang weggesperrt wird weil ein Sperrwerk saniert werden muss, kann das fatale Folgen haben.
Die "Norddeutsche Rundschau" berichtete in ihrer Ausgabe von gestern: 

Kurz vor Öffnung des Sperrwerks kam es im Hafenbecken 1 zu einem Wetter bedingten Unglück. Ein ehemaliger Krabbenkutter sank im sogenannten Museumshafen. Die Feuerwehr konnte einen zweiten Kutter vor dem Versinken retten, wie die Polizeidirektion Flensburg am Montag mitteilte. Ursache war vermutlich die Hitze der vergangenen Tage. Sie trocknete die hölzernen Kutter aus, so dass die Fugen zwischen den Planken undicht wurden. – Quelle: https://www.shz.de/20101442 ©2018
Warum der Zeitungsartikel die Formulierung "sogenannter Museumshafen" verwendet wurde nicht berichtet, wäre aber interessant zu erfahren. 

10.06.18 Doppelte Freude

HILDING in neuer Obhut
Foto: Thomas Kähler


















Gestern bekamen wir die erfreuliche Nachricht, dass HILDING, die Arendal-Sjekte unseres vor einem halben Jahr leider verstorbenen Vereinsfreundes Hännes nunmehr in neue Hände gekommen ist. Das Boot wurde, wie auch die Sjekte ARVED aus dem Lüttfischerhafen, von Willem Dannevig in Arendal gebaut. Heute saß eine der beiden neuen Bootsfrauen auf dem Lüttfischersteg und konnte ihren Blick nicht von dem ihrem Schützling lösen. Ihre Freude über die neue Beziehung sprang sofort über und lässt auf eine wunderbare Zukunft hoffen. Wir wünschen den Dreien "Allzeit gute Fahrt!" und immer die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel!
Jetzt muss das Boot sich nach den Monaten an Land erst mal wieder an das nasse Element gewöhnen, dann wir aufgeriggt. Wir vermuten sicherlich nicht zu viel, wenn wir annehmen, dass danach Segeln ganz oben auf der To-Do-Liste steht.

07.06.18 High noon auf der Förde

Punkt 12:00 Uhr startet der erste Durchgang des Robbe & Berking Sterling Cup 12mR. Die Startlinie ist nördlich der Ochseninseln und Wendepunkte sind vor Glücksburg und Schausende ausgelegt. Dort sollen die Schönen Schnellen zeigen, ob das "Warming up" vom Vortrag erfolgreich war. Um das aus der Nähe anzusehen, brechen wir in aller Hergottsfrühe auf. Schon eine dreiviertel Stunde vor dem Start verlassen die ersten 12-er den Hafen des FSC. Der Wind weht mit freundlichen vier Beaufort Stärke aus östlicher Richtung. Im Laufe des Tages wird er sich auf Ost-Südost einpendeln.
Außer den Regattayachten sind nicht viele Boote auf der Förde. Wir nutzen die Gelegenheit, möglichst interessante Motive und Situationen 
von der Regatta  zu fotografieren. Hier eine kleine Auswahl.
































































Nach  eindreiviertel Stunden ist das erste Match von dreien zuende. Die beste Vorschoterin aller Zeiten hat in der Zeit um die 200 Bilder eingefangen und der Mann an der Pinne unzählige Wenden und Halsen gefahren. Das war für uns vorerst genug der sportlichen Betätigung und wir machen uns erstens auf den Heimweg und zweitens über den Imbiss und das Mineralwasser her. Später lesen wir im  Internet die Ergebnisse der Rennen. Demnach ist KIWI MAGIC Sieger in allen drei Durchgängen und HETI, die älteste der klassischen Yachten in diesem Rennen, belegt einen ehrenvollen letzten Platz. Schließlich ist sie nach der "First Rule" eingestuft, hat ein Gaffelrigg und segelte ohne  Spinnacker. Doch dabei sein und gute Sportsmanship üben, darauf kommt es schließlich an. Hut ab!  Sie drehte die letzte Runde auf der Bahn tapfer, aber alleine und war wunderschön anzusehen. 

06.06.18 Racing an der Schwiegermutter

Auf dem Weg zu unserem "Logenplatz" an Holnis Kliff
Spannender Segelwechsel bei der Schwiegermutter
Klassikerregatta auf der Flensburger Förde. Am Vortag des Robbe & Berking Sterling Cup 2018 segeln die Teilnehmer des "Warming up" von der Dyvig am Alsensund nach Glücksburg. Klassikerregatten sind für Teilnehmer und Zuschauer immer attraktiv. Besonders an der Flensburger Förde. Anders als bei manchen anderen Revieren kann hier das Geschehen von Land aus gut beobachtet werden. Die Steilufer des Meeresarms bieten sich geradezu als Logenplatz an. Dazu kommt die einmalige Kulisse der Landschaft. Egal von wo aus man auch guckt, egal was auf dem Wasser geschieht - die Landschaft ist immer mit im Bild. Mit ihren sanften Hügeln, bewaldeten Hochufern, weiten Stränden und schroffen Kliffs. Dazu kommt heute das wunderbare Sommerwetter mit zarten Federwolken und einem frischen Wind aus Ost-Südost.
FLICA II passiert die "Schwiegermutter" als erste...
Wir entschließen uns nach Holnis zu fahren - allerdings über Land. Sonst wäre die Freude an den erwarteten Bildern der Yachten auf der Bahn zu kurz. Schließlich gehören sie immer noch zu den schellsten Einrumpfbooten. Als Standort wählen wir das Steilufer der Halbinsel Holnis oberhalb der berüchtigten, "Schwiegermutter" genannten, Untiefe gegenüber der alten Ziegelei bei Broager. Wir sind schon früh aufgebrochen. Vermutlich kommen viele Bootsbegeisterte und wir möchten doch mit ein paar unverstellten Bildern zurück kommen.
...HETI als letzte. Sie ist die älteste auf der Bahn -
und unsere heimliche Favoritin
Vorneweg: Die Eile hätten wir uns sparen können. Vermutlich sind wir heute die einzigen maritim Begeisterten am Ufer. Radler, Spaziergänger und Sonnenanbeter haben andere Interessen. So sind wir weitgehend alleine an dieser schönen Stelle, niemand macht die Plätze auf den Sitzbänken streitig und wir können geduldig auf die klassischen Rennyachten warten die hier vorbei kommen müssen. Es sollen acht Boote sein, darunter die 106 Jahre alte
THEA und VANITY V  
HETI und die 100-jährige THEA. Natürlich  als Lokalmathador auch SPHINX, die ehemalige "Ostwind" der Bundesmarine. Sie alle sind Konstruktionen der besten Yachtdesigner ihrer Zeit. Ihre Namen "Oertz", "Fife" "Anker" und "Abeking und Rasmussen" - um nur einige zu nennen - sind Legende. Während wir uns noch wundern, dass dieses spektakuläre Sport- und Kulturereignis so wenig öffentliches Interesse findet, kommen die ersten Segel hinter der Landzunge von Brunsnaes in Sicht. Weiße Segel und ein roter Spinnacker. Der muss zu SPHINX gehören; nur sie hat so
Und noch einmal HETI 
ein auffälliges Vorsegel. Aber dann: Ein Boot mit schwarzen Segeln zieht unerbittlich vorbei, rundet als erstes die grüne Tonne am Westende der Äußeren Förde. Später, im Yachthafen des FSC in Glücksburg erkennen wir darin FLICA II. Während das Regattafeld auf die rote Fahrwassertonne 12 zusteuert, die als "Schwiegermutter" berüchtigt ist, können wir von unserem Hochsitz durch einen schattigen Hohlweg zum Ufer herabsteigen um das Geschehen auf dem Wasser in Augenhöhe zu verfolgen. Denn jetzt wird es spannend. An dieser Stelle ändert der Wind die Richtung. Wie immer, so auch hier, folgt er dem Hochufer. Jetzt heißt es auf den Booten Segel wechseln. Schon rauschen die Spinnacker wieder runter und werden durch Klüversegel ersetzt. Selbst in der Entfernung sind die raschen Bewegungen an Deck der schnellen Boote zu sehen. Jetzt nur kein falscher Griff - und doch hat eine Yacht tatsächlich einen unrühmlich "Eieruhr" genannten Knoten im teuren Tuch. Schon ist die Chance auf einen der ersten Plätze vertan. Aber aufgeben gilt bei ihr anscheinend nicht. Während wir sie aus dem Blick verlieren, sieht es so aus als könnte sie einen Teil der Schlappe wieder gut machen. Zeit für uns, nach Glücksburg zu fahren. Wir wollen uns ansehen, wie die Boote einlaufen und das spannende Spektakel als Zuschauer verfolgen. Als wir ankommen, finden wir tatsächlich noch einen schattigen Parkplatz neben dem kleinen Noor am Quellental. Nach ein paar Schritten können wir auf die Stege gehen an denen die Teilnehmer der Klassiker-Regatta festmachen. Ungefähr zwanzig Meter lang sind die meisten von ihnen und nahezu ebenso viele Männer und Frauen wirbeln an Deck, sortieren Leinen und ziehen und schieben die schlanken Rümpfe in noch schlankere Boxen. Doch wo auch nur ein Pfosten oder gar ein Nachbarboot in die Nähe kommt wird warnend "Fender!" gerufen, um Schrammen oder Übleres abzuwehren. Glücklicherweise ist das Wort im englischen, dänischen und deutschen Wortschatz gleich. Unterschiedlich wie die Bordsprachen sind auch die Nationalen Farben die nach dem Festmachen gesetzt werden: Englisch, Dänisch, Deutsch, Finnisch und Neuseeländisch können wir unterscheiden. Die Boote kommen aus vielen Ländern und wenn sie zusammen kommen, dann auf Regatten wie dieser heute in Glücksburg.