10.11.15 ANNA ELISE geborgen

ANNA ELISE am 25.07.2013 in Flensburg
Erst jetzt erhielten wir die Nachricht, dass der Haikutter ANNA ELISE  am 02. November im Øresund südlich des Prøvestenen einen Dringlichkeitstruf abgesetzt hat und daraufhin zum Amerikakai imn Kopenhagen geschleppt wurde. An Bord befanden sich 16 Personen. Die Ursache der Havarie wurde nicht berichtet.
Das Schiff wurde 1932 von J. Christoffersen auf Fanø für den Fischfang in der Nordsee gebaut und fuhr unter dem Namen NIELS RUD E454 für Ole Jensen Rud in Esbjerg. Sie ist 25 Meter lang, 5,02 Meter breit, hat 2,35 Meter Tiefgang und eine Segelfläche von 240 qm. In den Jahren 1980 bis 84 wurde sie zum Traditionssegler umgebaut.
ANNA ELISE war im Juli 2013 zu Gast im Flensburger Hafen.

10.11.15 Termine, Termine!

Aktuell zum Thema "Flüchtlinge" erinnert das Flensburger Schifffahrtsmuseum an eine Veranstaltung, die von der Flensburger Amnesty International-Gruppe präsentiert wird.

Aus der friedlichen Protestbewegung in Syrien hat sich ein grausamer Krieg entwickelt. Millionen Menschen sind auf der Flucht, Hunderttausende wurden getötet, verletzt oder sind in Haft. Auch viele Intellektuelle und Künstler mussten aufgrund individueller Verfolgung das Land verlassen, nur einige wenige sind geblieben. Die Flensburger Amnesty International-Gruppe präsentiert am Donnerstag, 12. November um 19.30 Uhr im Schifffahrtsmuseum eine Lesung zu diesem Thema mit Larissa Bender. 
In ihrem Sammelband "Innenansichten aus Syrien" hat die Journalistin, Übersetzerin und Dozentin Beiträge von syrischer Schriftstellerinnen und Schriftstellern zusammengestellt, die von innen heraus, also aus syrischer Perspektive zeigen, wie die Menschen ihr individuelles Schicksal und die Zerstörung ihrer Heimat erleben. An dem Abend im Schifffahrtsmuseum wird Larissa Bender zudem aus dem Reisebericht "Die gestohlene Revolution" von Samar Yazbek lesen. (Eintritt frei) 

08.11.15 GRETA kehrt zurück

GRETA im Jahr 1979, als der Museumshafen gegründet wurde
Als FRIEDA von Hadersleben den Museumshafen vor drei Jahren verließ, gab mit ihr das letzte Schiff den Liegeplatz am Bohlwerk auf, das schon bei der Gründung des Vereins dabei war. Jetzt aber kommt ein Schiff zurück an den Ort "wo alles begann", nämlich GRETA, der frühere Elbfischer mit dem Fischereikennzeichen HF 461 aus dem Jahr 1904.
GRETA heute, vor der Rückkehr in den Museumshafen
Noch steht sie "hoch und trocken" in einer Hamburger Bootshalle, wo sie die letzten Jahre überdauerte. Im Rahmen eines Eignerwechsels wird sie an einen Verein übergeben, der  sich als Freundeskreis künftig um sie kümmern will. Schon am Donnerstag soll sie in Egernsund auf der Werft von Christian Johnson eintreffen, wo ihr Rumpf fachgerecht überholt wird. Sie könnte also bereits im nächsten Frühling wieder im Museumshafen am Bohlwerk dauerhaft festmachen.

"Der „Förderverein Greta“ wird sich um den Aufbau und den Erhalt des Schiffes im Museumshafens kümmern." so Sabine, Vorsitzende des Museumshafens. "Mit diesem neuen Vereinsschiff und dem Förderverein möchten wir Nachwuchs als Mitwirkende für den Museumshafen gewinnen." Sie fährt fort: "Zurzeit ist ein Förderverein in Gründung. Mitglieder dieses Vereins und Alle, die Freude daran haben, mit der GRETA ein Vereinsschiff im Museumshafen Flensburg zu betreuen, an Aufbau und Erhalt mit zu wirken und natürlich auch zu segeln, sind dazu herzlich eingeladen. Schon auf der Werft in Egernsund können sie als GRETA-Crew mit Hand anlegen".
Wer mitmachen möchte, kann den Förderverein GRETA erreichen unter:

Günther Wulf: guenthi@foni.net, Tel: 0461 24628 mobil: 1724526444
oder auch
Museumshafen Flensburg,
E-Mail: info@museumshafen-flensburg.de ,
oder Telefon:
0049 461 2 22 58,
oder  Mobil:
Sabine Große-Aust: 0152 26088082
ein erster Kontakt ist auch am 12. November um 15:00 Uhr auf der Werft C.J. Skibs og Bådebyggeri ApS, Havnevej 15, Egernsund, Dänemark

06.11.15 Ernst Nicol, ein Flensburger gibt mehr Sicherheit auf See



Schiffe schwimmen, Schiffe sinken; das ist so seit der Mensch versucht, die Meere zu bezwingen. Schon früh versuchte man, mit Schwimmkörpern aus Kork und aufgeblasenen, geölten Leinensäcken die Seefahrt sicherer zu machen. Mit der modernen Passagierschifffahrt wurden mehr Menschen befördert und die Anzahl der Schiffbrüchigen stieg mit jedem Untergang - die Chancen in offenen Booten zu überleben waren gering. Die Gefahr zu kentern, zu ertrinken, zu erfrieren oder beim Zuwasserlassen der Boote ins Meer geworfen zu werden war größer, als gerettet zu werden.
Seit dem Unglück der Titanic gibt es die SOLAS (safety of life at sea), die erstmals internatinonal verbindliche Sicherheitsvorschriften formulierte.
Rettungsboote, Schwimmwesten und Regeln bei Schiffsunglücken wurden allgemein verbindlich.



Heute  ist das geschlossene Rettungsboot, kentersicher und mit Antrieb Standard, entwickelt von Ernst Nicol, der schon als Junge von Schiffen begeistert war - an die 300 Knetmodelle hat er von 10 Jahren an gefertigt!  Der Weg zum Schiffbauer und später Konstrukteur war vorgegeben. Leider nach der Lehre in Flensburg (FSG) eine Unterbrechung der Berufslaufbahn als Soldat und Kriegsgefangener.
Dann Schiffbauer in Flensburg bei der Maschinenbauanstalt Johannsen & Sörensen. Als bei der Husumer Werft Gebr.Kröger eine Stelle für Panung und Einkauf frei war, griff er zu und in seiner Arbeit als Konstrukteur prägte er die Küsten- und Fördeschifffahrt.  Erst nur kleine Einheiten, die von Besatzungsmächten zur Versorgung der Bevölkerung gestattet wurden, Kümos von 300 BRT (ähnlich Caroline Samsø), später Containerschiffe, Schwerlastschiffe, Behördenschiffe, Fahrgastschiffe,
Fischereifahrzeuge und Yachten (SANCOUSSI STAR im Flensburger Hafen hat er entworfen).
Und als die Fördeschiffe noch schön und schnittig waren, kamen sie von seinem Reißbrett (damals wurden Entwürfe noch mit Tusche gezeichnet, nicht mit CAD).
Die Beobachtung einer schwimmenden Dose brachte den Schiffsbauingenieur Ernst Nicol auf die Idee, sich mit der Verbesserung der Rettung auf See zu befassen. Nicht in seiner 60- Std.-Arbeitswoche, sondern in seiner Freizeit (mit der Erlaubnis seines Arbeitgebers, der in Entwicklung und Bau eines geschlossenen Rettungsbootes keine Zukunft sah). 1954 war die Konstruktion fertig und die langwierigen Anmeldungen zu Patenten begannen. Dabei wurde er von seiner Frau Leni tatkräftig unterstützt, die alle Anträge schrieb und an seine Arbeit glaubte.



In zehn Ländern hat Nicol Patente angemeldet, ein groß Teil des Privatvermögens investiert und gegen alle Widerstände (es waren nur offene Boote von SOLAS zugelassen) wurden1957 die ersten geschlossenen Rettungsboote auf deutschen Seeschiffen installiert. 1960 wurden international  erstmals geschlossene Rettungsboote zugelassen. Erst 1983 wurden geschlossene Rettungsboote als internationaler Standard vorgeschrieben (23 Jahre später!).Der Vordenker ist nicht reich geworden, die Aufrechterhaltung von Patenten ist sehr teuer und Ideen einmal ausgebildet werden international weiter entwickelt und kopiert. Er weiß nicht, wie viele Seeleute durch seine Erfindung gerettet wurden, meint er bescheiden. Schiffsunglücke gibt es immer noch und die Männer auf See werden dankbar sein, wenn sie überleben. Seine Pläne und Modelle hat Ernst Nicol dem Schifffahrtsmuseum seiner Geburtsstadt Flensburg vermacht.

Ab Sonntag ist ein Teil der historisch einzigartigen Sammlung in der Ausstellung "Unsinkbar" bis zum 29. Mai 2016 im Flensburger Schifffahrtsmuseum zu sehen.

04.11.15 Fernweh


Bild: © Arved Fuchs Expeditionen/ Aktuelle Nachrichten (Marcel)




















Die Internetseite mit den Reiseberichten der DAGMAR AAEN zeigt heute in einem kurzen Video Bilder der Reise über den Südatlantik. Für alle, die ein wenig Fernweh tanken möchten, ein absolites Muss, zumal wem der hiesige Nebel aufs Gemüt schlägt. Das Bild zeigt einen Schnappschuss aus der gut zwei minütigen Aufnahme.
Nicht zu empfehlen für Leser der HAFENMELDUNGEN, die gerade eine Sinnkrise ihres Lebens durchlaufen. Zu sonstigen Risiken und Nebenwirkungen sollte ein Therapeut oder Seelsorger konsultiert werden.