08.10.17 Wortwörtlich

Nicht alle Wochentage bringen, was ihr Name verspricht - wenn man mal vom Mittwoch absieht. Wer hat schon Freitags frei? Auch hat nicht jeder am Dienstag Dienst. Und Donner gibt's nicht nur am Donnerstag. Aber heute ist Sonntag und der wurde endlich wieder einmal seinem Namen gerecht. Denn heute ist der erste Sonnentag im Monat Oktober, der oft als der "goldene"  apostrophiert wird. Zwar klettert das Thermometer nur noch auf selbst im Vergleich mit dem vergangenen Sommer bescheidene 13 Grad Celsius. Aber das unglaublich klare Sonnenlicht! So klar und so hell, wie man es sonst nur in Gegenden nördlich vom "Wahren Norden" kennt. Das liegt vermutlich an der polaren Luft, die auf der Rückseite von Tief "Yap" zu uns strömt und das uns während der letzten zwei Tage noch an eher britisches Wetter erinnerte.
Nun ist aber haben wir Sonnenwetter bei etwa vier Beaufort Nordwind im Hafen und vermuteten frischen fünf draußen auf der Förde. Da hält es die traditionellen Boote des Museumshafens nicht länger an ihren Liegeplätzen. Zumal mit dem kommenden Wochenende die Apfelfahrt näherkommt. Wer kann, nutzt das Wetter heute für einen Probeschlag (Oder sollte reine Freude am Segeln den Ausschlag gegeben haben?) Jedenfalls sind die Jollen und andere Kleinsegler schon immer mit bei Apfelfahrt gewesen, was häufig bei den Vorab-Informationen zu kurz kommt. Da stehen meist die größeren Boote im Vordergrund: Logger, Galeassen, und Haikutter. Dabei fuhren in Flensburg die Fischer meist mit kleinen Booten raus um nach den Stellnetzen zu sehen, die es hier in großer Zahl gab. Jetzt findet man diese in der Inneren Förde nur noch in der Ronshoved Bucht und gelegentlich auch an Bojen auf dem Flach in der Wasserslebener Bucht. Haikutter fischten mit Ringwaden in tieferem Wasser. Die größeren wie BODIL oder DAGMAR AAEN wurden deswegen korrekt "Snurrewaden-Kutter" genannt und hatten ihr Revier hauptsächlich draußen vor der Küste.
Doch das nur nebenbei. Denn eigentlich geht es jetzt um die schönen Bilder, die uns Lüttfischerjollen und der kleine Kutter GRETA heute im Hafen boten. Hoffen wir also, dass uns Petrus am kommenden Wochenende noch einmal freundliches Wetter schenkt und dass wir weiter schöne Bilder zu sehen bekommen.




08.10.17 Nicht vergessen!

Apfelfahrt vor 15 Jahren. Auch in diesem Jahr segeln die Lüttfischer wieder mit.
Zeichnung: W. Kühn 
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Am kommenden Wochende ist in Flensburg und Glücksburg wieder mal Apfelfahrt und das schon zum 38sten mal! Dazu informiert der Museumshafen Flensburg auf seiner Internetseite:


FLENSBURGER APFELFAHRT 2017

Freitag, 13. bis Sonntag 15. Oktober 2017 ist es wieder so weit: Apfelfahrt-Zeit.

Ernährung aus der Region hat mit Feinheimisch und Initiativen wie dem Gärtnerhof Wanderupund der Solidarischen Landwirtschaft Konjunktur. Der Museumshafen Flensburg hat auch hier Trends gesetzt und erinnert bereits seit fast Jahrzehnten, genau seit der ersten Apfelfahrt, an die Bedeutung dieser regionalen Ernährung und des regionalen Handels:
Wie zu Zeiten, als die Bauern aus Gravenstein und Angeln ihre Produkte nach Flensburg zum Verkauf in den Flensburger Hafen brachten, fahren die Traditionsschiffe des Vereins am 13. Oktober aus (nach Glücksburg), um mit rund einer Tonne Äpfel wieder im Hafen anzulanden. Dann startet am Bohlwerk des Museumshafens das Apfelfest: Äpfel, aber auch Gemüse und Räucherfisch aus der Region, werden duftend frisch von alten Schiffen aus verhökert.
Die Crews der Schiffe, Freundinnen und Freunde des Museumshafens, Menschen mit Spaß an der traditionellen Seefahrt und alle Gäste gestalten gemeinsam die Apfelfahrt.
Freitag 13.Oktober 2017
Am Freitag, 16 Oktober segeln alle Schiffe gegen 13 Uhr aus Flensburg Richtung Glücksburg.  Gegen ca. 15:00 Uhr kommen die Schiffe  in Glücksburg an, laden etwa 1 Tonne Äpfel und sind gegen 17 Uhr wieder zurück in Flensburg.   Mitseglerinnen gegen Spende sind herzlich willkommen
Samstag 14./ Sonntag 15. Oktober
10:00 bis ca. 19:00 Uhr: Es findet wieder der  traditioneller Apfelmarkt auf dem Bohlwerk statt.
  Kindervergnügen & Glücksspiel, Apfelschmaus & Trunk, Wurst & Waffeln, Fischen & Schmalz, Maronen & Musik und jede Menge Hafenflair warten auf die Fans.
Mitsegeln auf Schiffen des Museumshafens . Zur Ausfahrt am Freitag gibt es Plätze zum Mitsegeln. Reservieren Sie Ihre Plätze bei den Eignern von Pirola, Bodil, Ryvar, Fulvia oder über Heidi Breuer im Büro des Historischen Hafens (Tel. 0461 18 29 18 01)

05.10.17 Verdienter Orden für Arved Fuchs

Foto: Bernhard-Michael Domberg
Arved Fuchs, Mitglied im Museumshafen Flensburg, wurde für seinen Einsatz für den Umweltschutz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.


Die Kieler Nachrichten informieren über die verdiente Würdigung:

"Fuchs erhält den Orden für seine Verdienste um den Umweltschutz. „Mit seinen Dokumentarfilmen, Fotoreportagen und Büchern ist er zu einem der herausragenden Umweltschützer der Bundesrepublik geworden“, begründet die Ordenskanzel des Bundespräsidenten in Berlin die Ehrung des Bad Bramstedter Expeditionsleiters. Außerdem habe sich Fuchs durch sein jährlich veranstaltetes Jugendcamp „Ice – Climate – Education“ hervorgetan, in dem er Jugendliche zu „Klimaschutzbotschaftern“ qualifiziert.
Das Bundesverdienstkreuz am Bandes des Verdienstordens ist die zweite Stufe der Orden nach der Verdienstmedaille. International wird der Verdienstorden mit dem Ritterkreuz gleichgesetzt.
„Ich freue mich sehr über diese Ehrung“, war Fuchs erste Reaktion. „Ich nehme sie stellvertretend für die globalen Bemühungen um den Klimaschutz entgegen und für die junge Generation, die sich für die Umwelt engagiert.“
DAGMAR AAEN, der stäbige Haikutter von 1931, mit dem Arved seine Expeditionsreisen unternimmt liegt im Flensburger Museumshafen am Bohlwerk- wenn es nicht gerade mal wieder unterwegs ist. Die letzte große Reise vor zwei Jahren führte ihn bis zur Antartischen Halbinsel südlich von Kap Hoorn.  


DAGMAR AAEN auf der Förde. Hier sieht man sie immer wieder mal, bei Veranstaltungen auch gerne unter Segeln. 

02.10.17 Wasser weg

Der Wasserstand sinkt und wird noch weiter sinken.
Einige Zeit lang hatten wir die Boote im Museumshafen auf Augenhöhe. Heute  drehte Tief Wolfgang den Wind von Ost auf Südwest und wir sehen die Boote von oben. Wie zuletzt vor gut zwei Wochen, sank der Wasserstand mit der neuen Richtung und es sieht so aus, als wäre er damit noch längst nicht fertig. Das Zentrum des umfangreichen Wirbels liegt heute Abend über der nördlichen Nordsee und er scheint weiter ostwärts zu ziehen, wie es die Tiefs in dieser Jahreszeit häufig tun. Wer kann, sollte deshalb jetzt noch mal seine Leinen prüfen und wenn wenn nötig, etwas fieren. Laut Vorhersage wird der Wind zunehmen, bis zum Wochenende aus West wehen und sich dann beruhigen. Bis dahin soll es auch häufiger regnen. Also keine Wetteränderung gegenüber dem gerad erst zu Ende gegangenen Sommer.

02.10.17 Barrierefreiheit

Barrierefrei geht anders
Das Bohlwerk mit dem Museumshafen ist ein beliebtes Nah-Erholungsgebiet. Täglich kommen dutzende bis hunderte Besucher um bei Fischbrötchen und Bier zu chillen oder sonst wie runter zu kommen. Beim Runterkommen kommt Mancher (oder auch Manche?) wohl auch auf was rauf. Auf verrückte Ideen zum Beispiel oder aktuell gesagt auf Ideen, wie etwas verrückt werden kann. Als besonders verrückt gilt schon immer, etwas komplett gegen den Strich zu unternehmen. Pubertierende sind darin wahre Meister und zeigen denen, die wir früher Bourgeois nannten, wie die wahre Welt auszusehen hat. Aber sowas hat meist nur eine kurze Halbwertzeit, um das mal mathematisch zu bezeichnen. Wo sieht man heutzutage noch pinkrotleuchtende Irokesenfrisuren, die früher von der individuellen Auffassung einer besseren Welt zeugten?

Vielleicht hat auch die aktuelle Forderung nach Inklusion samt der zugehörigen Barrierefreiheit ihre Halbwertzeit. Der Anlass zur Überlegung kam heute auf dem Bohlwerk. Während der Verein Museumshafen als Hausherr, der seine Aktionen gerne "bunt" und "munter" nennt, auf Barrieren verzichtet, sind manche Besucher schon einen Schritt weiter.

Ernsthaft wurde seit langem erwogen, das Bohlwerk nachts komplett zu sperren weil unliebsame Besucher Schiffe und Anlagen beschädigten. Realisiert wurden die Pläne nie. Teils wegen aktuell wichtigerer Ausgaben, teils wegen der o.a. Barrierefreiheit.  Die soll Behinderten auf dem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe Hindernisse aus dem Weg räumen. Aus selbem Grund wurde ebenfalls darauf verzichtet, die kurzen Anleger tagsüber zu sperren, wenn sich Bootseigner und Besucher keinen Weg mehr durch die Bier und Fischbrötchen genießenden Massen zu und von ihren Booten bahnen können.

Mit den erstrebten Attributen gastfreundlich, offen und den Besuchern zugewandt hätte man das auch schwerlich vereinbaren können. Es blieb also dabei und das Bohlwerk ist, was früher die Allmende war: Ein Ort den Jeder und Jede nutzen kann, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen. Das Bohlwerk als Ort, an dem man sich gerne aufhält, wird auf diese Weise ebenfalls nicht lange bestehen können. Teils weil manche Besucher sich anderen Zielen zuwenden, teils weil manche Bootseigner ihnen gleichtun.

Heute hat die Nutzung nach freiem Gusto eine neue Blüte getrieben. Eine solide Sitzbank, aus den schweren Kanthölzern des ehemaligen Hafenkrahns gebaut, wurde auf den Anleger zwischen BODIL und FULVIA geschleppt um - ja um was nur? zu erreichen. Dem Gewicht entsprechend muss die Mühe beträchtlich gewesen sein. Wir wissen nicht, ob es den Beteiligten "Spass" gemacht hat. Wir wissen nur, dass seitdem etliche Bierflaschen mehr als sonst herrenlos auf dem kultigen Hafenbauwerk herumstehen. Und dass die Bootsleute der beiden traditionellen Segler im Hafen nur noch kletternd zu ihren sehenswerten historischen Booten gelangen können. Dabei zahlen sie regelmäßig ihren Teil der Pacht, den die Stadt dem Verein für das Bohlwerk berechnet, halten es sauber, so gut es unter den Umständen geht und machen auch mal den Fremdenführer wenn Auskünfte gefragt sind - während die Fischbrötchen- und Bierfreunde nur für ihren Imbiss aufkommen und das Aufräumen anderen überlassen.