Dieses Tagebuch wird für Liebhaber und Freunde traditioneller Segelschiffe geschrieben. Es gibt ausschließlich persönliche Eindrücke und Gedanken wieder. Daher ist es unvollständig und subjektiv. Für Irrtümer bitte ich um Nachsicht. Vielleicht findet ihr Zeit, einen Kommentar an die Mailanschrift in "Impressum/Kontakt" zu schreiben. Dafür schon im voraus herzlichen Dank! Alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.
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17.02.17 ALEXANDRA kommt wieder zurück
Nun dauert es nur noch drei Tage, bis Flensburgs schwimmendes Wahrzeichen, der alte Salondampfer ALEXANDRA wieder seinen vertrauten Platz an der Dampferbrücke im Historischen Hafen einnehmen wird.
Damit hat sich die Rückkehr von der Werft in Husum um 15 Tage verzögert. Die ursprünglich für den 31. Januar geplante Überführung musste wegen einer fehlenden Zulassungsgenehmigung verschoben werden. Ohne dieses Papier konnte die Schiffssicherheitsbehörde das Schiff nicht freigeben. Nun sind alle Dokumente für die amtliche Freigabe vorhanden und ALEXANDRA hat die amtliche Prüfung bestanden.
Morgen vormittag um 08.00 Uhr heißt es in Husum "Leinen los vorn und achtern!" Der erste Teil der Reise führt nach Brunsbüttel. Dort wir ALEXANDRA übernachten, um am Sonntag durch den Nord-Ostseekanal nach Kiel zu fahren. Am Montag wird der dritte Teil der Reise zurück nach Flensburg führen. Die Ankunft ist zwischen 14:00 und 15:00 Uhr geplant.
Dass die Reparatur des Kessels unvermeidbar ist war allen Beteiligten klar, als vor drei Jahren ein einziger Niet am Kessel bei einer routinemässigen Kontrolle den Dienst quittierte und sich ungeplant verabschiedete. Damit begann das große Projekt mit dem der über 100 Jahre alten Dampfer zu seinem neuem Kessel kam. Zuerst wurde die Leckstelle fachgerecht repariert, um Zeit für eine gründliche und lang andauernde Lösung zu finden. Denn der eigentliche Kessel war ja schließlich auch nach der Reparatur immer noch ein Jahrhundert alt. Die meiste Zeit ging für die Planung, Finanzierung und Vorbereitung drauf. Der Umbau auf der Husumer Werft dauerte dagegen "nur" rund vier Monate. Auch wenn ALEXANDRA wieder zurück in Flensburg ist, bleibt noch viel zu tun. Für den Austausch des Kessels musste das Schiff in großen Teilen auseinander gebaut werden. Davon wurde jetzt nur so viel montiert, wie für die Überführung nötig ist.
Nachträge:
18.07.17 ALEXANDRA ist unterwegs
13.02.17 Schoner erneut gesunken
Am 30. Mai 2015 sank der kanadische Schoner DOWN NORTH 37 Meilen nordwestlich von Swinemünde in einer Windböe. Wenige Stunden zuvor war das Expeditionsschiff mit 12 Mann an Bord zu einer Reise in die Arktis aufgebrochen. Ziel war die polnische Forschungsstation in Hornsund. Deren 35-jähriges Bestehen sollte gefeiert werden. Alle 12 Besatzungsmitglieder konnten von einer Rettungsinsel abgeborgen werden. Nach der Rettung verstarb ein Reporter des National Geograpic einem Herzversagen, wie damals berichtet wurde. Er war an einen Rollstuhl angewiesen. Das Unglücksschiff wurde damals nach Swinemünde geschleppt und sollte dort repariert werden (Die HAFENMELDUNGEN berichteten).
Vorgestern, am 11.02. um 21 Uhr, sank der Schoner erneut. Diesmal im Hafen von Stettin. Nur die beiden Masten ragten noch aus dem Wasser. Als Ursache für die Havarie wird ein Ventil einer Toilette vermutet. Das Unglück geschah im Zuge von Reparaturarbeiten nach dem Untergang vor knapp zwei Jahren (Quelle Vesseltracker).
10.02.17 Eiskalte Arbeiter
Kein Boot auf der Förde, der eisige Ostwind weht unter grauen Wolken mit vier bis fünf bft, in Böen sechs und treibt gischtende Wellen auf die Uferbefestigung von Sønderhav. Heute stehen keine Fans der beliebten Pølser an der Verkaufsbude an. Mit wenigen Worten: Der Winter ist auch hier angekommen.
Wir sind auf dem Weg nach Norden, um ein paar Bilder und Geschichten von der Werft in Egernsund zu sammeln. Wenn schon am Bohlwerk nichts los ist, entdecken wir vielleicht dort etwas Berichtenswertes.
| Das letzte Fischereischutzboot von Colin Archer wartet auf seine Wiedergeburt.Typisch für die (meisten) Arbeitsschiffe von Colin Archer ist das "Spitzgatt" mit angehängtem Ruderblatt. |
Im Nybøl Nor treibt der starke Ostwind kräftige Wellen in den Sund bei Gråsten. Dort liegt der leere Rumpf von RAKEL liegt immer noch am selben Platz. Das Lecksegel, eine blaue Plastikplane, hält sie immer noch über Wasser. Es ist ein Bild des Jammers, den ehemals überaus seetüchtigen Segler in diesem Zustand zu sehen! Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Einige große und kleine historische Arbeitssegler haben dasselbe Schicksal durchlitten und fanden schließlich neue Eigner, die mit Verstand (und den notwendigen Mitteln) alten Booten zu jungem Glanz verhalfen. Gerade hier, im äußersten Süden Dänemarks, haben wir in dieser Hinsicht schon einige Wunder erlebt.
Der Wind treibt kleine Schneewirbel über den Anleger, es ist zu kalt, um länger auf das verlassene Schiff zu sehen.
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| ETHEL von BRIXHAM am Werftschlängel.Charakteristisch für den Trawler ist das breite Spiegelheck |
Obwohl RAKEL (mit Spitzgatt) und ETHEL (mit Spiegelheck) beide für einen vergleichbare Zwecke, Einsatzgebiete, in etwa der selben Zeit und aus
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| Haikutter BODIL im Sommer unter dem Historischen Krahn auf dem Bohlwerk in Flensburg. Das "elliptische" Heck kenn- zeichnet die meisten Haikutter (deutsch) und Snurrewads- Kutter (dänisch). |
Ein paar Meter entfernt wartet der Haikutter BODIL aus dem Museumshafen Flensburg auf eine Reparatur. BODIL ist erheblich jünger, sie wurde 1924 in Skagen gebaut. Haikutter wurden jedoch im Unterschied zu den beiden zuvor genannten hauptsächlich in Nord- und Ostsee eingesetzt. Auch ihr Rumpf ist charakteristisch für den Schiffstyp. Er schließt zumeist mit einem elliptischen Heck ab. Wer sich für diesen Schiffstyp interessiert, sollte einen Besuch beim Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg einplanen. Dort gibt es ein umfassendes Haikutter-Archiv.
Bis zum welchen Grad den unterschiedlichen Rumpfformen sachliche oder
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| Der Havarist mit seinem neuen Vorsteven. Als Nächstes werden die Planken ersetzt. Die meisten sind entfernt worden, andere stützen vorläufig noch die Spanten. |
Auf der "Intensivstation" der Werft wird gerade einem der hölzernen dänischen Fischkutter ein neuer Bug angesetzt. Das Schiff wurde beim Fische putzen von einem großen Frachter (200 Meter lang) in voller Fahrt gerammt. Dabei sprang der Vorsteven aus den Planken von denen einige brachen. Die Fischer wurden über Bord geschleudert, überlebten aber die Katastrophe wie durch ein Wunder. Man mag es nicht glauben, aber der Kutter bieb schwimmfähig, ein Kollosionsschott im Bug und Pumpen hielten ihn über Wasser.
Uns fröstelt, das liegt nicht nur an dem eisigen Wind. Man mag sich nicht vorstellen, was alles hätte passieren können. Also: Unterwegs Augen auf und rechtzeitig ausweichen!
Während wir uns noch die Hände warmreiben fällt uns ein, was ein Bootsbauer aus Greifswald einmal erzählte. Er arbeitete bei eisigem Wetter, dazu noch bei Schneeregen, im Freien an einem alten Boot, als Besucher kamen um sich umzusehen. Sie wollten etwas Nettes sagen und begannen: "Sie haben es eigentlich schön, jeden Tag an der frischen Luft arbeiten zu können!"
08.02.17 Doch was zu melden
Ein Blick auf das Foto von heute macht klar: Am Bohlwerk ist absolut Nichts los, was eine Meldung lohnt. Außer vielleicht, dass heute, zum ersten Mal in diesem Jahr, eine nennenswerte Menge Schnee gefallen und sogar liegengeblieben ist. Gestern sah es genauso aus, nur ohne Schnee und Vorgestern auch, aber nasser.
Am Bohlwerk liegen SIGANDOR, RYVAR, MEJSEN, GRETA, FORTUNA, WIEBKE BOHLEN, PIROLA, DAGMAR AAEN und FULVIA. BODIL ist nicht weit entfernt auf der Werft in Egernsund. Der Winter ist für die einen Ruhezeit, für andere Zeit in Ruhe am Boot zu arbeiten.
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Wir müssen schon ein paar hundert Meilen weiter nach Norden blicken, um eine interessante Gschichte zu finden. DAGNAR AAEN und das kalte Wetter sollen dabei den Einstieg liefern.
Am Bohlwerk liegen SIGANDOR, RYVAR, MEJSEN, GRETA, FORTUNA, WIEBKE BOHLEN, PIROLA, DAGMAR AAEN und FULVIA. BODIL ist nicht weit entfernt auf der Werft in Egernsund. Der Winter ist für die einen Ruhezeit, für andere Zeit in Ruhe am Boot zu arbeiten.
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Wir müssen schon ein paar hundert Meilen weiter nach Norden blicken, um eine interessante Gschichte zu finden. DAGNAR AAEN und das kalte Wetter sollen dabei den Einstieg liefern.
Der rote Haikutter, das Expeditionsschiff von Arved Fuchs hat unter seiner Leitung 1993 die sogenannte Nordwest-Passage bezwungen. Die arktischen Gewässer nördlich von Kanada waren damals noch durch dichte Eisfelder teilweise blockiert. Das Eis, in dem auch die bekannte Franklin Expedition tragisch scheiterte, hätte beinahe auch das Schicksal der DAGMAR AAEN besiegelt. Schließlich konnte die Crew "mit viel Geduld" das Schiff aus dem tödlichen Eispress befreien und die Beringstraße erreichen. Damit war die Reise auf den Spuren von Roald Amundsen am Ziel angekommen. Der norwegische Polarforscher hatte diese anspruchsvolle Reise 90 Jahre zuvor als erster geschafft. Sie dauerte drei Jahre. Das Expeditionsschiff von Amundsen war GJØA, mit 21 Metern Länge nur drei Meter kürzerer Fischutter als die DAGMAR AAEN aus dem Flensburger Museumshafen. Bei der Exedition war das Schiff schon 28 Jahre alt. GJØA blieb erhalten und kann immer noch im Fram Museum in Oslo besichtigt werden. In diesen Tagen wird sie von Bootsbauern des Hardanger Fartøjvernsenter restauriert. Ein aktuelles Video zeigt die alt überkommene Handwerkstechnik. Hier werden neue Balkweger eingebaut.
Die Arbeit wird unterstützt durch moderne Digitalisierungsmethoden, die neuerdings immer stärker in Archäologie, Restauration oder Modellbau Eingang finden. Das Stichwort ist Modellierung. Hierbei werden digitale Fotografien durch Programme in dreidimensionale Datenmodelle umgewandelt. Die können dann wahlweise visualisiert oder mit Volumendruckern in reale Modelle umgewandelt werden. Das Modell von GJØA wurde aus 151 Digitalfotos mit der Software AGISOFT herstellt. Es kann auf dem Bilschirm aus allen Richtungen betrachtet werden. Je nach Rechnerleistung sollte man den Cursor etwas langsamer bewegen als gewohnt um harmonische Bewegungen zu erhalten. Natürlch reicht es nicht, einfach mal die Handykamera auf ein Schiff zu halten. Aber auch der Aufwand für die Anschlußarbeiten wird vermutlich im Laufe der nächsten Jahre noch erheblich geringer werden.
Unser Flensburger Modellbauer-Freund Adi Born hat im letzten Jahr ein Modell der GJØA nach alter Väter Brauch von Linienrissen auf Papier ausgehend hergestellt. Es ist, wie von ihm gewohnt, sehr schön, handwerklich perfekt und sehr detailversessen gebaut worden. Wie schön, dass so etwas trotz rasantem Fortschritt immer noch möglich ist!
Die Arbeit wird unterstützt durch moderne Digitalisierungsmethoden, die neuerdings immer stärker in Archäologie, Restauration oder Modellbau Eingang finden. Das Stichwort ist Modellierung. Hierbei werden digitale Fotografien durch Programme in dreidimensionale Datenmodelle umgewandelt. Die können dann wahlweise visualisiert oder mit Volumendruckern in reale Modelle umgewandelt werden. Das Modell von GJØA wurde aus 151 Digitalfotos mit der Software AGISOFT herstellt. Es kann auf dem Bilschirm aus allen Richtungen betrachtet werden. Je nach Rechnerleistung sollte man den Cursor etwas langsamer bewegen als gewohnt um harmonische Bewegungen zu erhalten. Natürlch reicht es nicht, einfach mal die Handykamera auf ein Schiff zu halten. Aber auch der Aufwand für die Anschlußarbeiten wird vermutlich im Laufe der nächsten Jahre noch erheblich geringer werden.
Unser Flensburger Modellbauer-Freund Adi Born hat im letzten Jahr ein Modell der GJØA nach alter Väter Brauch von Linienrissen auf Papier ausgehend hergestellt. Es ist, wie von ihm gewohnt, sehr schön, handwerklich perfekt und sehr detailversessen gebaut worden. Wie schön, dass so etwas trotz rasantem Fortschritt immer noch möglich ist!
| Modell der GJØA von Adi Born |
01.02.17 ALEXANDRA kommt später
Gestern schien noch alles klar. Der alte Salondampfer ALEXANDRA sollte nach seiner Verjüngungskur bei der Husumer Werft zurückkommen und am Sonntag in Flensburg eintreffen.
Heute Nachmittag kam sie Eilmeldung vom Chefkapitän der ALEXANDRA, dass sich die Rückkehr auf einen noch nicht genannten Termin verschiebt:
Und mit weiteren Detailinformationen auch das Flensburger Tageblatt
Heute Nachmittag kam sie Eilmeldung vom Chefkapitän der ALEXANDRA, dass sich die Rückkehr auf einen noch nicht genannten Termin verschiebt:
Die Internetseite des NDR informiert ebenfalls über die Änderung.Sehr geehrte Damen und Herren,wir müssen dieRückfahrt des Salondampfers "Alexandra" verschieben!nach erfolgreichen Anheizen des neuen Kessels um 12:42 h in Husum, mussten wir gg. 15:00 h feststellen, dass die Schiffssicherheitsbehörde wegen einer fehlenden Zulassungsgenehmigung keine Überführungserlaubnis für den Salondampfer "Alexandra" am kommenden Wochenende erteilt.Wir informieren Sie, sobald wir Näheres wissen.Mit freundlichen GrüßenGünter Herrmann
Und mit weiteren Detailinformationen auch das Flensburger Tageblatt
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