12.05.17 Neu im Schifffahrtsmuseum

Der Flensburger Salondampfer ALEXANDRA hat bekanntlich während eines mehrmonatigen Werftaufenthalts einen neuen Dampfkessel bekommen. Der alte war nach einhundertund acht Jahren zu betagt und auch etwas inkontinent. Es war nicht ganz einfach, den maroden Lieferanten für Heissdampf aus dem Rumpf zu befreien und seinen Nachfolger einzubauen. Dieser entscheidende Teil der Operation ist bekanntlich erfolgreich abgeschlossen und die erste Bewährungsprobe wurde mit der Überführungsfahrt von Husum nach Flensburg bestanden und vor kurzem wurden auch die notwendigen Zertifikate übergeben.

Damit war die Operation noch nicht komplett zuende. Es blieb die Aufgabe, für den originalen Kessel einen würdigen Platz zu finden. Was lag näher, als ihn im Hof des Schifffahrtsmuseums auszustellen, unmittelbar neben dem Dampferhaus.
Da steht er nun, so zu sagen nackt und bloß, wie ihn die Heizer und Maschinisten bei ihrer Arbeit niemals zu sehen bekamen.

Der alte Kessel an seinem neuen Platz im Hof des
Schifffahrtsmuseums. In den beiden großen Öffnun-
gen glühten die Kohlen auf ihren Rosten. Die heißen
Rauchgase strömten durch die kleinen Flammrohre
darüber. Der große runde Kessel war mit Wasser gefüllt.
Der Dampf sammelte sich oberhalb der
Flammrohre und strömte durch den "Dom" auf dem
Kessel zur Maschine. Hier die Vorderseite des
Kessels.















Hier der eingebaute Kessel aus derselben Richtung.
Die Heizer im Maschinenraum sehen nur die Stahl-
türen zu sehen. Dahinter wurden die Rauchgase
gesammelt und zum Schorstein geleitet.
Bodenbleche verbergen den Blick auf den unteren 
Teil des Kessels. Sie und die Feuertüren vor den
Flammrohren waren schon aubgebaut,
als dieses Foto entstand.


In dem Kessel wude ein sehr hoher Druck erzeugt. Dem entsprechend stark sind die zahreichen Niete. Während die Kraft auf die beiden Böden im unteren Bereich durch die Flammrohre aufgefangen wurden, mussten im oberen Teil des Kessels zehn zusätzliche Stehbolzen eingebaut werden. Von ihnen sind lediglich die Befestigungsschrauben zu sehen. Zusätzlich hat der Kessel mehrere Inspektionsöffnungen.
Sicherheit ist bei Dampfkesseln oberstes Gebot. Zahlreiche Dampfschiffe gingen früher durch Kesselexplosionen verloren.