11.01.16 Neues Leben

"Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,/ und neues Leben blüht aus den Ruinen". (Friedrich v. Schiller)

Um dieses Gebäude geht es. Links das Flensburger
Schifffahrsmuseum, rechts die Straße, dahiner Museums-
werft und Museumshafen
Das Bild der Schiffbrücke in Flensburg ändert sich zuzeit schneller als in den lezten zehn Jahren. Wo jahrelang Ruinen vor sich hin gammelten, werden neue Bauten hochgezogen, alte renoviert.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Schiffahrtsmseum, zur Museumswerft und zum Bohlwerk kann endlich wieder  "Neues Leben" blühen. Während wenige Schritte entfernt das Areal um "Kayser's Hof" vom Schandfleck zum Gegenteil mutiert, wird seit ein paar Wochen das Gebäude Schiffbrücke 40 ebenfalls auf Vordermann gebracht. Es lud  lange mit dem verwitterten Schild "Störtebecker" in eine eher düstere Hafenkneipe ein. Dieser Treffpunkt trinkfester Hafenbummler passte nicht mehr in die heutige Zeit und stand dann lange leer, mit verwitternder Fassade und trüben Fenstern. Bis ein Trio aus dem Umfeld des Museumshafens mit einem neuen Konzept und frischem, dazu eigenem Geld die Stadt als Eigentümer der bröckelnden Immobilie ablösten und in das vielleicht größte Projekt ihres Lebens einstieg. Sie wollen es, direkt angrenzend an das Schifffahrtsmuseum, in ein maritim-gastronomischen Schmuckstück verwandeln. 

Das Projekt "Schiffbrücke 40", so der Arbeitsname, umfasst das Gebäude unmittelbar an der Straße (Abb. oben), das Hintergebäude und den eingeschlossenen Innenhof. Die Investoren schreiben "Die Lage inmitten von Schifffahrtsmuseum, Museumshafen und Museumswerft bietet eine einladende Kulisse für den maritimen Bezug, der diesem Gebäude wieder innewohnen soll." Sie haben sich vorgenommen, daß es als "Ausflugsziel für Einwohner, Tagesgäste und Touristen"  die Schiffbrücke bereichert.
Wie soll das geschehen?

Hafenküche
Das Areal soll sowohl Hort einer Gastronomie als auch Hotellerie werden. In einem Restaurant mit dem einladenden Namen "Hafenküche" sollen - je nach Saison - an 70 bis 120 Sitzplätzen vornehmlich Speisen aus der Region angeboten werden, die "größtenteils aus den Speisekarten anderer Restaurants verschwunden sind". Touristen und Besucher sollen auch kulinarisch erleben, was Flensburg von jeher zu bieten hat. Dabei wird großer Wert auf Frische, Nachhaltigkeit und, soweit möglich, auf Verwendung regionaler Produkte gelegt.
Zum Motto "Hafenküche passend, sollen auch Gerichte aus den Häfen der Welt angeboten werden.  Bedarfsweise sollen sie den an der Geschichte orientierten Veranstaltungen und Ausstellungen in der Stadt angepasst werden.
Keine Gastlichkeit am Hafen ohne Bar: Sie soll sich durch ein breit gefächertes Angebot von Rumsorten aus aller Welt zu erschwinglichen Preisen auszeichnen. Auch alte Rumsorten, die aus dem aktuellen Programm Flensburger Rumdestillen verschunden sind, sollen dazu gehören.

Seemannsheim
Auf jeweils einer Etage sollen Übernachtungen in der Kategorie "Hostel" und "Hotel" eingerichtet werden, die insgesamt 44 Betten umfassen. Die Hosteletage im ersten Obergeschoss soll Mehrbettzimmer, eine Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsbäder sowie einen Aufenthaltsraum einschließen.  Die Hoteletage im zweiten Obergeschoß soll Doppelzimmer sowie Appartements mit hotelähnlicher Ausstattung bieten, jedoch ohne Minibar und Zimmerservice.

Das Konzept soll Individualreisende, Kleingruppen und Familien anziehen, wie beispiesweise Seereisende, junge Paare, Backpacker und Studenten.  Günstige Übernachtspreise, eine maritim-moderne Ausstattung und eine gemütlich familiären Atmosspäre sollen das Angebot für die Gäste besonders attraktiv machen.

Die zentrale Lage in der Innenstadt und am Hafen sollte Segler aller Kategorien anlocken, die mal wieder an Land schlafen möchten, oder die Flensburg als Start- und Zielort einer Reise gewählt haben.

Wir finden, das klingt alles nach einem Erfolg, und den wünschen wir dem Projekt und seinen Machern. Schließlich wäre sein Scheitern ein herber Verlust für alle, die Stadt, die Hafenanrainer, die Gäste Flensburgs und für die Macher ohnehin.
Im Augenblick stehen noch die groben Arbeiten in den Gebäuden an. Dächer, Fassaden und Innenausbauten werden folgen.
Wenn es fertig ist, soll es äußerlich dem historischen Vorbild entsprechen und innen ein modern-maritimes Ambiente ohne den üblichen Schnickschnack von Steuerrädern und Fischernetzen.
Wir werden sehen und berichten und das bis zur Eröffnung, geplant im Sommer 2017.