10.04.13 Wollen und Schaffen

Du musst es nur wollen. Wenn Du etwas richtig willst, dann schaffst Du das auch. Diese weisen Ratschläge kennt jeder, der einmal Kind gewesen ist und es nicht vergessen hat. Der Spruch ist weit verbreitet. Sein Imperativ ist sogar amerikanisches Selbstverständnis. Die wollten zum Beispiel mal auf den Mond- und dann waren sie da. Aber irgendwie wird man den Verdacht nicht los, dass jenseits der Philosophie und Pädagogik in der Wirklichkeit andere Gesetze gelten.
Nehmen wir zum Beispiel einmal das Wetter. Gibt es jemand unter den Lesenden der HAFENMELDUNGEN die kein anderes als dieses vermurkste Wetter in diesem Frühjahr wollen? Na also. Und hat es was gebracht? Natürlich nicht.
Die Ursache für dieses bedauerliche Versagen der Willenskraft kann von hier aus nur vermutet werden. Metereologen, um eine zuständige Gruppe von Wissenschaftlern zu nennen, braucht man nicht darauf ansprechen. Die behaupten mittlerweile, die ungewöhlich lang anhaltende Kälte sei weltweit eine zwangsläufige Folge der Klimaerwärmung.
Jetzt macht sich der Mensch, angetrieben von der Angst vor apokalyptischen Katastrophen  daran, das Klima zu verändern. Und Politiker aller Couleur schmieden Gesetze um diesem Projekt Raum zu verschaffen. Geld verdienende und ausgebende werden deswegen zu spürbaren Mindereinnahmen und Mehrkosten verdonnert. (Dass es bereits Pläne gebe, das Ausatmen zu besteuern, ist allerdings noch üble Verleumdung, wenngleich - wie viel CO2 ist denn darin eigentlich enthalten?)
Da fragt man sich, warum das seit Wochen unangenehm belastende Phänomen der Jahrhundertkälte noch nicht angegangen wurde. Nachdem alle anderen Vermutungen ausscheiden bleibt nur, dass es keine(n) Politiker(in) gibt der in sein Wahlprogramm geschrieben hat: Wählt mich. Ich bin für besseres Wetter. Dabei könnte sie oder er damit sicherlich Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler werden. An der Dringlickeit kann es auch nicht liegen. Ein Beispiel:

In einem Monat beginnt um 10:00 Uhr die Flensborg Fjord Regatta. Mit ihr werden die meisten Gäste der Rum-Regatta nach Flensburg segeln und damit zu dem größten Treffen segelnder ehemaliger Berufsfahrzeuge Nordeuropas.
Mancher der jetzt aus dem Fenster zum trüben Himmel aufsieht, aus dem Schneeregen fällt, wird sich freuen, dass es bis dahin noch 30 Tage sind. Denn es ist nicht jedermanns Sache, bei diesem Wetter zu segeln. Obwohl - der Wind ist ja nicht mal so schlecht: Sechs bis sieben Beaufort, Böen acht aus Ost. Die Windstärke hatten wir schon immer wieder mal, allerdings bei angenehmeren Temperaturen. Und die Windrichtung: einfach super. Also, geben wir Petrus und oder unseren Volksvertretern eine Chance. Noch bleibt Zeit, um einiges gut zu machen bis das Wetter während der Rum-Regatta uns mit lieblichem Wind und schmeichelnden Celsiusgraden verwöhnt.
Hier sind ein paar Bilder aus dem Jahr 2005 zur mentalen Vorbereitung auf das, was uns sonst erwarten könnte:

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Bilder von rho spuerbar

Aber auch das ist vermutlich zu nichts nütze. Schließlich ist am 22. September, dem Tag der Bundestagswahl, die Rum-Regatta schon lange wieder vergessen. Also melden wir vorsorglich schon einmal Bedarf für die Apfelfahrt an. Die findet vom 18. bis zum 20. Oktober statt. Dann aber bitte mit wirklich besserem Wetter!