26.12.12 Grogtörn


Heute ist mit sieben erfreulichen Grad Celsius beinahe der Frühling eingezogen. Das hält Viele nicht von der kleinsten Traditionsveranstaltung des Museumshafens ab, Grogtörn genannt. Obwohl die Veranstalter nichts, aber auch garnichts über den Beginn und Verlauf mitteilten, versammelten sich zwischen 10:15 und 10:30 Uhr zahlreiche Schaulustige auf dem Bohlwerk. Einige halten eine Rum-Flasche in der Hand. Damit geben sie sich als Interessenten für einen kurzen Ausflug auf die winterliche Innere Förde zu erkennen. So zeigt sich Tradition: Wenn Menschen ohne förmliche Einladung zusammenkommen. Neuzugänge im Kreis der Grogtörner sind auch da. Sie fragen "Wann geht das denn los?" und stellen fest: "ich habe nichts von einer Uhrzeit gehört" und suchen: "Wer ist denn hier zuständig?"
Kein alter Hasen der darüber lacht. Denn erstens hat noch nie jemand einen Hasen, egal welchen Alters, lachen sehen, und zweitens sehen die Alten auf dem Bohlwerk ohnedies nicht so aus, als wäre Lachen ihre Lieblingsbeschäftigung. Weil die verbreitet ernsten Mienen heute nicht an frostigen Temperaturen liegen, ist zu vermuten, dass die Einen um den Rum trauern, den sie gleich abgeben werden und dass die Anderen bedauernd feststellen, dass die Fischhütte noch geschlossen ist, weswegen dort auch kein Punsch oder Grog oder sonstwas Tröstendes ausgeschenkt wird.


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Glücklicherweise sind auch Jüngere und sogar Kinder mit dabei, die ein paar Stunden auf den Planken alter Segler zubrigen möchten. Heute dauert es ein wenig, bis die Schiffe startklar sind, schließlich waren sie schon im Winterschlaf.
Dann aber können die Gäste an Bord und nach einer kurzen Einweisung geht es los. Nachmitags um drei oder vier Uhr (keine exakte Angabe wg. Tradition) soll es ein Treffen auf GESINE geben.
Auf den Grogtörn gingen in diesem Jahr:
BODIL     Haikutter
FULVIA   Fracht- und Passagiersegler
GESINE  Küsten- Motorfrachter
LIBELLE Ausflugsschiff
LINA       Gaffelschoner
RYVAR    Logger
P.S: In der Fischütte gab es doch noch Punsch, wenn auch erst später. Dort stand auch der bislang einzige Bewerber für den originellsten Teekessel des Jahres. Er kam eigens aus Russland, aus einem kleinen Ort in der Nähe des Baikal-Sees.
Der Start an der Fischhütte dauerte ein wenig, denn zunächst mussten die Scherben der letzten Vandalen-Attacke beseitigt werden. Wir haben aufgehört zu zählen, der wievielte es war in diesem Jahr. Diesmal hatte es jemand lustig gefunden, mit Flaschen die Scheiben einzuwerfen.