12.08.12 AURORA, das Kulturschiff

Unverhofft kommt oft, sagt der Volksmund. Unverhofft kam jedoch das ursprünglich angekündigte Kulturschiff MIK PEDERSEN nicht nach Kollund, nachdem es ebenso unverhofft Flensburg nicht hatte anlaufen dürfen. Und ebenso unverhofft hatte auch nicht GESINE, das Küstenmotorschiff des Historischen Hafens, die Rolle der MIK PEDERSEN übernommen. Sondern diese schöne Aufgabe fiel ebenso unverhofft an Ole, den Eigner der AURORA von ALTONA aus dem Museumshafen Flensburg. Und das war in gewisser Weise auch sinnvoll, gehörte doch Altona bis 1864 zu Dänemark. Es kam dann aber dem Königreich ebenfalls unverhofft abhanden, weshalb heute noch grenzüberschreitende Projekte wichtig sind um die Nachwirkungen solcher Wechsel und Wirrungen zu überwinden. Damit schließt sich der Kreis.

Wir kamen gegen elf Uhr an Kollund Mole vorbei und wunderten uns über ein schwarz gemaltes Segelschiff, wo wir doch ein Motorschiff mit weißem Rumpf erwartet hatten. Beim Näherkommen, erkannten wir AURORA, und viele frohgestimmte Menschen an Land, erkannten auch Schauspieler in Piratenkostümen und andere Maskeraden. Nun, anlegen wollten wir nicht, denn das hätte vermutlich gestört.

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Zurück in Flensburg, kam auch bald AURORA in den Museumshafen und so fand die Veranstaltung des Museums Sönderjylland/Kuturhistorie Aabenraa und des Schifffahrtsmuseums Flensburg am Bohlwerk statt mit AURORA als Bühne und malerischem Hintergrund.
Rund fünfzig Menschen hatten sich trotz des idealen Strandwetters und der nebenan präsenten Verlockungen des Fischmarktes und derer von Bens Fischhütte versammelt, darunter viele Kinder. Sie kamen nicht zu kurz. Die Puppen - von Hand gemacht- das Schauspiel und die Musikbeiträge kamen professionell und zugleich menschlich ansprechend herüber und schlugen Jung und Alt sogleich in ihren Bann. Als die Gruppe "Godewind" nach einer Dreiviertelstunde Lieder von ABBA zu friesischen Texten intonierte sangen die Besucher und Teilnehmer mit. Eine wunderbare Veranstaltung. Und das anrührende deutsch-dänisch oder müsste man sagen dänisch-deutsch? Es sprach unmittelbar die Herzen an. Bleibt eine Frage: Warum hat man sich eigentlich früher so sehr angefeindet, dass es bis heute in den Köpfen und Herzen Rückwärtsgewandter immer noch nachwirkt? Das zu wissen und künftig zu vermeiden sollte uns alle eine große Herausforderung sein.